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Im Rathaus hat Hans Winklmair als Archivpfleger der Gemeinde ein Büro bekommen. Er bringt einen gewaltigen Fundus mit – digital.

„Meine Frau schaut fern, ich arbeite lieber an meinen Dateien.“

Der Hüter der Historie: Besuch beim neuen Waakirchner Archivar

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Hans Winklmair (66) trägt mit Leidenschaft Historisches zusammen. Inzwischen nicht mehr nur privat: Er ist jetzt Waakirchner Gemeinde-Archivar.

Waakirchen – Ein kleines Büro mit großem Schreibtisch und PC, ein schlichtes Regal mit Ordnern und ein paar alten Kladden: Das ist das Waakirchner Gemeindearchiv. Ein Reich, das Hans Winklmair gerade erst aufbaut. Im Rathaus ist an historischen Dokumenten kaum Brauchbares vorhanden. „Der Keller ist feucht“, berichtet Winklmair. Was dort an altem Papier lagerte, taugt nicht mehr für die Nachwelt. Den Keller lässt die Gemeinde nun sanieren. Für den Inhalt des Archivs sorgt Winklmair in dem seit Februar eingerichteten Büro. „Das ist ein Glücksfall für uns“, sagt Bürgermeister Sepp Hartl.

Winklmair bringt viel Expertise mit – und einen gewaltigen Fundus. In einem Rathaus-Büro zu sitzen, ist für ihn übrigens kein Neuland: Winklmair war vor seiner Pensionierung im Münchner Bauamt beschäftigt.

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Zum Chronisten wurde er jedoch ganz privat. Als Schriftführer der Mariensteiner Feuerwehr machte er sich vor fast 20 Jahren daran, einen Bildband zum 100-jährigen Bestehen der Wehr zu verfassen. „Das hat mir viel Spaß gemacht“, erinnert sich Winklmair. Bilder und Geschichten sammeln, mit den Leuten über Vergangenes reden, Informationen dokumentieren: Das ließ ihn nicht los. Winklmair erweiterte seine Recherchen. Aufs Bergwerk, in dessen Diensten die Mariensteiner Wehr einst stand, und aufs Zementwerk, das schon 1850, also zwei Jahre vor dem Bergwerk, in Betrieb ging. Winklmair sammelte Ansichtskarten, Chroniken, Gegenstände aus dem Bergwerk, Sterbebilder, Anstecknadeln, Orden, Krüge, Flaschen, Eintrittskarten, Schilder. Viele Mitbürger folgten Winklmairs Aufrufen, brachten bereitwillig Dokumente, Andenken und Erinnerungsstücke. „Mein Keller ist voll“, sagt Winklmair.

Doch so gern Winklmair Historisches in Händen hat: Den eigentlichen Schatz hütet die Festplatte. Akribisch hat der 66-Jährige alle Informationen in Dateien verpackt und sorgsam sortiert. Das kommt jetzt dem Gemeinde-Archiv zugute. Winklmair dokumentiert die Anwesen im Gemeindegebiet, arbeitet Hausnummer um Hausnummer ab. Er ist viel mit der Kamera unterwegs, um alte und neue Ansichten zu vergleichen. Und er lässt sich gern erzählen, wie’s früher war.

Zwei Vormittage pro Woche arbeitet Winklmair jetzt im Rathaus. Für den Aufbau des Archivs ist er nicht alleine verantwortlich: Gudrun Hermges, die im Einwohnermeldeamt des Rathauses beschäftigt ist, sammelt ebenfalls mit viel Engagement Unterlagen für die geplante Ortschronik.

„Ein, zwei Jahre lang“, so Winklmair, wolle er als Archivpfleger im Rathaus tätig sein, einen Grundstock legen. „Dann muss das ein Profi machen.“ Zu tun gibt’s für den Mariensteiner so viel, dass die zwei Vormittage im Rathaus längst nicht reichen. Wie viel Zeit er aufwendet, mag der Hobby-Historiker lieber nicht zusammenrechnen. Zumal die Arbeit eben seine Freude ist: „Meine Frau schaut fern, ich arbeite lieber an meinen Dateien.“

Unterstützung

ist beim Aufbau des Gemeindearchivs weiter willkommen. Wer Dokumente, Urkunden und Bilder aus alten Zeiten hat, kann sich per E-Mail unter archiv@gemeinde-waakirchen an Hans Winklmair wenden oder sie bei ihm und Gudrun Hermges im Rathaus abgeben.

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