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In Schaftlach gibt’s Kunst statt Pizza

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Von: Alexandra Korimorth

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Spaß an der Kunst vermitten wollen (v.l.) Simone Möller, Sandro Thomas, Michael Bachmann, Agnes Wieser, Lizzie Hladik, Konrad Broxtermann, Eli Miklavcic, Stefan Schweihofer, Susanne Stubner und Irmgard Reiter.
Spaß an der Kunst vermitten wollen (v.l.) Simone Möller, Sandro Thomas, Michael Bachmann, Agnes Wieser, Lizzie Hladik, Konrad Broxtermann, Eli Miklavcic, Stefan Schweihofer, Susanne Stubner und Irmgard Reiter. Foto: tp © tp

Zum zweiten Mal haben sich zwölf Künstler aus der Region zusammengetan und servieren in Schaftlach Kunst statt Pizza. Bei der Vernissage wurden Malerei, Fotografie und Skulptur mit reichlich Spaß garniert.

Schaftlach – Dass der (Teil-)Abriss des Gebäudes, das früher eine Pizzeria beherbergte, noch immer nicht vollzogen ist, stellt sich für Agnes Wieser, Eli Miklavcic, Irmgard Reiter, Konrad Boxermann, Lizzie Hladik, Michael Bachmann, Sandro Thomas, Simone Möller, Stefan Schweihofer, Susanne Stubner, Thomas Jarzina und Stephan Mundi als Glücksfall dar. So konnten die zwölf Künstler die Räume erneut für eine Gemeinschaftsausstellung nach bewährten Erfolgsrezept der Premiere vor einem Jahr nutzen: Bei „Kunst statt Pizza 2.0“ macht es die bunte und lebendige Mischung und die legere, sommerfestliche Atmosphäre.

Kunst mit Spaß

Während die Band „Mei Schwesta, mei Schwoga & i“ fetzig aufspielten, tummelten sich rund 70 Vernissage-Besucher in den drei Ausstellungsräumen oder waren bei einem Glas Wein auf der Terrasse in Gespräche über den Kunstsinn vertieft. Kinder sausten durch die Ausstellung mit 69 Werken und gaben Zeugnis davon, dass Kunsträume nicht einschüchternd wirken, sondern großem Spaß bereiten.

Ganz so, wie es sich Agnes Wieser bei ihrer Begrüßung zur Ausstellungseröffnung gewünscht hatte: „Wir möchten unsere Werke zeigen und Ihnen nahe bringen. Wir möchten Kunst für jeden zugänglich machen und an ungewöhnlichen Orten präsentieren, damit man Spaß daran haben kann.“

Spaß und Gesprächsimpulse brachte beispielsweise der großformatige Acryl/Fotodigitaldruck „Crowd II“ von Thomas Jarzina. Ein übergroßes, abstrahiertes Wimmelbild mit zentrierter Perspektive, das an einen bevölkerten Strand erinnert. Nicht weniger Interpretationsspielraum gibt das ebenso große Gemälde „PantaRheiMegalo“ von Stefan Schweihofer, das eine blaugrüne Landschaft mit fließender Vegetation zeigen mag.

Bunte Arbeiten regen die Fantasie an

Bewegt wie von Meeresströmungen scheinen die Glassteine, hintermalte Butzen, zerbrochene Murmeln und goldene Smalti, die Susanne Stubner zu „under the sea“ zusammengefügt hat.

Dazwischen Konrad Boxtermanns Kalkstein-Skulptur „Urknall“, die sich wider Erwarten nicht expansiv, sondern mit Sogwirkung zeigte. Geheimnisvoll und beinahe zauberhaft sind die Gemälde „Jüngling“ und „Ausgang“ von Agnes Wieser, bei denen man unwillkürlich die Geschichte hinter den Dargestellten erfahren möchte.

Die Arbeiten von Eli Miklavcic („Golden Circle“, „Eclipse“) katapultieren den Betrachter ins All, während Simone Möller in ihren Fotoarbeiten Venedig zu einer Traumwelt macht. Wahre Farbexplosionen liefert Sandro „Antik“ Thomas mit seinen von der Streetart inspirierten Gemälden.

Irgendwie gelang es allen Künstlern, ihre Arbeiten regelrecht zum Leben zu erwecken. Aber Stephan Mundi, den man bis dato als Großmeister der Farbtiefe kannte, perfektionierte die Dynamisierung seiner Gemälde durch eine App. Scannt man etwa „Atlantis“ mit dem Handy, bewegt sich nicht nur Licht über die Wasserflache. Es erscheinen auch zwei Fische, die sich durchs Blau bewegen. Seine „Frau mit Schal“ wechselt die Farbe und ihr Auge bewegt sich.

Das ist faszinierend. Ebenso wie das große Graffito, das in den kommenden Wochen auf der Fassade der ehemaligen Pizzeria entsteht: Eine Seite werden die Künstler gestalten, die andere Jugendliche, die sich für Streetart interessieren und mit professioneller Hilfe Hand an Spraydosen legen möchten.

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