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Schwere City-Bikes wie hier bei der MVG-Fahrrad-Verleih-Station in Gräfelfing, hält man in Waakirchen für wenig geeignet. Gewünscht sind E-Bikes. 

Gemeinderat signalisiert Interesse

In Waakirchen: Noch viele Fragen zum Mietrad-System der Münchner Verkehrsgesellschaft

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Wenn am Bahnhof das Miet-E-Bike wartet, lässt vielleicht mancher das Auto zuhause stehen. Ein Gedanke, der im Waakirchner Gemeinderat auf fruchtbaren Boden fiel. Aber es sind viele Fragen offen.

Waakirchen– Mit der Bahn nach Schaftlach, dort rauf aufs E-Bike, und ab geht die Post durchs liebliche Oberland. Das macht Freude und verkürzt die Staus auf den Straßen. Eben darum kam die Idee der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), im Landkreis ein Mietradsystem zu installieren, im Waakirchner Gemeinderat im Grundsatz gut an. Allerdings vermisst das Gremium Informationen, wie das System im Detail funktionieren soll. Ein Votum gab’s nicht, wohl aber Übereinstimmung, ein positives Signal auszusenden.

Ein Thema war die Idee, sich am MVG-Mietradsystem zu beteiligen, auch schon in Gmund und Tegernsee (wir berichteten). Den Anstoß gab eine Bürgermeisterdienstbesprechung im Juli. Der Landkreis erwägt den Einstieg in das Mietradsystem, weshalb die Standortmarketinggesellschaft derzeit in allen Kommunen das Interesse auslotet, sich zu beteiligen. Das Konzept: Die Gemeinden errichten auf ihre Kosten Stationen mit Ständern für die Mieträder. Die Kundschaft bucht und bezahlt per Smartphone-App. Die Nutzung kostet pro Minute acht Cent, pro Tag sind maximal zwölf Euro fällig. Für den Unterhalt und ein eventuelles Defizit müssen die Gemeinden aufkommen. Abgestellt werden dürfen die Räder nach Ende der Fahrt im ländlichen Bereich immer nur an einem MVG-Ständer.

Idee des Mietrad-Systems findet in Waakirchen Anklang

In Waakirchen berichtete Vize-Rathauschef Erwin Welzmiller von jener Bürgermeisterdienstbesprechung, bei der eine MVG-Vertreterin das System erläutert hatte. „Ich glaube, man sollte dem nähertreten“, empfahl Welzmiller. Allerdings halte er das Konzept nur dann für gut, wenn E-Bikes zum Einsatz kommen. Dies werde jedoch erst ab 2021 möglich sein. „Ich denke, bei uns sind die normalen City-Bikes nicht erfolgversprechend“, meinte Welzmiller. Es handle sich um schwere Räder, die nur für die Stadt geeignet seien. E-Bikes hingegen könnten attraktiv sein und eine Entlastung des Verkehrs bedeuten: „Ein bisserl was bringt’s vielleicht.“ Auch Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) sah die Installation eines Mietradsystems als wichtigen Schritt. Er passe zu dem Bestreben, eine Rad-Autobahn von München bis ins Tegernseer Tal zu schaffen. Auch der Bodensee-Königssee-Radweg solle durch Waakirchen geführt werden, merkte er an.

Weitere Anbieter für ein Mietrad-System kontaktieren

Georg Rausch (CSU) wollte sich nicht nur auf das MVG-Angebot beschränken. Er halte es für sinnvoll, sich auch bei anderen Anbietern zu erkundigen. Die hätten vielleicht auch eine bessere Lösung für das Problem, ausgeliehene Räder wieder an den Standort zurückzubringen. Grundsätzlich, erklärte Rausch, halte er den Gedanken für gut, Mietrad-Stationen an Knotenpunkten wie dem Bahnhof oder der Dorfmitte zu schaffen. „Dann kann so eine Art Pendelverkehr zwischen den Stationen stattfinden.“

Alfred Finger (CSU) zeigte sich skeptisch. Dass die Gemeinde ein etwaiges Minus begleichen solle, begeistere ihn nicht. Und was mache es für einen Sinn, Räder zu verleihen, die dann mit einem Fahrzeug wieder an ihren Platz gekarrt werden müssten? Dennoch werde er sich nicht gegen das Projekt stemmen. „Aber wir sind wirklich erst am Anfang.“

Mietrad-System der MVG: Noch zu wenige Informationen

Dem pflichtete Andreas Hagleitner (FWG) bei. „Im Moment haben wir einfach zu wenige Informationen.“ Es gelte zu klären, welche Kosten genau auf die Gemeinde zukämen und wo geeignete Anlaufstellen sein könnten.

Mit seiner abwartenden Haltung segelt Waakirchen auf dem gleichen Kurs wie die Stadt Tegernsee. Auch der Stadtrat legt Wert auf E-Bikes und sieht offene Fragen beim Rückholsystem. Wie in Waakirchen fiel kein Beschluss. In Gmund stimmte der Gemeinderat mit einer Mehrheit von 11:6 für ein „vorsichtiges Ja“ zum System. Im Gespräch sind drei Stationen: am Bahnhof Gmund, dem Bahnhaltepunkt Moosrain und im Dürnbacher Zentrum.

Lesen Sie auch: Mietradsystem soll im Landkreis kommen

Vorsichtiges Ja zu Mietrad-Konzept: Mögliche Standorte sind Gmund, Moosrain und Dürnbach

MVG-Mietrad: Gemeinderat Hausham signalisiert Interesse

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