Der SPD-Vorstand: Annemarie Spahmann ist neue Vorsitzende des Ortsvereins. Vorgänger Hans Hartwich (l.) steht ihr als Vize zur Seite, Johann Schätzl ist Kassier. 
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Der SPD-Vorstand: Annemarie Spahmann ist neue Vorsitzende des Ortsvereins. Vorgänger Hans Hartwich (l.) steht ihr als Vize zur Seite, Johann Schätzl ist Kassier. 

Annemarie Spahmann (25) übernimmt Vorsitz

Junge Studentin an der Spitze der Waakirchner SPD - Andreas Kilian zieht nach Ebersberg

  • Christina Jachert-Maier
    VonChristina Jachert-Maier
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Die Waakirchner Genossen wollen den SPD-Ortsverein wieder in Schwung bringen. Als Vorsitzende wurde die 25-jährige Studentin Anette Spahmann gewählt. SPD-Gemeinderat Andreas Kilian verabschiedet sich.

Waakirchen – Dass der Jugend die Zukunft gehört, ist für Hans Hartwich (75) nicht nur so ein Spruch. Nachwuchs zu gewinnen, der sich politisch engagiert, ist dem langjährigen Ortsvorsitzenden der SPD Waakirchen ein Herzenswunsch. Er hat sich durch die Neuwahl bei der Jahreshauptversammlung erfüllt: Mit Annemarie Spahmann aus Marienstein steht jetzt eine 25-jährige Studentin an der Spitze des Ortsvereins. Hartwich stärkt ihr als Vize den Rücken, Johann Schätzl kümmert sich weiter als Kassier um die Finanzen.

So jung die neue Vorsitzende ist, so tief verwurzelt ist der Einsatz für die Rechte von Arbeitnehmern in ihrer Familie. Max Spahmann, der letzte noch lebende Mariensteiner Bergwerkskumpel, ist ein Bruder ihres Opas. Bei Annemarie Spahmanns Geburt war das Bergwerk schon längst Geschichte, aber sie will nicht, dass in Vergessenheit gerät, wofür die SPD gekämpft hat und kämpft. Es gilt, den SPD Ortsverein Waakirchen zu retten. Etwa 20 Mitglieder hat er noch, und über den Altersdurchschnitt witzelt Hartwich: „Da bin ich mit meinen 75 Jahren noch ein Juso.“ Junge Menschen für die Mitarbeit in der Kommunalpolitik zu gewinnen und den Ortsverein wieder in Schwung zu bringen, ist für die neue Vorsitzende ein großes Ziel.

Einsatz für günstigen Wohnraum

Inhaltlich will sich Spahmann vor allem für günstigen Wohnraum einsetzen. Noch wohnt die Studentin der Kommunikationswissenschaften bei den Eltern, doch mit dem Einstieg in den Beruf soll es dann auch eine eigene Wohnung sein. „Ich möchte schon gerne hier am Ort bleiben. Aber da ist die große Frage, ob man was findet“, sagt Spahmann, die auch zu den Juso-Sprechern im Landkreis gehört.

Andreas Kilian zieht nach Ebersberg

Wohnungen für den Durchschnittsverdiener schaffen, das hatte auch Andreas Kilian als Ziel ausgerufen. Er war bei der Kommunalwahl 2020 der SPD-Hoffnungsträger in Waakirchen gewesen. Der Sportfachverkäufer, damals 31 Jahre alt, kandidierte als gerade erst Zugezogener fürs Bürgermeisteramt. Überzeugen konnte er nicht: Mit 2,7 Prozent – 88 Stimmen – war das Ergebnis ernüchternd. Die Waakirchner SPD büßte mit Kilian als Spitzenkandidat eines der bis dahin zwei Mandate ein. Als Gemeinderat erhielt Kilian 2020 503 Stimmen und damit exakt so viele wie Christine Mehl, die bis dahin ein Mandat hatte, das sie engagiert wahrnahm. Mit Verweis auf ihr Alter – 71 Jahre – verzichtete Mehl auf einen Los-Entscheid und überließ dem jungen Kandidaten den Sitz.

Im Gemeinderat wenig zu Wort gemeldet

Als Gemeinderat meldete sich Kilian, einziger SPD-Vertreter im Gremium, dann allerdings höchst selten zu Wort, was im Ortsverein enttäuschte. Es bleibt auch keine Zeit mehr, Akzente zu setzen: Kilian zieht zurück in seine Heimat Ebersberg und scheidet aus dem Gemeinderat aus. Grund für seinen Umzug ist übrigens das Thema Miete. Die Waakirchner Wohnung wurde zu klein für Kilian und seine Ehefrau. „Es war hier nicht möglich, eine größere zu einem annehmbaren Preis zu finden“, berichtet Kilian. Aber auch als Ebersberger wolle er der Waakirchner SPD die Treue halten und die neue Vorsitzende unterstützen. Mit dem Ergebnis seiner Arbeit ist Kilian insgesamt zufrieden. Es sei gelungen, den Wahlkampf „moderner“ zu machen.

Dass er im Gemeinderat so still am Platz saß, begründet Kilian mit fehlender Erfahrung: „Ich habe mich bewusst zurückgehalten.“ Es sei seine Absicht gewesen, sich erst in die Themen einzufinden. Dabei habe die Fraktionsgemeinschaft mit der ABV viel geholfen. Jetzt, so Kilian, habe er sich eingearbeitet – und müsse nach zweieinhalb Jahren in Waakirchen nun leider umziehen.

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