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Energiesparen mit Augenmaß: Keine klammen Finger im Waakirchen Rathaus

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Von: Christina Jachert-Maier

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Das Löwendenkmal wird nicht mehr beleuchtet. Wie die Gemeinde Waakirchen sonst noch Energie sparen kann, war Thema der öffentlichen Sitzung.
Das Löwendenkmal wird nicht mehr beleuchtet. Wie die Gemeinde Waakirchen sonst noch Energie sparen kann, war Thema der öffentlichen Sitzung. © Thomas Plettenberg

Sobald es dämmert, sitzt der stolze Waakirchner Löwe im Dunkeln, und auch sonst spart die Gemeinde Energie. Aber wie weit soll die Sparsamkeit gehen? Im Gemeinderat wurde dies auf Antrag der Grünen diskutiert – durchaus kontrovers.

Waakirchen – Das Löwendenkmal wird nicht mehr beleuchtet, ebenso die Kirchen in der Gemeinde. Aber sollen auch die Straßen dunkel bleiben? „Die Idee war, jede zweite Laterne auszuschalten“, berichtete Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) im Gemeinderat. Dass die Kommune vorbildhaft alle Möglichkeiten prüft, Energie zu sparen, hatten die beiden grünen Gemeinderätinnen Cornelia Riepe und Evi Obermüller in einem Antrag gefordert. Jetzt legte Kerkel das Ergebnis der Analyse dar.

Straßenbeleuchtung auf LED umstellem

Was die Beleuchtung angeht, wurde klar, dass einfache Maßnahmen bisweilen schwer umsetzbar sind. Jede zweite Laterne auszuknipsen, klingt simpel. „Aber dann müsste man in die Steuerung eingreifen“, berichtete Kerkel von einem Gespräch mit Bayernwerk. Dies sei kompliziert und damit auch teuer. Die Beleuchtung ganz auszuschalten, komme in Bayern nicht in Frage. Die Gemeinden seien verpflichtet, Straßen zu beleuchten. Sinnvoll und ohnehin bereits beschlossen sei der Umstieg auf LED-Modelle. Bereits im September 2021 habe Waakirchen einen Antrag auf Förderung dieser Umstellung gestellt, erinnerte Kerkel. Seitdem warte man auf den Förderbescheid. Mit der LED-Beleuchtung werde Waakirchen 66 Prozent des Energiebedarfs einsparen, erklärte Kerkel. Aktuell beliefen sich die Kosten für die Straßenbeleuchtung auf 18 000 Euro pro Jahr.

Kein Verzicht auf Christbäume

Nicht ganz verzichten wolle die Gemeinde auf Christbäume im Ort. „Die Seele braucht ein bisschen Licht“, meinte Kerkel. Weihnachtliche Stimmung gibt’s aber künftig nur bis 22 Uhr: Dann wird abgeschaltet. Auch im Rathaus soll Energie gespart werden. Was die Zimmertemperatur in den Büros angeht, lässt Kerkel seinem Team Spielraum, trotz des 19-Grad-Gebots. Ganz genau lasse sich die Temperatur in dem alten Gebäude – ein Rathausneubau ist geplant – ohnehin nicht einstellen, erklärte Kerkel. „Ich persönlich liebe es kühl“, merkte er an. Aber jeder Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter solle dies eigenverantwortlich so gestalten, dass sie oder er gut arbeiten könne. An diesem Punkt hakte Riepe ein. Es bestehe die Pflicht, öffentliche Gebäude nicht auf mehr als 19 Grad aufzuheizen, erinnerte sie. Alle Heizungen müssten überprüft werden. Gisela Hölscher (FW) schüttelte den Kopf. In Waakirchen sei immer schon Energie gespart worden, ließ sie Riepe wissen. Im alten Rathaus ließen sich die Thermostate aber kaum einstellen. „Acht Stunden lang mit klammen Fingern zu arbeiten, ist aber nicht zumutbar“, machte sie deutlich. Bei allen Bemühungen, Energie zu sparen, gelte es, ein gesundes Maß zu finden und achtsam zu sein.

Dusch-Regeln für Turnhalle gefordert

Günther Jeske (FWG) wünschte sich Regelungen zur Nutzung der Duschen in der Sporthalle. Mancher spare sich vielleicht die Dusche daheim und suche stattdessen die Halle auf, argwöhnte er. „Und die Gemeinde zahlt das dann.“ Auch Flutlicht sei so ein Thema.

Flutlicht am Sportplatz sei Sache der Vereine, erklärte Kerkel. Die Forderung nach strengen Duschregeln widerstrebte ihm sichtlich, zumal Duschen wegen der Legionellen-Gefahr öfters und auch mit höherer Temperatur genutzt werden müssten. Auch Michael Mohrenweiser (ABV) plädierte dafür, auf die Eigenverantwortlichkeit der Sportler zu vertrauen. Zwei Jahre lang hätten die Anlagen wegen der Pandemie nicht genutzt werden können, erinnerte er. „Jetzt sollte im Sport wieder etwas Normalität einkehren.“ Letztlich kam das Gremium überein, lediglich in einem Aushang zum sparsamen Duschen aufzurufen – und Spar-Duschköpfe zu installieren.

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