Stellungnahme des Gemeinderats

Klares Zeichen für Waakirchner Umgehung 

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Waakirchen - Der Waakirchner Gemeinderat will, dass die Waakirchner Ortsumfahrung im Bundesverkehrswegeplan weiterhin höchste Priorität hat. Aber: Etliche Gemeinderäte  fordern  eine ortsferne Trasse.  

Ein Signal setzte der Waakirchner Gemeinderat in Sachen Ortsumfahrung: Sie soll unbedingt als vordringlich zu realisierendes Projekt im Bundesverkehrswegeplan bleiben. Es sprachen sich aber etliche Gemeinderäte gegen eine ortsnahe Umgehungslösung aus.

 „Ich duck’ mich nicht weg“, erklärte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) zu Beginn der Sondersitzung. Im Nachgang der Bürgerversammlung befasste sich der Gemeinderat mit dem Thema Ortsumgehung. Wie berichtet, hat ihr Bau im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) höchste Priorität erhalten. Das Thema polarisiert. Die Bürgerinitiative Verkehr will die Umgehung unbedingt, eine neu gegründete Bürgerbewegung macht Front dagegen. Hartl hatte den weiteren Kurs und seine Position in der Bürgerversammlung offen gelassen – mit Verweis darauf, dass der Gemeinderat die Situation erst erörtern muss. Das tat er jetzt erwartungsgemäß vor viel Publikum: Der Saal des Sportheims war voll besetzt. Im Grundsatz herrschte Einigkeit. Einmütig beschloss das Gremium, seine Freude über die Priorisierung der Ortsumfahrung in einer Stellungnahme an das Bundesverkehrsministerium deutlich zu machen. Dies geschieht im Rahmen des Beteiligungsverfahrens, das noch bis zum 2. Mai läuft. Ob die Waakirchner Umfahrung in der endgültigen Fassung des BVWP noch als vordringlich erachtet wird, ist offen. „Wenn wir nicht drinbleiben, fallen wir für 15 Jahre raus“, machte Bürgermeister Hartl klar. Er empfahl, jetzt keine großen Wünsche zu formulieren, sondern lediglich Zustimmung zur Aufnahme in den vordringlichen Bedarf zu signalisieren. Alles andere gefährde den Premium-Status. 

Bei einem Rückblick erläuterte Hartl, warum der BVWP-Entwurf eine ortsnahe Umgehung ausweist. Ihm zufolge hätten weder ein Tunnel noch eine ortsferne Umgehung Chancen auf Realisierung gehabt. Eine echte Planung existiert allerdings nicht. Die erfolge, wenn die Waakirchner Umgehung nach Abschluss des Verfahrens 2017 noch zu den wichtigsten Projekten des BVWPs gehört, erklärte Hartl. Dann werde geprüft, wo eine Trasse überhaupt möglich sei. Parallel erwägt die Gemeinde, selbst einen Planer einzuschalten. Laut Beschluss werden aber erst die Kosten einer Machbarkeitsstudie ermittelt. Schließlich besteht ein Risiko. Fällt die Waakirchner Umgehung aus dem BVWP, wären die Planungskosten verloren. So einmütig das Votum für Verkehrsentlastung ist: Vieles bereitet den Gemeinderäten Kopfzerbrechen. Dazu gehören die sehr niedrig angesetzten Kosten für die Waakirchner Umfahrung. 6,6 Millionen Euro sind für die 2,1 Kilometer lange Strecke kalkuliert. Demnach sind keine Einhausungen oder Brücken vorgesehen. 

„Aber wir wollen keine Billiglösung“, meinte Rudi Reber (ABV). Ein Tunnel unter dem Ort verschlinge zwar 80 bis 90 Millionen Euro. Denkbar wäre aber auch ein Tunnel im freien Feld, so Reber. „Und der kostet dann vielleicht die Hälfte.“ Der Ort wolle die beste Lösung, nicht die einfachste, betonte auch Norbert Kerkel (FWG). Das Beste wäre für Martin Weingärtner (ABV) eine ortsferne Trasse. Es gehe auch nicht an, dass Waakirchen mit einer neuen Umfahrung Holzkirchen vom Verkehr entlaste. Sinnvoll sei es, gemeinsam mit Holzkirchen nach einer Umgehungslösung zu suchen. Ähnlich sieht es Wolfgang Nagler (FWG). Waakirchen müsse den Schulterschluss mit Holzkirchen suchen, meinte er. Sehr deutlich wurde Georg Rausch (CSU): Eine ortsnahe Umfahrung, die Hauserdörfl außen vor lasse, komme überhaupt nicht in Frage. 

Die jetzt im Entwurf aufgezeigte Südspange lehnt auch Erwin Welzmiller (CSU) ab. Sie ändere nichts an der Belastung, sondern verschiebe das Problem nur 300 Meter nach Süden. Dort, hakte Balthasar Brandhofer (ABV) ein, werde zudem ein Naherholungsgebiet zerstört. Überdies zerschneide eine solche Trasse landwirtschaftliche Flächen. Voll auf eine Holzkirchner Südspange zu setzen, hielt Gwenny Kalch (SPD) aber für falsch. „Die entlastet Waakirchen doch nicht wesentlich.“ Robert Englmann (CSU) plädierte dafür, vor einer endgültigen Entscheidung die Bürger mittels eines Ratsbegehrens zu befragen. Dies dann, wenn der BVWP nach Ende des Verfahrens in seiner abgesegneten Form vorliegt. Zudem machte er sich dafür stark, den Planungsprozess als Gemeinde „konstruktiv zu begleiten“ – ungeachtet dessen, dass dies aktuell nicht erforderlich ist: „Es schadet ja nicht, mehr zu machen als man muss.“

Rubriklistenbild: © al

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