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Die Ellbogen bereit zur Gratulation: Rudi Reber (l.) freut sich mit Norbert Kerkel, der zum neuen Bürgermeister gewählt wurde. Wahlleiter Christoph Marcher (r.) hatte gerade das Ergebnis verkündet. 

Ergebnis der Stichwahl 

Norbert Kerkel wird Waakirchens neuer Bürgermeister 

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Am Ende eines langen Wahlabends konnte Norbert Kerkel (FWG) erleichtert aufatmen: Er setzte sich gegen Rudi Reber (ABV) durch und wird nun Waakirchens neuer Bürgermeister. 

Waakirchen – Am Ende einer Zitterpartie hat es für den Favoriten Norbert Kerkel (FWG) dann doch recht deutlich gereicht: Mit 54,3 Prozent der Stimmen setzte sich der 55-Jährige gegen Rudi Reber (ABV) in der Stichwahl durch. Es war der Rückhalt seines Heimatorts Schaftlach, der Kerkel zum Sieg verholfen hat. Gerade dieser Wahlbezirk war um 20.05 Uhr als letzter ausgezählt. Die Ergebnisse der anderen beiden Wahlbezirke lagen da längst vor. Sie zeigten Reber als Sieger. Der 58-Jährige lag nach den ersten beiden Schnellmeldungen mit 55 zu 44 Prozent vorne.

Während die Wahlhelfer zählten und noch einmal zählten, harrten Kerkel und Reber mit ihren Ehefrauen ab 19 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Rathauses gemeinsam aus. Mehr Menschen durften wegen des Abstandsgebots nicht ins Zimmer. Als endlich das Ergebnis vorlag, war Reber Kerkels erster Gratulant. „Ich freu’ mich für ihn“, sagte Reber, der 45,7 Prozent der Stimmen für sich verbuchen kann. Die Wahlbeteiligung lag mit 74,46 Prozent höher als beim ersten Wahlgang.

Kerkel strahlte, als das Ergebnis endlich vorlag. Er erhielt insgesamt 1842 Stimmen, Reber 1550. „Es war unheimlich spannend und hat schon eine Weile gedauert“, meinte er. Jetzt sei er erleichtert und froh: „Ich freue mich auf meine neue Tätigkeit.“

Kerkel tritt in die Fußstapfen seines gleichnamigen Vaters. Der startete 1984 ebenfalls ohne Bindung an eine Partei seine kommunalpolitische Karriere als Waakirchner Bürgermeister. Im April 1987 eroberte Kerkel den Stuhl des Landrats und blieb bis kurz vor seinem Tod am 12. Juni 2008 im Amt. Der Sohn kandidierte 2014 als Landrat, konnte sich aber nicht durchsetzen. Als Gemeinde- und Kreisrat sowie als Vorsitzender der FWG im Landkreis hat Kerkel seither viel Erfahrung gesammelt.

„Der Norbert macht das“, ist auch Reber von den Qualitäten seines Konkurrenten überzeugt. Mit dem Ergebnis der Wahl hadert er nicht. Sein persönliches Ziel, in die Stichwahl zu kommen, habe er erreicht, erklärte Reber. „Und mein Ergebnis ist ja auch nicht schlecht.“

Reber hatte bereits 2014 gegen Sepp Hartl (FWG) für das Bürgermeisteramt kandidiert und kurz zuvor die Aktive Bürgervereinigung (ABV) gegründet. Aus dem Stand holte er bereits damals mit 27,37 Prozent der Stimmen ein achtbares Ergebnis gegen den Amtsinhaber.

Aktuell ist Bürgermeister Hartl noch im Dienst und wartete ebenfalls im Rathaus auf das Ergebnis. Das Resultat freut ihn: Mit Kerkel kommt sein Wunsch-Nachfolger ans Ruder. Er sei überzeugt, dass Kerkel und Reber, der wieder dem neuen Gemeinderat angehören wird, gut zusammenarbeiten werden, merkt Hartl an. „Die beiden schaffen das. Das ist wichtig, wir haben jetzt gerade ja keine einfache Zeit.“

Im ersten Wahlgang hatten sich fünf Kandidaten und eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Waakirchen beworben. Kerkel holte dabei zunächst ein Mandat als Gemeinderat. Weil er dies als Bürgermeister nicht antreten kann, rückt jetzt Zimmerer Anton Wirkner nach, der 844 Stimmen erhalten hat.

Im ersten Wahlgang am 15. März hatte Kerkel als Stimmenkönig 29,5 Prozent geholt. Reber hatte es denkbar knapp mit 21,3 Prozent in die Stichwahl geschafft. Nur zwei Stimmen mehr als Markus Liebl (CSU) und Cornelia Riepe (Grüne) konnte er für sich verbuchen. Während Riepe nun in den Gemeinderat einzieht, bleibt Liebl, was er bisher schon war: Geschäftsleiter der Gemeinde.

Alle Informationen zur Wahl finden Sie in unserem Wahlticker

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