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Sechs Bürgermeisterkandidaten in Waakirchen: Das Rennen um den heißen Stuhl

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Von: Christina Jachert-Maier

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Auf dem Podium: (v.l.) Rainer Hölscher, Andreas Kilian, Markus Liebl, Stephen Hank, Cornelia Riepe, Norbert Kerkel und Rudi Reber im Gespräch. © Andreas Leder

Eine Frau und fünf Männer bewerben sich ums Bürgermeisteramt, drei alte Hasen und drei Neulinge. Wofür sie stehen, erklärten sie bei einer sonntäglichen Podiumsdiskussion.

Waakirchen – Sonntagmittag und Sonnenschein, wen treibt’s da zum politischen Diskurs? In Waakirchen so viele, dass die in der Turnhalle platzierten Stühle nicht reichten. Mehr als 500 Zuhörer waren zum politischen Frühschoppen der Kolpingsfamilie Waakirchen-Schaftlach gekommen. Der bestand diesmal aus einer Podiumsdiskussion in Kooperation mit unserer Zeitung.

Drei der Kandidaten sind schon lange in der Gemeindepolitik zu Hause. Markus Liebl (CSU) von Berufs wegen. Der 54-Jährige ist Geschäftsleiter der Gemeinde und hat – Wahl hin oder her – seinen Arbeitsplatz im Rathaus sicher. Sollte er nicht Bürgermeister werden, bleibe er Geschäftsleiter, erklärte er auf Nachfrage von Moderator Stephen Hank. Warum er überhaupt vom bequemen Beamtensessel auf den heißen Stuhl des Bürgermeisters wechseln wolle? Liebls Antwort kam schnell. Wenn man gezwungen sei, gegen den eigenen Rat gefasste Beschlüsse zu vollziehen, sei der Beamtensessel gar nicht so bequem, ließ Liebl wissen. Sein derzeitiger Chef, Bürgermeister Sepp Hartl (FWG), hörte es nicht: Er hatte sich wegen Krankheit entschuldigt.

Bürgermeisterwahl 2020 in Waakirchen: drei alte Hasen, drei Neulinge

Wenn Liebl keinen Wahlsieg erringt, wird vielleicht Norbert Kerkel (FWG) sein Chef. Der 55-Jährige ist seit 2014 Gemeinde- und Kreisrat, wurde auch als Landratskandidat gehandelt. Das politische Engagement liegt in der Familie: Sein gleichnamiger Vater war erst Bürgermeister, dann Landrat. 2014 hatte der Junior auch als Landrat kandidiert. „Aber meine Wurzeln habe ich in der Gemeinde“, erklärte Kerkel. Der Gemeinderat habe in dieser Legislaturperiode viele große Projekte angestoßen, die es nun zu beenden gelte.

Rudi Reber (59), Kandidat der ABV, trat schon 2014 mit achtbarem Erfolg als Bürgermeisterkandidat an. Neueinsteiger in der Kommunalpolitik sind Rainer Hölscher (55, FW), Andreas Kilian (31, SPD) und Cornelia Riepe (45, Grüne). Während Kilian als bekennendem Neuling die Materie eher fremd schien und Hölscher nicht sehr in die Tiefe ging, punktete die einzige Kandidatin mit guter Vorbereitung, viel Sachkenntnis und einem ganzen Bündel frischer Ideen. Um die Bürger mitzunehmen, müsse die Gemeinde die Information auch zu ihnen bringen – per E-Mail zum Beispiel.

Die großen Themen: Dorfmitte, Verkehr, Entwicklung

Was die großen Waakirchner Themen angeht – Dorfmitte, Verkehr, Entwicklung – schienen sich die Kandidaten weitgehend einig. Die Dorfmitte soll dem Bürgerentscheid entsprechend von der Dorfgemeinschaft entwickelt werden, Waakirchen ländlich bleiben. Es braucht mehr Rad- und Fußwege und vor allem ein Verkehrskonzept für die Region. Die gerade vom Gemeinderat abgelehnte Südumgehung wünscht sich keiner der Kandidaten. Hölscher hält weiter den Tunnel für die beste Lösung, Riepe fragt sich, ob eine Umfahrung überhaupt sein muss. Kerkel will wie Reber für die teils im Boden versenkte Vorzugstrasse kämpfen. Dem Bund die teure Lösung schmackhaft zu machen, werde nicht leicht. Schnelle Lösungen werde es nicht geben, weiß auch Liebl: „Es wird mehr als eine Legislaturperiode brauchen, um den gordischen Knoten zu durchschlagen.“

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