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Sepp Hartl findet: mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss.

Hartl will erst im Sommer über eine erneute Kandidatur entscheiden

Kommunalwahl 2020: Sepp Hartl macht’s spannend

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Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss, findet Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl. Ob er eine weitere Amtsperiode anpeilt, will er aber erst im Sommer entscheiden. 

Waakirchen– „Ich mache es immer noch so gerne“, sagt Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Und da sind die angefangenen Groß-Projekte. Das Gewerbegebiet, die Dorfmitte. „Die will ich eigentlich fertigmachen“, meint Hartl. Er fühlt sich fit genug für eine dritte Amtsperiode, auch wenn er im September 66 Jahre alt wird. Ganz knapp bleibt Hartl unterhalb der Altersgrenze, die eine Bürgermeister-Kandidatur verbietet. Aber ob er wirklich noch einmal seinen Hut in den Ring werfen will, ist noch nicht klar. Der plötzliche Tod seines Bürgermeisterkollegen Hans Schönauer habe ihn nachdenklich gemacht, bekennt Hartl: „Es kann so schnell alles vorbei sein.“ Erst im Sommer werde er über eine weitere Kandidatur entscheiden.

Die Frage wird auch sein, ob die FWG ihn noch einmal aufstellt. Unter Hartls Führung gab’s etliche Turbulenzen. Der Grundstückshandel zwischen der Gemeinde und FWG-Fraktionschef Andreas Hagleitner sorgte für viel böses Blut im Ort. Gegen Hartls Herzensprojekte Gewerbegebiet und Dorfmitte laufen Bürgerbegehren. Und es gibt in den Reihen der FWG auch Jüngere mit Ambitionen.

Gemeinderat Norbert Kerkel (54) etwa, der bei der Kommunalwahl 2014 für den Posten des Landrats kandidierte. Möglich, dass er noch einmal das Amt anstrebt, das sein Vater lange innehatte. Aber er wird auch als Bürgermeisterkandidat gehandelt. „Vorstellen kann ich mir alles“, sagt Kerkel zurückhaltend. Die FWG wolle bis zum Herbst zu einer Entscheidung kommen.

Aber auch Gemeinderätin Gisela Hölscher (53) strebt entschlossen ein Amt an. Dass sie viel Energie in den Wahlkampf stecken kann, hat sie bei der Landtagswahl 2018 bewiesen. Dort trat Hölscher als Direktkandidatin für die FWG an. Ihr ist unabhängig vom eigenen Engagement wichtig, dass sich mehr Frauen zur Wahl stellen: „Wir sollten in allen Gremien eine gute Mischung haben.“

Ob sie Bürgermeisterin werden will oder besser Landrätin? Noch lässt sich Hölscher nicht in die Karten schauen. „Ich könnte auch Bundeskanzlerin werden“, lächelt sie nur.

Rudi Reber (58) war der Überraschungskandidat der Kommunalwahl 2014. Er gründete die Aktive Bürgervereinigung (ABV) und trat gegen Hartl an. 27,37 Prozent holte Reber gegen den Amtsinhaber, seine ABV vier Gemeinderats-Mandate. Ein beachtliches Ergebnis, an das Reber anknüpfen will. „Die ABV wird auf jeden Fall einen Bürgermeisterkandidaten stellen“, macht er klar. Offen ist, ob Reber selbst erneut antritt. Er stelle sich zur Verfügung, doch vielleicht gebe es weitere Bewerber, meint Reber. „Das wird demokratisch entschieden.“

Wichtig ist für ihn aktuell eines: Die Debatte um die Projekte Dorfmitte und Gewerbegebiet soll vom Wahlkampf nicht belastet werden. Sollte es zu Bürgerentscheide kommen, werden sie wohl im Juni stattfinden. Bis dahin, findet Reber, darf die Kommunalwahl kein Thema sein.

Aber auch die CSU, die 2014 keinen Kandidaten aufgeboten hatte, wird 2020 einen Bewerber ins Rennen schicken. „Auf jeden Fall“, erklärt der Ortsvorsitzende Alfred Finger. Der CSU-Ortsverein positioniere sich bei einer Vorstandssitzung am 25. März. Dort werde es auch darum gehen, welche Gemeinderäte eine weitere Amtszeit anstreben. Ob er selbst als Bürgermeister antreten möchte, lässt Finger (51) offen: „Über all das müssen wir noch reden.“

Die Serie

Wie es ein Jahr vor der Kommunalwahl in den einzelnen Kommunen aussieht, welche Herausforderer die Fraktionen ins Rennen schicken wollen und welche Namen gehandelt werden, beleuchten wir in dieser Serie.

Lesen Sie dazu auch unseren Auftaktbericht. Dort finden Sie weitere Links zum Thema Kommunalwahl 2020 in den übrigen Städten und Gemeinden.

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