+
In perfekter Harmonie: Die fünf Musikerinnen und Sängerinnen begeisterten auf der Waakirchner Kleinkunstbühne mit Weihnachtsklängen aus aller Welt.

„Saitenklang und Nachtigallengsang“

Fünf Künstlerinnen sorgen auf Kleinkunstbühne für Furore

  • schließen

Der Andrang war riesig, der Abend voller Emotionen: Fünf Künstlerinnen sorgten auf der Waakirchner Kleinkunstbühne mit „Saitenklang und Nachtigallengsang“ für Furore. Das Publikum war begeistert.

Waakirchen – Da war er: für viele der erste wirkliche Weihnachtsmoment in dieser Adventszeit. Beschert hat ihn die Waakirchner Kleinkunstbühne mit „Saitenklang und Nachtigallengsang“.

Weihnachten ist, was man daraus macht. Das war die Botschaft, die am Freitagabend das Ensemble „Vielsaitig“ mit Christine Horter an der Harfe, Larissa Maria Bacher an der Geige und Lisa Schöttl an Hackbrett und Blockflöten sowie die beiden Nachtigallen Bärbel Pischetsrieder und Uschi Bommer für ihre 170 Zuschauer in der Schulaula hatten, die damit so gut besucht war wie nie zuvor. „Wir wurden regelrecht überfallen und haben sogar über einen Zusatztermin nachgedacht“, erzählte Hugo Eder von der Kleinkunstbühne und sprach den Zulauf dem großen Bekanntheitsgrad der Musikerinnen und Sängerinnen im Oberland zu.

Und auch diesmal wurde niemand enttäuscht: Die weihnachtliche Weltreise der Frauen begann in Bayern mit einer sensationell vielfarbigen Vorstellung ihres Stimmkörpers und führte instrumental nach Russland, Frankreich, Italien, Lateinamerika, Schweden und wieder zurück. Nachdem Lisa Schöttl von den aktuell in Sibirien herrschenden minus 30 Grad und Väterchen Frost, dem russischen Weihnachtsmann, berichtet hatte, klang ihr Hackbrett bei einem von „Kalinka“ und „Katjuscha“ inspirierten „Macht hoch die Tür die Tor macht weit“ wie eine Balalaika. Fasziniert von diesem großartigen musikalischen Bogen, klatschte das Publikum rhythmisch mit. Die russischen Weihnachtsklänge fesselten.

Mit den Nachtigallen und ihrem sensationellen „Blumenduett“ aus der Delibes-Oper „Lakmé“, bei dem sich Bärbel Pischetsrieder selbst übertraf, ging es weiter in Richtung Frankreich, wo Maria ihr Jesuskind mit „Entre le boeuf“ zärtlich in den Schlaf wiegte. Wunderwunderschön. Die französischen Weihnachtsklänge waren erhebend und besänftigend zugleich. Freudvoll, schnell, familiär ging es in Italien weiter, unter anderem mit einer Tarantella und dem dritten Satz der Hackbrett-Sonate. Auch hier spielten und sangen die Künstlerinnen in verschiedenen Kombinationen und spannen einen musikalischen, genreübergreifenden und musikhistorischen Bogen. Italienische Weihnachten? Eindeutig mitreißend!

Sodann pries Larissa Christina Bacher die Feiern an den Stränden ihrer lateinamerikanischen Heimat, wo bei 30 Grad ausgelassen getanzt wird – beispielsweise Tango. Ein Weihnachten voller Emotionen. Oder darf’s vielleicht ein bisschen mystischer und verzauberter sein, wie etwa in Schweden? Zu den dortigen Wichteln, zu Schnee und Pfefferkuchen entführten die Fünf via eines zarten, mit irischer Harfe begleiteten „Scarborough Fair“ (Simon & Garfunkel). Mit Gabriellas Song (aus dem Film „Wie im Himmel“) rührte Uschi Bommer das Publikum fast zu Tränen – es war der wohl emotionalste Moment des Konzerts, der mit stürmischem Applaus und Jubel goutiert wurde.

Fidel mit kleinen Tip-Tap-Schritten (Wichtellied „Mitternacht“) ging es anschließend hinauf zu den himmlischen Heerscharen und zurück in die Heimat. „Denn“, so ließ Christine Horter wissen, „Weihnachten ist doch am schönsten daheim“. Mit „Heasd as ned“ und „Es mog ned finsta wern“ entzündeten die Musikerinnen und Sängerinnen das heimatliche Weihnachtsgefühl, dem das Publikum am Ende geschlossen mit dem Andachtsjodler folgte.

ak

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schweizer ziehen Option fürs Jodbad 
Die Zitterpartie ist beendet: Laut Wiessees Bürgermeister Peter Höß hat das Schweizer Unternehmen SME die Option für das Jodbad-Gelände gezogen. Ende Januar ist …
Schweizer ziehen Option fürs Jodbad 
Während Ludwig-Erhard-Gipfel: Auto von Rottacherin angefahren
Der Vorfall muss sich während einer Veranstaltung im Seeforum am Freitag zwischen 7 und 12 Uhr ereignet haben. Die Polizei verdächtigt den Fahrer eines Lieferwagens oder …
Während Ludwig-Erhard-Gipfel: Auto von Rottacherin angefahren
Bürgermeisterwahl in Gmund: Darum darf Horst nicht kandidieren
Nur 14 Unterstützer auf der Unterschriftenliste und drei weitere Mängel bei der Einreichung des Wahlvorschlags. Warum der Gmunder Rechtsanwalt nicht fürs …
Bürgermeisterwahl in Gmund: Darum darf Horst nicht kandidieren
Die Stögmeierschanze in Finsterwald: Für immer im Tiefschlaf?
13 Jahre liegt   der letzte Bewerb auf der Stögmeierschanze in Finsterwald zurück. Seitdem ist die Skisprungtradition im Tegernseer Tal eingeschlafen. Es gibt einen, der …
Die Stögmeierschanze in Finsterwald: Für immer im Tiefschlaf?

Kommentare