Zeigen ihre Werke: (v.l.) Sandro Thomas, Michael Bachmann, Lizzie Hladik, Katharina Eisenberg, Stefan Schweihofer und Agnes Wieser.
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Zeigen ihre Werke: (v.l.) Sandro Thomas, Michael Bachmann, Lizzie Hladik, Katharina Eisenberg, Stefan Schweihofer und Agnes Wieser.

Künstler aus der Region eröffnen Ausstellung

„KunstStatt Pizza“ in Schaftlach: Kreativität füllt leere Räume

Am Bahnhof Schaftlach haben sich leere Räume mit Kreativität gefüllt: In der früheren Pizzeria stellen zwölf Künstler aus der Region aus.

Schaftlach – „Pippina, die Kurze“ war schon in Holland, Griechenland und Italien zu bewundern. Die aus buntem Glas geformte Giraffe gehörte zu einer internationalen Wanderausstellung, bei der Susanne Stubner die Skulptur in europäischen Städten zeigen konnte. „Glas hat mich schon immer interessiert“, sagt Stubner, „es ist sehr vielseitig und vielschichtig.“ Sie schwärmt geradezu davon: „Ich bin Glas, es steckt in mir drin.“

Seit Samstag ist Pippina Teil der Schau „kreativ – bunt – anders“ in der leer stehenden Pizzeria gegenüber dem Schaftlacher Bahnhof. Ehe das Gebäude abgerissen wird, können zwölf Frauen und Männer der neu formierten Gruppe „KunstStatt“ aus dem Landkreis Miesbach ihre Werke dort präsentieren.

Bob Marley im Streetart-Stil neben Heimatmotiven

Ein in Mischtechnik gefertigtes farbkräftiges Porträt Bob Marleys zeigt der Streetartmaler Sandro Thomas. „Es ist meine Widmung an ihn“, sagt der junge Künstler, der die Musik des vor 40 Jahren gestorbenen jamaikanischen Reggae-Sängers gerne hört. Thomas fühlt sich Marley auch deshalb verbunden, weil der Liedermacher kurz vor seinem Tode seine Krebserkrankung in Rottach-Egern behandeln ließ. Der Maler wurde wiederum am Tegernsee ausgebildet.

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„Vergebung“ hat Philomena Wieser ihr mit Acrylfarben auf Leinwand gemaltes Bild betitelt. Es zeigt eine in sich gekehrte Frau, deren gespreizte Finger einer Hand in die Finger einer aus dem Nichts ragenden Hand greifen. „Vergebung ist das einzige, was einen weiterbringt oder verändert“, erläutert Wieser zu ihrem Bild. Ihre Schwester Agnes malt farbenfroher. Sie ist bei der Ausstellung mit drei Werken vertreten, darunter die „Frau im Dschungel“, die mit der Pflanzenvielfalt geradezu verschmilzt. Gerti Vogel haben es Motive aus der Heimat angetan, etwa der Malerwinkel in Rottach-Egern oder das Alte Bad in Wildbad Kreuth, das sie in Aquarell malt.

Fotos, Gemälde und Skulpturen

Katharina Eisenberg versteht sich „mehr als Kreateurin denn als Künstlerin. Manchmal sehe ich ein Bild innerlich und muss es dann malen“, sagt sie über die Entstehung ihrer Werke. Zunächst seien ihre Arbeiten stark von Mode inspiriert gewesen. Inzwischen drücke sie aber noch mehr von ihrer Persönlichkeit in den Bildern aus, wie im gezeigten „Blumengeheimnis“. „Es handelt sich um eine sehr geerdete Frau im Einklang mit der Natur“, meint sie zu dem in Acryl auf Leinwand gemalten Bild mit dem charakteristischen Pflanzenwirbel.

Michael Bachmann widmet sich der fotografischen Kunst. Auf einer morgendlichen Tour durch Bad Wiessee ist ihm an einem Bootshaus der „Rest vom Fest“ ins Auge gestochen. Mehrere leere Weingläser, eines halb gefüllt, eine stehengelassene Bierflasche zeugen von feucht-fröhlichem Feiern. „Doch was bleibt am Tag danach vom Fest“, fragt sich Bachmann. Nur das, was auf dem Bild zu sehen ist, oder was man nicht sieht? „Freunde, der Fremde, der zum Freund wurde, gute Witze und schlechte Scherze.“

Natur und Figuren beschäftigen Lizzie Hladik in ihren Werken. „Das war von Anfang an für mich besonders interessant.“ Zwei ihrer Bilder zeigen Wasser im Fall. Tatsächlich ist viel Bewegung in den Werken, jedenfalls nichts Statisches. Eine Metallskulptur von ihr stellt ein Paar dar. Der Mann hält die Frau, ohne allzu viel Nähe drückt sie dennoch Zweisamkeit aus.

„Pippina, die Kurze“ muss indessen nicht mehr lange auf einen Partner warten. „Jorge, der Prächtige“ geistert schon im Kopf von Susanne Stubner herum. „Ich muss nur noch die Zeit finden, um ihn zu erschaffen.“

Ausstellung an den kommenden Wochenenden zu sehen

Die Ausstellung ist an den Wochenenden 10. bis 12. sowie 18. und 19. September jeweils von 17 bis 20 Uhr in der früheren Pizzeria am Michael-Schreiber-Weg 2 in Schaftlach zu sehen. Die Künstler sind abwechselnd vor Ort.

Paul Winterer

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