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Knapp an der Katastrophe vorbei: Bei dem Unfall im Dezember rutschte ein Heizöl-Laster in den Graben beim Angerbach.

Nach Unfall mit Heizöl-Laster

Knapp am Super-GAU vorbeigeschrammt: Leitplanken sollen Trinkwasser schützen

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Es hätte der Super-Gau sein können. Ein Heizöl-Laster rutschte im Dezember von der B 472 in den Graben, gefährlich nahe am Waakirchner Tiefbrunnen. Um ihr Trinkwasser zu schützen, fordert die Gemeinde jetzt Leitplanken.

Waakirchen – „Wir brauchen Sicherungsmaßnahmen“, forderte Balthasar Brandhofer (ABV) im Waakirchner Gemeinderat. Leitplanken seien das Mindeste. Sie hätten wohl verhindert, was die Waakirchner am 12. Dezember erschütterte: Ein Tanklastzug rutschte im Schopfloch von der B 472 in den Graben beim Angerbach (wir berichteten). Gefährlich nicht nur für den Fahrer, sondern auch für Waakirchner Trinkwasser. Zwar ist der gemeindliche Tiefbrunnen 870 Meter Luftlinie entfernt, aber der Angerbach fließt just in dem Graben neben der Straße. Gerät Öl in den Bach, ist das Waakirchner Wasser in größter Gefahr. „Das ist die Achillesferse“, sagt der Waakirchner Geschäftsleiter Markus Liebl.

Der Unfall im Dezember ging glimpflich ab. Der Lkw-Fahrer kam mit mittelschweren Verletzungen davon. Sein Lastwagen war fast leer, es strömte kein Öl aus. Die Katastrophenschutz-Mannschaften konnten wieder abrücken. Aufgrund des Gefahrguts hatte der Unfall einen Großalarm ausgelöst.

Doch der Schreck sitzt den Waakirchnern noch in den Knochen. Einmütig stimmte der Gemeinderat dem Antrag Brandhofers zu, beim Staatlichen Bauamt Leitplanken längs der Strecke zu fordern.

Kein ganz unproblematischer Wunsch, wie Bürgermeister Sepp Hartl (FW) anmerkte. Denn Leitplanken können bei einem Unfall auch zur Gefahr werden: Schleudernde Fahrzeuge rutschen dann nicht in die Wiese, sondern könnten in den Gegenverkehr krachen.

Dennoch will die Gemeinde auf die Sicherung durch stabile Planken bestehen. Denn ein Öl-Unfall in diesem Bereich wäre für sie der Super-Gau. Die Quelle im Schopfloch ist ihre einzige, die gesamte Trinkwasserversorgung hängt davon ab. Zwar will sich die Gemeinde jetzt für den Katastrophenfall rüsten und strebt einen Notverbund mit Greiling, Reichersbeuern und Bad Tölz an, doch ist der Schutz der Schopfloch-Quelle von höchster Bedeutung.

Den sollte eigentlich die Wasserschutzzone gewährleisten. Doch die ist immer noch nicht ausgewiesen. „Das Verfahren läuft“, erklärte Bürgermeister Hartl auf Nachfrage von Gwenny Kalch (SPD). Die erweiterte Zone dürfte auch Bereiche an der B 472 umfassen, die dann entsprechend gesichert werden müssen. Doch noch ist offen, wann das Verfahren zum Abschluss kommt. Aktuell liegt es auf Eis. Aus gutem Grund: Waakirchen plant einen zweiten Brunnen im Schopfloch. Der muss bei der Ausweisung des Schutzgebiets ebenfalls berücksichtigt werden. „Das hinterher einzupflegen, wäre sehr aufwendig“, erklärt Geschäftsleiter Liebl.

Mit der Sicherung der Strecke im sensiblem Gebiet will die Gemeinde aber nicht warten. „Da brauchen wir auch endlich einen Geschwindigkeitstrichter“, meinte Hartl. Er wusste auch Neues über die Unfallursache zu berichten: Offenbar habe ein Hustenanfall den Fahrer des Tanklasters außer Gefecht gesetzt.

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