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Horst Leckner bei einem Schachturnier in Bad Wiessee.

Horst Leckner stellt Mittelschulprojekt vor

Mit Schach das Potenzial der Kinder wecken

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Schulschach gab‘s bisher nur an den Grundschulen, Realschulen und Gymnasien des Landkreises. Die Mittelschulen blieben außen vor. Das will der Verein Schulschach nun ändern. 

WaakirchenSchach ist mehr als nur ein Spiel. „Es geht darum, das Potenzial der Kinder zu wecken“, sagt Horst Leckner, Vize-Vorsitzender des Vereins Schulschach. Wie berichtet, hat der Verein Stipendien an 15 Mittelschüler vergeben. Dieses Projekt stellte Leckner im Waakirchner Gemeinderat vor. Nicht um Geld zu sammeln, wie er betonte. Er wolle ein Bewusstsein für die Bedeutung des Schulschachs schaffen, in Waakirchen und auch in anderen Gemeinden, denen er in der nächsten Zeit noch seinen Besuch abstatten wolle, kündigte Leckner an.

Bürgermeister Sepp Hartl (FW) begrüßte ihn herzlich: Die beiden sind Cousins. In Waakirchen hat der Verein auch

eine Heimat gefunden, die jungen Schachspieler können im Jugendraum bei der Turnhalle trainieren.

Seine Heimatgemeinde unterstütze damit das größte Jugendprojekt des Landkreises, ließ Leckner den Gemeinderat wissen. 700 Schüler nähmen an den Schachkursen teil, zusätzlich kämen rund 150 Kindern zum Fördertraining. An allen Grundschulen des Landkreises sei der Verein tätig, ebenso an den Realschulen und Gymnasien. Nur zur Mittelschule konnte der Verein bislang keine festen Bande knüpfen. Die sollen nun mit den Stipendien wachsen.

Wie sehr ihm dies am Herzen liegt, ließ Leckner spüren, als er von einem acht Monate währenden Versuch an der Mittelschule Miesbach berichtete. Im Jahr 2014 war das, Leckner unterrichtete auf Wunsch des Schulleiters eine sechste Klasse in der Kunst des königlichen Spiels. Die Kinder kamen – anders als zu den Kursen – nicht freiwillig und waren am Anfang kaum interessiert. Mit der Zeit hätten sich aber immer mehr Kinder auf den Unterricht gefreut, berichtete Leckner. Und seine Schützlinge kamen ihm immer näher. „Ich habe Kinder kennengelernt, die sich als Versager fühlen und überhaupt kein Selbstvertrauen haben“, erklärte Leckner. In der sechsten Klasse, wenn der Übertritt auf Realschule oder Gymnasium außer Sicht ist, hätten manche Kinder resigniert: „Gerade aus diesem Kreis stammt viel Potenzial für Hartz IV und Karrieren, die wir nicht brauchen.“ Dabei, versicherte Leckner, werde an den Mittelschulen hervorragende Arbeit geleistet.

Der Schachunterricht habe das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt. „Sie haben gesehen, dass sie auch etwas können.“ Noch zwei Jahre nach dem achtmonatigen Experiment habe er zu Weihnachten und Ostern Kartengrüße von der Klasse bekommen.

Eine Wiederauflage gab es nicht. Der Verein habe ans Kultusministerium geschrieben und um eine Förderung gebeten, berichtete Leckner. „Aber das hätten wir uns sparen können.“ Es gab kein staatliches Geld, was Leckner für „kurzfristig gedacht“ hält. Schließlich wende der Landkreis im Jahr sieben Millionen Euro für verhaltensauffällige Kinder auf, meinte Leckner. Prophylaktisch werde leider nur wenig getan.

Mit Hilfe des Lions Clubs am Tegernsee kann der Verein Schulschach nun das Stipendiaten-Projekt finanzieren. Rund 1500 Euro kostet die Schachunterricht pro Kind im ersten Jahr, 1000 Euro ab dem zweiten Jahr. Die Differenz erklärt sich mit dem Tablet, das im ersten Jahr angeschafft wird.

Die Stipendiaten stammen von den drei großen Mittelschulen des Landkreises: Rottach-Egern, Miesbach, Holzkirchen. Insgesamt gebe es im Landkreis aber sieben Mittelschulen, meinte Leckner. Er hoffe, das Projekt nach der Versuchsphase auf alle sieben ausdehnen zu können. Über den Nutzen könnten die Gemeinden „schon einmal nachdenken“, meinte Leckner – ohne über Zuschusswünsche zu sprechen. christina Jachert-Maier

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