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Streitpunkt im Waakirchner Ortsteil Berg: die Sendemasten des Mobilfunkbetreibers Vodafone. 

Erneuter Hilferuf an die Gemeinde

Kampf gegen Funkmast: Nachbarn fühlen sich im Stich gelassen

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Die Nachbarn der neuen Mobilfunkanlage im Waakirchner Ortsteil Berg fühlen sich von der Gemeinde im Stich gelassen. Sie haben erneut einen Hilferuf verfasst.

Waakirchen – Das Unternehmen Vodafone hat Fakten geschaffen: Wie geplant und angekündigt, wurde die bereits bestehende Mobilfunk-Sendeanlage auf dem Dach des landwirtschaftlichen Anwesens von Familie Hort im Waakirchner Ortsteil Berg aufgerüstet. Ein mobiler Sendemast, der vorübergehend direkt vor dem benachbarten und denkmalgeschützten Hof von Familie Hornsteiner installiert war, steht noch. Und zwar so lange, bis die aufgerüstete Anlage voll funktioniert.

Seit die mobile Anlage mit dem knallroten Sockel im Mai 2019 aufgefahren wurde, gibt’s Protest. Losgetreten wurde er von Familie Hornsteiner, die eine Bürgerinitiative anstieß und 618 Unterschriften gegen den Masten sammelte. Mehrmals schon beschäftigte der Streit den Gemeinderat mit der Folge, dass sogar ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde. Das Ergebnis lag im November im Gemeinderat vor und ergab: Die Abstrahlungswerte des mobilen Sendemasten würden die in Deutschland gültigen Grenzwerte nicht nur einhalten, sondern weit unterhalb dieser Grenze liegen. Allerdings wurde eine Nachmessung beschlossen, sobald die Sendeanlage auf dem Dach funktioniere.

Protest gegen Mobilfunkmast: „1300 Euro fürs Nichtstun“

Familie Hornsteiner lässt nicht locker. Tochter Agnes Mania und ihr Mann Volker wandten sich erneut mit einer ausführlichen und emotionalen E-Mail an die Gemeinde. Der Brief war ein Hilferuf: über den nun erfolgten Wertverlust des denkmalgeschützten Hofs, über die optische Beeinträchtigung, gesundheitliche Gefahren, drohende Kosten für nötige Baubiologen zur Abschirmung der Strahlung und das, was wohl noch kommen werde – nämlich Technik für die fünfte Generation (5G). Auf 4G-Standard wurde die Anlage auf dem Dach gerade aufgerüstet. Die Verfasser des Schreibens nahmen kein Blatt vor den Mund und kritisierten die Entscheidung der Nachbarn, mindestens 1300 Euro pro Monat für eine Sendeanlage auf dem Dach – „also fürs Nichtstun“ – zu kassieren. „Da muss man sich schon fragen, warum die sich nicht Gedanken über andere Möglichkeiten des Broterwerbs machen?“, so Agnes und Volker Mania. Sie fühlen sich von der Gemeinde im Stich gelassen. „Früher war es hier idyllisch, jetzt schaut’s aus wie in einem Gewerbegebiet. Wir sind sehr enttäuscht.“ Letztlich forderten sie die Gemeinde auf, aktiv zu werden.

Mobilfunkmast: Gemeinde sind die Hände gebunden

Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) äußerte einerseits Verständnis. Ja, der mobile Mast sei alles andere als lustig. Es tue ihm leid für die Familie, „aber wir hatten einen Experten da, und die Gemeinde kann nichts machen.“ Auch wiederholte er die Rechtslage. Demnach sei nichts einzuwenden, wenn der Mast nicht höher als sieben Meter sei. „Uns sind die Hände gebunden“, so Hartl.

Rudi Reber (ABV) warf einen Blick aufs benachbarte Tegernseer Tal, wo der Gemeinderat Bad Wiessee einem Ausbau des 5G-Netzes kritisch gegenüber steht und sich Bürger für ein 5-G-freies Tegernseer Tal engagieren. Ein 5G-freier Landkreis sei auch eine Idee, die man sich überlegen könne. „Wir müsse schauen, wo die Reise hingeht und sich die 5G-Entwicklung nicht negativ für uns auswirkt“, formulierte Reber.

Lesen Sie hier: Auch Rottach-Egern ist kritisch

Ob sie den Gang vors Verwaltungsgericht wählen, die letzte Möglichkeit, die Hartl sieht, ist für Familie Hornsteiner noch offen. In jedem Fall will sie einen Anwalt kontaktieren, um ein Schreiben für eventuelle Haftungs-Fragen zu verfassen.

Was die angekündigten Nachmessungen betrifft, die laut Gemeinde-Geschäftsleiter Markus Liebl dann erfolgen sollen, wenn Vodafone den Betrieb der neuen Anlage offiziell bestätigt, so hat Irene Hornsteiner wenig Hoffnungen. Die ersten Messungen habe zwar ein staatlich beauftragter Gutachter durchgeführt, doch sie gehe davon aus, dass auch beim nächsten Mal nichts herauskomme. „Die Grenzwerte sind in Deutschland so hoch angesetzt, dass die Betreiber immer auf der sicheren Seite sind.“

gr

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