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Auf der Straße müssen bislang die Kinder in Piesenkam spielen. Einen Spielplatz gibt es nicht. Das soll sich nach dem Willen von Sophia Cassar und anderer Eltern ändern.

Suche nach Grundstück in Piesenkam 

Mutter kämpft weiter um Spielplatz

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Ein Spielplatz für Piesenkam. Das ist der Herzenswunsch von Sophia Cassar (36) und vieler anderer Eltern. Doch bislang waren alle Bemühungen vergeblich. Es scheitert am passenden Grundstück. 

Piesenkam– Schon im Oktober vergangenen Jahres hatte Sophia Cassar, Mutter zweier kleiner Buben, mit einer plakativen Aktion auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Sie trommelte Nachbarn sowie andere Mamas und Papas zusammen, die gemeinsam mit ihrem Nachwuchs demonstrierten, wie wichtig ihnen ein eigener Spielplatz für Piesenkam wäre. Doch die Aktion lief ins Leere, konkret passiert ist seither nichts. Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) machte deutlich, dass ein Grundstück für die gewünschte Spielfläche kaum zu finden sei, zudem verwies er auf die Pläne des Golfplatz-Betreibers in Piesenkam, im dortigen Bereich einen Spielplatz zu verwirklichen.

Nachdem sich dieses Vorhaben aber nun offenbar weiter verzögert, will Cassar noch einmal die Initiative ergreifen. „Herr Hartl hat mir gesagt, wenn ich ein passendes Grundstück finde, würde die Gemeinde einen Spielplatz drauf bauen“, berichtet die 36-Jährige. Die Mutter will den Bürgermeister nun beim Wort nehmen – und hat die Suche nach einem geeigneten Areal gestartet. Vielleicht könne ja ein Landwirt ein Grundstück für den Piesenkamer Nachwuchs zur Verfügung stellen, meint sie. Bei allem Einsatzwillen zeigt sich Cassar vom Verhalten der Gemeinde enttäuscht: „Es ist schon ein Armutszeugnis, dass die Gemeinde die Suche nicht selbst in die Hand nimmt.“

Der Bedarf, so ist sich die engagierte Bürgerin sicher, ist vorhanden. Abgesehen von den privaten Gärten gebe es in Piesenkam und der näheren Umgebung keine Spielmöglichkeiten für die Kinder. Cassars eigene Söhne werden im Mai vier und eins, sind daher also im besten Spielplatz-Alter. Aber auch für ältere Kinder wäre ein ortsnaher Spielplatz ein guter Treffpunkt, den sie selbstständig aufsuchen könnten, findet die Piesenkamerin.

In der Sache möchte ihr Bürgermeister Sepp Hartl da gar nicht widersprechen. Er würde einen Spielplatz in Piesenkam „total gerne verwirklichen“, erklärt er auf Nachfrage. Dabei scheitere es auch nicht am Geld, sondern vielmehr am Grundstück, das innerorts für diesen Zweck nicht zu bekommen sei. Aber macht es dann überhaupt Sinn, eine Bürgerin auf die Suche zu schicken? „Mütter sind untereinander oft gut vernetzt, vielleicht hören die eher mal was“, meint der Rathaus-Chef. Er glaubt, dass der Gemeinderat die Anschaffung der Spielgeräte selbst durchaus befürworten würde. Auch wenn der geplante Spielplatz am neuen Golfplatz auf jeden Fall kommen werde. „Das hat sich nur verzögert, weil der Bebauungsplan noch nicht endgültig durch ist“, erklärt Hartl. Der Golfplatz ist zwar mittlerweile in Betrieb, das Bebauungsplan-Verfahren aber noch nicht abgeschlossen.

Ob dieser Spielplatz – geplant beim so genannten Schwaighofer-Stadel – dann die ideale Lösung für die Piesenkamer Familien sei, bezweifelt auch Hartl. „Der ist von der Ortsmitte natürlich schon ein Stück entfernt“, räumt der Bürgermeister ein.

Beibt also die Hoffnung, dass sich doch noch ein Areal für die Kinder finden lässt. Immerhin darf sich Waakirchen derzeit über geburtenstarke Jahrgänge freuen: 64 kleine Neubürger waren der Gemeinde 2017 beschert. „Ein Traum“, sagt Hartl.

Lesen Sie auch über die Übernahme des Birdie-Golfplatzes in Tegernsee durch den Golfplatz Piesenkam und den Bericht über den kuriosen Namens-Streit der beiden Golfclubs Piesenkam und Bad Wiessee

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