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Die Erschließung des neuen Gewerbegebiets erfolgt über ein Straße mit Wendehammer. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen. 

Vorschlag wird geprüft 

Nahwärme und Hackschnitzel-Heizwerk fürs Waakirchner Gewerbegebiet?

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Kurz vor dem Baubeginn im neuen Waakirchner Gewerbegebiet wird nun geprüft, ob es über ein Hackschnitzelheizwerk mit umweltfreundlicher Wärme versorgt werden kann.

Waakirchen – Es war CSU-Gemeinderat Johann Glonner, Landwirt und Zimmerer, der das Thema ins Spiel brachte. Auf nachhaltige Energien zu setzen, stünde der Gemeinde Waakirchen gut an, meinte er am Ende der Januar-Sitzung unter dem Punkt „Verschiedenes“. Sein Vorschlag: Die Betriebe im neuen Gewerbegebiet am Brunnenweg könnten über ein Hackschnitzelheizwerk mit aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugter Wärme versorgt werden. Dazu müsste ein Nahwärmenetz geschaffen werden.

Die Idee kommt spät ins Spiel. Der Erschließungsplan wird bereits erstellt, die Verhandlungen mit den Grundstücks-Bewerbern sind teils abgeschlossen, teils weit fortgeschritten. Trotzdem greift Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) die Idee eines Nahwärmenetzes auf. Zur nächsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 11. Februar, wird ein Vertreter des Irschenberger Unternehmens MW Biomasse über die Möglichkeiten informieren.

Interesse der Bauwerber ist Voraussetzung 

Denkbar ist die Umsetzung Hartl zufolge aber nur, wenn sich die Bauwerber für die Idee gewinnen lassen. Einen Anschlusszwang werde die Gemeinde nicht anordnen. „Wir wollen niemandem etwas aufdrücken“, erklärt Hartl. Den Einsatz von regenerativer Energie halte er aber für gut.

Die Entwicklung der 50 000 Quadratmeter großen Fläche am Brunnenweg schreitet unterdessen gut voran. Regie führt hier die Gemeinde allein. Sie hat das gesamte Areal erworben und verkauft die Flächen nun an die Bauwerber weiter. Dies mit einem ordentlichen Gewinn, wie Hartl deutlich macht.

Über die Vergabe der Grundstücke entscheidet ein Ausschuss des Gemeinderates. Mit dem bisherigen Ergebnis ist Hartl mehr als zufrieden. „Wir haben sehr gute Firmen gewonnen“, meint der Bürgermeister, ohne Namen zu nennen. Klar ist allerdings, dass die Firma Biolink definitiv nicht dabei ist. Wie berichtet, hatte der am Brunnenweg ansässige Klebemittelhersteller einst den Anstoß gegeben, das bestehende Gewerbegebiet zu erweitern. Weil das Unternehmen am Standort neu bauen wollte, boxte Hartl 2015 im Miesbacher Kreistag die Herausnahme der Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet durch. Inzwischen gehört Biolink zu dem französischen Konzern Saint Gobain und hat die Neubaupläne in Waakirchen fallen lassen. Das Unternehmen nutzt weiter von der Firma Rixner gepachtete Gebäude und hat wegen großer Platznot Container aufgestellt.

Ein Grundstück im Gewerbegebiet ist schon verkauft 

Mangel an Grundstücks-Interessenten besteht Hartl zufolge jedoch nicht. Etwa zehn Unternehmen, fast alle aus der Region, wollten sich ansiedeln. Ein Grundstück sei bereits verkauft, für einen zweiten Verkauf würden gerade die Notarverträge vorbereitet. „Ich denke, dass bis zum Sommer alle Grundstücke weg sind“, meint Hartl. Auch die teuren Flächen fänden guten Absatz. Der Preis für einen Quadratmeter Grund im Gewerbegebiet liegt zwischen 250 und 380 Euro. Laut Hartl siedeln sich zum Beispiel ein Metallverarbeiter und eine Firma für sanitäre Anlagen an.

Erschließungsarbeiten beginnen im Frühjahr 

Die Erschließung des Gewerbegebiets geht mit dem Ausbau des Brunnenwegs einher. Letzterer soll Fußgängern und Radfahrern mehr Sicherheit bieten. Oberstes Ziel ist es, die Durchfahrt des angrenzenden Wohngebiets unattraktiv zu machen. 2019 hatten Anwohner ein Bürgerbegehren gestartet, weil sie die Zunahme des Verkehrs durch die Erweiterung des Gewerbegebiets fürchten. Das Begehren erwies sich als nicht zulässig, den Bedenken will die Gemeinde aber Rechnung tragen.

Geht jetzt alles nach Plan, können die Erschließungsarbeiten im Frühjahr beginnen. Der erste Betrieb könnte seinen Spatenstich Hartl zufolge im Sommer setzen.

Lesen Sie auch:  Bürgerbegehren zum Gewerbegebiet für unzulässig erklärt

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