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Die neue Verbindungsstraße zum Gewerbegebiet am Brunnenweg (im Hintergrund) ist seit November befahrbar. Ein altes Straßenstück (Fläche im Vordergrund) wurde als Ausgleich renaturiert.

Schwerlaster sollen aus Wohngebieten verschwinden

Neue Straße: Leitsystem für Lkw geplant

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Waakirchen - Eine neue Straße verbindet Schaftlach und Waakirchen. Gebaut wurde sie vor allem, um Wohngebiete vom Lkw-Verkehr zu befreien. Damit das gelingt, ist noch ein Leitsystem geplant.

Die neue Straße zwischen Waakirchen und Schaftlach hat nun auch einen Namen: Hemerlohstraße. Darauf hat sich der Waakirchner Gemeinderat in seiner Sitzung geeinigt. Rudi Reber hätte sie allerdings lieber Gewerbestraße genannt. „Das ist doch am klarsten“, argumentierte der ABV-Gemeinderat. Letztlich fiel die Entscheidung für den alten Flurnamen Hemerloh einstimmig.

Dass die neu gebaute Straße vor allem ein Zubringer fürs Gewerbegebiet am Brunnenweg ist, steht außer Frage. Wie unsere Zeitung berichtete, ist die 900 Meter lange Straße seit November befahrbar. Offiziell eröffnet wird sie allerdings erst im Frühjahr, wenn es wärmer ist. „Denn wir wollen das schon ordentlich feiern“, sagt Bürgermeister Josef Hartl (FWG).

Schließlich hat die Gemeinde für den Bau der neuen Straße lange gekämpft. Vor allem, weil der Schwerlastverkehr zu den Betrieben am Brunnenweg – zum Beispiel Bichl und Biolink – bis dahin durch die Wohngebiete rollte. Insbesondere die Bewohner der Waakirchner Edelweißstraße, des Enzianwegs und des Brunnenwegs hatten darunter zu leiden.  „Es ist jetzt viel besser geworden“, freut sich CSU-Gemeinderat Georg Rausch, der in der Edelweißstraße wohnt. Die neue Straße bedeute eine deutliche Entlastung für die Anwohner.

Allerdings fahren noch immer etliche Lastwagen durchs Wohngebiet. Aus Gewohnheit oder weil es kürzer ist. Damit sich das ändert, will die Gemeinde Schwerlastern die Durchfahrt verbieten. „Wir arbeiten an einem Leitsystem“, berichtet Hartl. Schilder sollen den Lkw-Fahrern den Weg über die neue Straße zu den Betrieben am Brunnenweg weisen, sowohl von Waakirchen als auch von Schaftlach aus. Zudem sind Tonnage-Beschränkungen geplant, die den Schwerlastern die Fahrt durch Wohngebiete verbieten. Im Detail wird das Konzept gerade mit dem Landratsamt erarbeitet. Bis zum Frühjahr sollen die Schilder stehen.

Die Hermerlohstraße bindet eine Gewerbefläche an, die neuerdings noch viel Raum bietet, nachdem der Landkreis einer Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet zugestimmt hat. Dabei dient sie auch der Verbindung der Gemeinden Schaftlach und Waakirchen. Ein altes Straßenstück, etwa 200 Meter lang, wurde im Gegenzug wieder renaturiert, als ökologischer Ausgleich. Es handelt sich um eine Verbindung zwischen Schaftlach und Point. Der Asphalt ist verschwunden, geblieben ist ein unbefestigter Kiesweg. Dort soll Magerrasen wachsen. Es ist nicht geplant, Humus aufzuschütten. „Die Natur holt sich die Fläche einfach so zurück“, meint Bürgermeister Hartl.

Der Gemeinde kommt es gelegen, dass der Rückbau des Straßenstücks von den Behörden als Ausgleich für die Flächenversiegelung durch die neue Straße akzeptiert wird. Unterdessen wünschen sich etliche Schaftlacher, dass dort ein ordentlich ausgebauter Rad- und Fußweg entsteht. Im Gemeinderat brachte dies Monika Marstaller (FWG) zur Sprache. Hartl winkte ab. Darüber habe man – während Marstallers krankheitsbedingter Abwesenheit – doch schon geredet, meinte er. Es bleibe dabei: Das neue Grün diene als Ausgleichsfläche. „Sind wir doch froh, dass der Weg dort so ist wie er ist.“

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