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Das Gewerbegebiet Krottenthal ist etwa zur Hälfte gefüllt.

Zwei Gewerbegebiete in der Gemeinde Waakirchen

Neue Unternehmen sollen Zukunft sichern

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Das  Gewerbegebiet Krottenthal wächst. Der Waakirchner Bauausschuss segnete die Ansiedlung von zwei weiteren Unternehmen ab. Parallel treibt die Gemeinde die Vermarktung ihres Gewerbegebiets am Brunnenweg voran.

Waakirchen – Neun Unternehmen haben sich schon ins Gewerbegebiet Krottenthal eingekauft, 15 bis 16 dürften es werden. „Ich denke, dass zum Jahresende alles soweit über die Bühne ist“, meint Johann Pichler. Ihm gehören fast alle Flächen, die nun zum Industriegebiet werden. 30 000 Quadratmeter nahe der Krottenthaler Alm, in der Pichlers Großvater schon 1920 Käse machte. Der Bauernhof der Pichlers stand damals in Kreuzstraße. In den 60er-Jahren musste die Familie den Hof für eine Umgehungsstraße abreißen, die nie gebaut wurde. Die Pichlers siedelten nach Krottenthal über. Die Alm ist heute ein Gasthof, eine Landwirtschaft gibt es nicht mehr. Pichler betreibt einen Agrarservice – und vermarktet seine Flächen. Seit 2015 ist das Gewerbegebiet als solches ausgewiesen. Darum hatte die Gemeinde Waakirchen seit 2007 gerungen (wir berichteten).

Jetzt geht’s dort Schlag auf Schlag. Im Bauausschuss lagen gleich zwei Bauanträge auf dem Tisch. Die Holzkirchner Gerüstbau-Firma Steinel plant eine Lagerhalle mit 674 Quadratmeter Fläche, dazu eine Lagerfläche sowie die Aufstellung von acht überdachten Containern. Gleich gegenüber will die Hartpenninger Zaunbau-Firma Wölkl ebenfalls eine Halle errichten. Im Gebäude soll auch eine Betriebsleiter-Wohnung entstehen.

Der Bauausschuss befürwortete beide Bauvorhaben. Einige Details – Einfriedungen, Vordach, Stellplätze – beschäftigten den Ausschuss noch, gravierende Einwände gab’s nicht. Was noch zu klären war, durfte Pichler persönlich im Bauausschuss erläutern. Zuvor hatte sich das Gremium schon bei einem Ortstermin informiert.

Was die Auswahl der Unternehmen angeht, hat die Gemeinde in Krottenthal ohnehin nichts mitzureden. Beim neuen Gewerbegebiet am Waakirchner Brunnenweg, fünf Hektar groß, ist das anders. Hier hat die Gemeinde inzwischen alle Flächen in ihren Besitz gebracht und kann sie in eigener Regie vergeben. Die Investitionen spiegeln sich im am Dienstagabend verabschiedeten Haushalt wider. 120 000 Euro sind 2018 für den Grunderwerb eingestellt – ein Restbetrag. 2017 war bereits eine Million Euro fällig.

Auch um die Ausweisung dieses Gewerbegebietes hat die Gemeinde gekämpft. Auslöser war der Wunsch des am Brunnenweg ansässigen Unternehmens Biolink, einen Neubau hochzuziehen. Inzwischen ist alles anders. Biolink machte einen Rückzieher, dafür meldeten andere Unternehmen Interesse an. Nun hat zwar auch Biolink seine Fühler erneut ausgestreckt, aber die Waakirchner sind vorsichtig geworden. „Wir machen jetzt keinen Schnellschuss“, erklärt Bürgermeister Sepp Hartl (FW). Die Gemeinde will unter den Bewerbern eine sorgsame Auswahl treffen. Dazu hat der Gemeinderat einen Vergabeausschuss ins Leben gerufen. Alle Fraktionen sind vertreten, zudem lässt sich das Gremium von der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) des Landkreises beraten. Einmal hat sich der Ausschuss bereits getroffen und Eckpunkte gesetzt. In den nächsten Wochen will das Gremium einen Kriterienkatalog für die Vergabe der Gewerbegrundstücke erstellen, eine Empfehlung zur Erschließungsplanung wurde erarbeitet. Bis zum Herbst sollte dies festgezurrt sein. Aktuell kann die Gemeinde ohnehin nicht loslegen: Das Bebauungsplanverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

„Wir wollen Arbeitsplätze, Lehrstellen für unsere Kinder und Steuern für die Gemeinde“, macht Hartl klar. Aber keine riesigen Discounter, Hallen oder Garagen für Oldtimer. Um das sicherzustellen, wolle sich die Gemeinde für die Vermarktung ihres Gewerbegebiets die nötige Zeit nehmen. Schlie

ßlich werde es auf längere Sicht kein weiteres mehr geben, so Hartl. Es gelte, eine Chance zu nutzen: „Wir müssen sehen, wo unser

e Leute arbeiten und lernen können.“

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