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Markus Hoppe braut nicht nur „wuide“ Biere. Am Dorffest hatte ein Helles Premiere, das von den Waakirchnern bewertet werden konnte.  

Der Waakirchner Markus Hoppe 

Ein Brauer auf Wolke sieben

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Markus Hoppe (27) könnte man im Augenblick buchstäblich als Überflieger der Craft-Bier-Brauer-Szene bezeichnen. Warum das so ist - und weitere bodenständige Nachrichten des Waakirchners.

Waakirchen – Wer derzeit in einem Eurowings-Flugzeug über den Wolken schwebt, bekommt im Board-Magazin Wings auf neun Seiten eine Reportage über Markus Hoppe serviert, den trendigen Craft-Bier-Brauer aus Waakirchen. „Das ist der Hammer und einfach genial, dass ich auf diese Weise so viele Leute erreiche“, findet der 27-Jährige. Das Interesse an regionalen Themen bestärke ihn in seinem Handeln.

Während Hoppe also salopp gesagt auf Wolke sieben schwebt, wird er in seiner Heimat Waakirchen allerdings auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Wie berichtet, plant der junge Brauer eine Schaubrauerei mit Gasthof und Biergarten am Ortsrand von Waakirchen, von Bad Tölz kommend. Hier will er zeigen, wie seine handgemachten Biere (Craft Bier) entstehen, für die er anfangs in der Garage seiner Eltern experimentierte und die er seit 2010 beim Wildbräu in Grafing bei München braut. In Waakirchen soll künftig produziert werden, die Abfüllung bleibt in Grafing. Der Gemeinderat hat den Plänen schon zugestimmt, das Genehmigungsverfahren läuft. 

Bau der Schaubrauerei verzögert sich

Doch diese Prozedur dauert länger, als Hoppe geplant hat. „Der Flächennutzungsplan muss geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden, das dauert“, hat Hoppe inzwischen gelernt. Ursprünglich wollte er im Juli mit der Realisierung der Pläne beginnen, 2018 sollte Eröffnung sein. „Daraus wird nichts“, weiß Hoppe jetzt. Dieses Jahr sei der Bau definitiv nicht zu realisieren. Er peilt 2018 als Baubeginn an, „das ist fix.“ Auch nicht so schlimm, meint der Bauherr, „dann muss ich jetzt noch kein Geld aufnehmen, sondern kann noch sparen.“

Derweilen arbeitet Hoppe weiter an seinem Sortiment, und das ist bekanntlich ein „wuides“: Zur Serie „Wuid“ mit dem Bier „Wuida Hund“, „Wuide Hehna“, „Wuidsau“, „Voglwuid“ und „Fuchsteufelswuid“ kommt vor Weihnachten wieder die Edelbier-Serie. Ab 1. November ist es soweit. „Das 2017er ist gereift in Slyrs-Whiskey-Fässern, die zwölf Jahre belegt waren“, kündigt Hoppe an.

Premiere für das neue Helle

Und noch eine Neuigkeit hat er den Waakirchnern jüngst präsentiert: Beim Dorffest hatte das Hoppebräu-Hell Premiere. Es soll ein Versprechen gewesen sein: Wenn er seine Schaubrauerei bauen darf, dann gibt’s zum Dorffest ein Helles. Hoppe hielt Wort, auch wenn das Bier erst kurz vor dem Dorffest in Halbe-Flaschen mit einem Sonder-Etikett gefüllt wurde. „Ein vollmundiges bayerisches Helles mit einer schönen Aromahopfennote“, charakterisiert der Waakirchner seinen Gerstensaft und versichert: „Der Hopfen kommt ausschließlich aus der Hallertau.“ 

Das Dorffest war ein Testlauf: Jeder konnte einen Flyer ausfüllen und am Stand abgeben oder das Bier im Internet bewerten. In den nächsten Wochen wird Hoppe die Ergebnisse auswerten und das nächste Bier auf Basis der Kundenbewertung brauen. „Verändert werden dann freilich nur Nuancen“, so Hoppe. Es werde kein völlig anderes Bier sein als der erste Sud. Allerdings soll es drei Testsude geben.

Das finale Bier soll dann im nächsten Jahr verkauft werden. Ebenso wie das Weißbier und andere bayerische Bierspezialitäten, die künftig jedes Quartal auf den Markt kommen sollen. „Dann, wenn meine neue Brauerei in Waakirchen steht“, sagt Hoppe.

gr

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