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Die Gemeindehäuser in Schaftlach waren das erste Projekt des Kommunalunternehmens. Das Foto entstand beim Richtfest im Juni 2016. 

Verwaltungsrat neu besetzt 

Neustart bei Waakirchner Kommunalunternehmen: Wie geht‘s beim Feuerwehrhausbau weiter?

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Zwei große Projekte hat die Wohnbaugesellschaft Waakirchen schon gestemmt,  der dritte Bau soll das Feuerwehrhaus sein. Über den künftigen Kurs des Kommunalunternehmens entscheidet der neue Gemeinderat im Juni. 

Waakirchen– Waakirchens neuer Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) nahm das Thema Kommunalunternehmen (KU) auf die allererste Sitzung des Gemeinderats. Dabei war ihm eines wichtig: Jede Fraktion soll im sechsköpfigen Verwaltungsrat vertreten sein. Um das hinzubekommen, verzichtete die FWG-Fraktion auf einen der beiden Sitze, die ihr rechnerisch zustehen. Dies fiel nicht allzu schwer, nachdem Kerkel als Bürgermeister der Vorsitz zusteht und er dem Gremium damit ohnehin angehört.

Sein Vorgänger Hartl hatte den Vorsitz Gemeinderat Andreas Hagleitner (FWG) überlassen. Mit der Amtszeit des Gemeinderats ist auch die Amtszeit des Verwaltungsrats beendet. Ein Punkt, der Hartl und Hagleitner zunächst nicht klar gewesen war (wir berichteten).

Alle Fraktionen im Verwaltungsrat vertreten

Die Entscheidung Kerkels, alle Fraktionen zu berücksichtigen, kam gut an. Neu-Gemeinderätin Cornelia Riepe (Grüne) lobte das Vorgehen ebenso wie Rudi Reber (ABV), der schon lange mit dabei ist. „Das Kommunalunternehmen hat sich zu einer tollen Sache entwickelt“, meinte Reber. Dabei war es bei seiner Gründung im Jahr 2015 heftig umstritten.

Einen Steckbrief des KU zeichnete Robert Englmann (CSU) als dessen Sprecher. Er erinnerte an die beiden bereits abgeschlossenen Projekte. Noch im Jahr der Gründung startete das KU den Bau zweier Gemeindehäuser in Schaftlach mit insgesamt acht Wohnungen. Seit 2016 sind sie als Flüchtlingsunterkunft an den Freistaat vermietet. Nach zehn Jahren endet der Vertrag, dann entscheidet die Gemeinde über die Vergabe der Wohnungen.

Das zweite Projekt war die Sanierung des alten Bahnhauses in Schaftlach. Seit Ende 2017 sind fünf Wohnungen zum günstigen Preis vermietet. Aktuell in Planung ist das neue Waakirchner Feuerwehrhaus, das am Kreisel in Hauserdörfl entstehen soll.

Verwaltungsräte hatten zusätzliche Aufgaben

Englmann erklärte auch die Struktur des KU. Es handelt sich um eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde, die über eigenes Vermögen verfügt und eigene Verpflichtungen eingehen kann. Ihre beiden Organe sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Als Vorstand und damit als Geschäftsführer fungiert seit Juni 2018 Luitpold Grabmeyer. Der Verwaltungsrat, der ausschließlich von Gemeinderäten besetzt ist, hat eigentlich nur eine beratende Funktion. Faktisch hätten die meisten Mitglieder des Verwaltungsrats aber zusätzliche Aufgaben übernommen, erklärte Englmann: Bauleitung, Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche Beratung. „Dies diente dazu, Ingenieurskosten und Anwaltskosten möglichst gering zu halten“, erklärte der Jurist.

Angestellter für Feuerwehrhausplanung

Ursprünglich sei das KU ohne Angestellten ausgekommen. Seit Januar 2020 beschäftigt die Wohnbaugesellschaft nun einen Ingenieur in Teilzeit. Es handelt sich um Thomas Schmidt, der vor allem mit der Planung des Feuerwehrhauses betraut ist. „Das KU ist auf den kreativen und engagierten jungen Planer im Rahmen der Errichtung der Brauerei von Markus Hoppe aufmerksam geworden“, erklärt Englmann. Der Arbeitsvertrag sei vorerst auf ein Jahr befristet.

Das Projekt Feuerwehrhaus ist weit vorangeschritten. Die Planung steht, die Ausschreibungen für die wesentlichen Gewerke sind vorbereitet. Für die Fortsetzung der Arbeit des KU – also Ausschreibung und Errichtung des Baus – bedürfe es jedoch eines entsprechenden Gemeinderatsbeschlusses, machte Englmann deutlich. Bürgermeister Kerkel will die Entscheidung über die Übertragung weiterer Leistungsphasen auf das KU auf die Tagesordnung der Juni-Sitzung nehmen.

Der Verwaltungsrat

CSU: Robert Englmann, Alfred Finger. FWG: Günther Jeske. Grüne: Cornelia Riepe. ABV: Rudi Reber. Wir/FW/SPD: Johannes Heiß.

Lesen Sie auch: WBW baut Feuerwehrhaus 

Norbert Kerkel wird Waakirchens neuer Bürgermeister

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