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Die Feuerwehr lässt Wasser auf den Parkplatz vor den Gemeindehäusern fließen.

Sepp will‘s wissen

Öffentlicher Schluckversuch: Kommt so das Wasser in den Keller?

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Sepp Hartl wollte endlich reinen Tisch und holte die Feuerwehr. Die ließ viel Wasser zum Haus der Familie Athes fließen. Jetzt ist ein Stück klarer, woher das Wasser in deren Keller kommt.

Waakirchen – Sepp Hartl hat ein handfestes Verständnis von Bürgernähe. Dass der Schaftlacher Martin Athes dem Waakirchner Rathauschef in vielen Schreiben und auch über unsere Zeitung vorgeworfen hat, er kümmere sich nicht um die Nöte der Familie, lässt Hartl nicht auf sich sitzen. Darum hat er zum öffentlichen Schluckversuch eingeladen, einem Test für den gemeindlichen Sickerschacht. Was für gewöhnlich Sache von Gutachtern ist, inszeniert Hartl gemeinsam mit Andreas Hagleitner, Chef des Kommunalunternehmens Wohnbaugesellschaft Waakirchen (WBW), als Spektakel fürs ganze Dorf.

Mit dabei: 25 Mann der Feuerwehren Schaftlach und Waakirchen, drei Tanklöschfahrzeuge, die zuständige Fachfirma, Ingenieur Attila Karpaty, Vertreter des Landratsamts und rund 100 Dorfbewohner.

Zu klären ist der Vorwurf, bei Regen rausche Wasser von den beiden WBW-Gemeindehäusern zum Haus von Martin Athes und seiner Mutter Elfriede. Dessen Keller ist unzweifelhaft nass. Mutter und Sohn Athes glauben, dass die Entwässerungsanlage der WBW nicht ausreicht. Das Kommunalunternehmen wiederum beteuert, es habe alles technisch Mögliche getan. „Aber wenn wir doch Schuld sind, dann bringen wir das in Ordnung“, versichert Hartl.

Zeigen soll es der Versuch, für den die Feuerwehr Parkplatz und Wiese rund um die beiden Gemeindehäuser fluten. Dort wohnen Flüchtlinge, die verwundert auf die Wasserströme schauen. Das Nass ergießt sich in die Gullys, fließt zum weit vom Haus der Familie Athes gelegenen Sickerschacht. Es rinnt auch den Michael-Schreiber-Weg entlang, wo ein Wulst im Asphalt ein Teil des Wassers aufs Athes-Grundstück lenkt. „Der Wulst kommt weg“, erklären Hartl und Hagleitner.

Im Sickerschacht der Gemeinde rauscht es schon, da schlägt Hartl vor, dass Martin Athes jetzt auch seinen eigenen Schacht testet. Athes stimmt zu. Feuerwehr und scharenweise Neugierige marschieren durch den gepflegten Vorgarten der Familie. Athes hebt den Deckel seiner Sickergrube, die Wehr lässt Wasser hinein strömen. In weniger als einer Minute läuft der Schacht über. „Und das Wasser verhockt“, stellt Hagleitner fest. Für Athes ist klar: Seinen Sickerschacht wird er nachbohren lassen. Ansonsten warte er auf das Urteil der Fachleute. „Ich bin heilfroh, wenn wir eine Lösung finden.“

Im Vorfeld des Spektakels hatte es auch Kritik gegeben: Der Bürgermeister führe Athes vor, lade zur Belustigung mit Bier und Brotzeit ein. Eine Verpflegung gibt es am Ende aber nur für die Feuerwehrler, die sich ehrenamtlich ins Zeug gelegt haben. Und Athes zeigt sich nach dem Schluckversuch zufrieden. „Das war fair.“

Nicht alle sehen das so. Der Versuch beweise gar nichts, findet Werner Küttner, dessen Schwiegersohn das Nachbarhaus gehört. „Das ist eine Alibi-Veranstaltung.“ Das Wasser brauche ja Tage, um zu versickern.Die meisten Zuschauer aber finden: Die Gemeinde habe wirklich alles getan. Athes müsse die Entwässerung auf seinem eigenen Grundstück verbessern.

Welche Maßnahmen nun folgen, ist noch offen. Hartl kündigte ein Gespräch aller Beteiligten an: „Wir wollen gemeinsam eine vernünftige Lösung finden.“

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