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Die Waakirchner sind den Durchgangsverkehr leid. Im Bundesverkehrswegeplan ist eine Ortsumfahrung vorgesehen. Dagegen kämpft eine Bürgerbewegung. 

Verkehrsproblematik in Waakirchen

Ortsumfahrung Waakirchen: Gegner ziehen alle Register

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Waakirchen - Die Stellungnahme zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans wird derzeit in Berlin geprüft. Die Bürgerbewegung Waakirchen kämpft im Hintergrund gegen die Ortsumfahrung.

Lars Hülsmann, Kämpfer gegen die Waakirchner Ortsumfahrung, ist sich sicher: „Jetzt ist die heiße Phase.“ Gerade jetzt befasse man sich in Berlin intensiv und durchaus zügig mit den Stellungnahmen zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP), meint der Sprecher der Bürgerbewegung 472. 

Die Lösung des Verkehrsproblems soll in der endgültigen Fassung des BVWP den Status "vordringlicher Bedarf" erhalten

Wie berichtet, sieht der BVWP-Entwurf den Bau einer Umfahrung von Waakirchen vor, und zwar in der höchsten Priorität. Das ist ganz im Sinn des Gemeinderats, der bei einer Sondersitzung im September noch einmal per Beschluss bekräftigt hat, dass die Lösung des Waakirchner Verkehrsproblems auch in der endgültigen Fassung des BVWP den Status „vordringlicher Bedarf“ erhalten soll. Die gemeindliche Stellungnahme dazu hat Bürgermeister Sepp Hartl jetzt auch auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht. 

Um eben dies habe die Bürgerbewegung in einem Antrag zur Gemeindesratssitzung am Dienstag gebeten, berichtet Hülsmann. Er freue sich, dass Hartl dem Wunsch zuvor schon gefolgt sei: „Da stimmt die Kommunikation.“ 

Die Bürgerbewegung fordert eine Verkehrsanalyse, die den öffentlichen Nahverkehr einschließt

In der Sache ist man allerdings nicht eins. Hülsmann hofft, dass die Waakirchner Umfahrung aus der Prioritätenliste des BVWP verschwindet. Damit steht er nicht allein: Die Bürgerbewegung hat inzwischen etwa 70 Mitglieder. Und sie ist sehr aktiv. Zum einen hat die Initiative mit den politisch Verantwortlichen Gespräche geführt und für ein überregionales Verkehrskonzept geworben. Um es zu erarbeiten, fordert die Bewegung eine Verkehrsanalyse, die den öffentlichen Nahverkehr einschließt. 

Zum anderen hat sich Gruppierung schon intensiv damit beschäftigt, wie eine Ortsumfahrung von Waakirchen sowohl im Süden als auch im Norden auf rechtlichem Wege verhindert werden könnte. Dabei eröffnen sich zwei Ebenen. 

40 Grundeigentümer wollen auf keinen Fall Grund für den Straßenbau verkaufen

Zunächst geht es um den privaten Grundbesitz, der für den Straßenbau benötigt wird. Die Bürgerbewegung hat 48 Grundstückseigentümer namentlich ausfindig gemacht, die vom Bau betroffen sein könnten. Laut Hülsmann haben 40 davon eine Erklärung unterzeichnet, mit der sie bekunden, keinesfalls Grund und Boden für den Straßenbau zu verkaufen. „Diese 40 Eigentümer repräsentieren mit ihrem Land über 90 Prozent der potenziell betroffenen Fläche“, macht Hülsmann klar. Die Initiative werde die Grundstückseigner bei Bedarf mit einer Rechtsberatung unterstützen. 

Die Bewegung wird in naher Zukunft Aktionen planen

Ein weiterer Ansatzpunkt ist der Umstand, dass die Flächen im Landschaftsschutzgebiet liegen. Deren Herausnahme verstoße gegen die Alpenkonvention. In dieser Sache sei die Bewegung auch bereits mit juristischen Experten in Kontakt, erklärt Hülsmann. In naher Zukunft werde die Bewegung zudem weitere Aktionen planen. Welche, verrät der Waakirchner nicht: „Das soll auch einen Überraschungseffekt haben."

jm

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