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Grobplanung: So in etwa könnte die Waakirchner Ortsumfahrung verlaufen. Eine konkrete Planung gibt es allerdings noch nicht.

Sechs Anfragen bei der Bürgerversammlung

Waakirchner Ortsumfahrung: Die Gegner erwachen

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Waakirchen - Waakirchen hat die Chance auf eine Ortsumfahrung. Aber wo soll die Trasse verlaufen? Schon im Vorfeld der Planung werden Ängste wach. Zur Bürgerversammlung liegen etliche Anfragen vor.

Vor zwei Wochen erreichte Waakirchen die eigentlich freudige Nachricht: Der Antrag für eine Ortsumfahrung wurde vom Bundesministerium für Verkehr als vordringlich eingestuft. Noch fehlt der Kabinettsbeschluss, doch es sieht grundsätzlich gut aus für die Realisierung der Trasse. Nicht zuletzt die Waakirchner Bürgerinitiative hatte dafür lautstark gekämpft.

Aber für welche Trasse eigentlich? Als Projekt des Bundesverkehrswegeplans hat das Staatliche Bauamt Rosenheim eine Umfahrung südlich Waakirchens beantragt. Die Trasse ist online auch abrufbar. Einfach dem Link folgen und Waakirchen auf der Karte ranzoomen.

Hartl: "Irgendetwas musste man ja einreichen"

Tatsächlich, so erklärt Christian Rehm vom Staatlichen Bauamt, gibt es neben den Anmeldeunterlagen bisher keine konkreten Pläne. „Diese werden erst im Zuge der weiteren Planungsphasen erstellt und konkretisiert.“ Noch ist die ausgewiesene Trasse also nichts weiter als ein Strich auf der Landkarte. „Irgendetwas musste man ja einreichen“, meint Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Dem Entwurf zufolge ist die Waakirchner Umfahrung 2,1 Kilometer lang und kostet 6,6 Millionen Euro. 

Die Kosten sind sehr niedrig gegriffen. Die ebenfalls priorisierte Gmunder Umfahrung, für die es auch noch keine konkrete Planung gibt, soll laut Bundesverkehrswegeplanung satte 47,9 Millionen Euro verschlingen, bei 3,8 Kilometer Strecke. In Waakirchen sei halt nur die Straße berechnet, „ohne Einhausung oder so“, erklärt dazu Bürgermeister Hartl. Er unterstreicht noch einmal, was auch das Staatliche Bauamt sagt: Bis jetzt ist noch überhaupt nicht festgelegt, wo die Umfahrung verlaufen wird. 

Geistertrasse sorgt für sechs Anfragen bei der Bürgerversammlung

Der Entwurf sorgt aber bereits für Unruhe. Landwirte, über deren Grund und Boden die Geistertrasse verläuft, haben sich aufgeschreckt im Rathaus gemeldet. Zur Bürgerversammlung am kommenden Montag, 4. April, Beginn 20 Uhr in der Turnhalle, liegen sechs Anfragen zum Thema vor. Es ist eine heiße Debatte zu erwarten. Bei der Versammlung will Hartl auch darüber sprechen, wie es weitergehen soll in Sachen Verkehrsplanung. „Wir müssen jetzt Farbe bekennen“, macht Hartl klar. Denn so laut der Ruf nach Verkehrsentlastung ist, so groß ist erfahrungsgemäß der Protest gegen den Bau einer Straße, wo auch immer. 

Unter dem dichten Verkehr leidet die Gemeinde Waakirchen seit vielen Jahren. Auch eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, die für eine Entlastung kämpft. Jetzt scheint eine solche erstmals in Reichweite.

Die Suche nach einer Trasse ist in Waakirchen seit 1972 immer wieder fehlgeschlagen. Unterdessen hat jeder noch bis zum 2. Mai die Möglichkeit, sich zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 schriftlich zu äußern. Nach Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung werde das Bundesverkehrsministerium auf Grundlage der Stellungnahmen den Entwurf überarbeiten, erklärt Rehm vom Staatlichen Bauamt. Darauf folgen der Beschluss des Kabinetts und das parlamentarische Verfahren zur Novellierung der Ausbaugesetze. „Eine zeitliche Aussage hierzu ist von Seiten des Staatliche Bauamts derzeit nicht zu treffen“, erklärt Rehm. 

Klar ist: In die heiße Phase geht es erst, wenn die parlamentarische Behandlung des Bundesverkehrswegeplans abgeschlossen ist. Danach, so Rehm, werde sich das Staatliche Bauamt mit den Gemeinden in Verbindung setzen. Damit dürfte eine heftige Debatte um die Trassenführung einsetzen – in Waakirchen wie auch in Gmund.

Die Bürgerversammlung findet am Montag, 4. April 2016, ab 20 Uhr in der Turnhalle der Schule Waakirchen statt.

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