+
Darf nach 25 loslegen: Johann Strein vor seiner Pferdepension.

Waakirchner legte sich mit Landratsamt an

Für Pferdepension: Landwirt wartet 25 Jahre auf Genehmigung

  • schließen

Über 25 Jahre hat Johann Strein um die Verwirklichung seiner Pläne für eine exklusive Pferdepension beim Allerer gekämpft. Jetzt, erst jetzt, ist alles genehmigt und hat seine Ordnung.

Waakirchen – Johann Strein verfügt mit seinen 68 Jahren über eine ausgesprochene Zähigkeit. Ihr hat er es zu verdanken, dass er niemals aufgibt, wenn es Pläne zu verwirklichen gilt. Als Landwirt verfügt er über diverse Privilegien, und auch die kamen ihm zu Hilfe, um seine Pläne für eine Pferdepension im Schaftlacher Ortsteil Allerer zu verwirklichen. 25 Jahre lang beschäftigt der „Fall Strein“ aber auch die Behörden. Denn der Landwirt hatte sich für seine Bauanträge zwar immer wieder Teilgenehmigungen gesichert, gebaut hat er dann aber meist eine Nummer größer. Das Landratsamt spielte da nicht mehr mit, ordnete den Teil-Abriss an. Strein klagte dagegen, bis im Frühjahr 2012 das Bayerische Verwaltungsgericht München zur Verhandlung vor Ort am Allerer aufschlug. 

Fünf Gebäudekomplexe wurden damals begutachtet, die damals ohne Genehmigung des Landratsamts errichtet worden waren. Im Fokus der Kritik standen zwölf Pferdeboxen, eine Longierhalle, ein Mistplatz, ein Reiterstüberl und ein Aufenthaltsraum, zudem Sandplätze, der Schlechtwetterplatz, eine aufgeschüttete Pferdekoppel, Stellplätze im Innenhof, ein Sägemehllager, eine Hofwerkstatt und ein weiterer Mistplatz. Zu viel, um das alles als landwirtschaftlich privilegiert durchgehen zu lassen, fand Richter Johann Beil damals und urteilte; „Da muss was weg.“ Der Richter sah in dem Pferdehof aber grundsätzlich Potenzial und setzte Strein eine Gnadenfrist. Er solle ein neues Konzept für sein Pferdeparadies vorlegen und sich die Bauten dann neu genehmigen lassen. Was Strein auch tat.

„Natürlich muss sich auch ein Herr Strein an die gesetzlichen Vorgaben halten“, sagt der Waakirchner Geschäftsleiter Markus Liebl heute im Rückblick. „Aber letztlich war alles erfüllt.“ Der Bauausschuss der Gemeinde Waakirchen genehmigte bereits 2012 die neuen Anträge einstimmig, zumal der Landwirt damals auch plausibel machte, dass sein Betrieb, den er zusammen mit seiner 30 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Margit Kröss führt, auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist.

Fünf Jahre sollte es nun dauern, bis auch das Landratsamt dem Pferdeparadies von Johann Strein und Margit Kröss den offiziellen Segen erteilt hat. Die Ausgleichsflächen sind der Grund, warum die Kreisbehörde sich so lange mit dem Fall befasst hat. 3400 Quadratmeter hätte Strein nachweisen müssen. Die ganze Fläche brachte er nicht zusammen. „Letztlich war das Landratsamt aber einverstanden, dass ich einen Teil ablöse“, sagt der 68-Jährige. Ablöse heißt: Strein zahlt 34.000 Euro in den Naturschutzfonds des Landkreises ein.

Nicht nur die bestehenden Bauten sind nun genehmigt, Strein darf auch eine Reit-, Berge- und Maschinenhalle errichten, die er für seinen Betrieb braucht und nachträglich beantragt hat. Die Zahl der Pensionspferde wurde allerdings auf 18 reduziert. Strein setzt auf Exklusivität, die Pferde haben nicht nur eine herkömmliche Box zur Verfügung, sondern Paddocks, also einzelne Suiten mit Auslauf.

„Es war ein langer und zäher Kampf“, sagt Strein nun zufrieden. Dass ihn die Gemeinde und verantwortliche Stellen im Landratsamt unterstützt haben, dafür bedankt er sich ausdrücklich. „Was lange währt“, sagt Strein, „wird also besonders gut.“

gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Liegt im Fall um den Namen des AfD-Kandidaten Constantin Prinz von Anhalt ein strabares Verhalten vor? Vermutlich noch vor der Bundestagswahl soll das geklärt sein. Bis …
Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Zwei Schwerverletzte bei Karambolage 
Schwerer Unfall auf der Kreuzung bei Kaltenbrunn: Zwei Frauen, 67 und 73 Jahre alt, wurden schwer verletzt, die Feuerwehr Gmund musste ausrücken.
Zwei Schwerverletzte bei Karambolage 
Nur in Seeglas und Gasse: Wohnmobile tagsüber willkommen 
Wohnmobile in Gmund – ein Dauerthema. Jetzt hat der Gemeinderat schon wieder einen neuen Beschluss gefasst. Zudem werden die Jahres- und Saisongebühren fürs Parken …
Nur in Seeglas und Gasse: Wohnmobile tagsüber willkommen 
Nachbar gegen Hoppe-Pläne: Runder Tisch soll’s richten
Für seinen Plan, eine Brauerei in seiner Heimat Waakirchen zu bauen, hat Markus Hoppe viel Rückenwind. Aber nicht nur. Ein Nachbar will Änderungen und hat einen …
Nachbar gegen Hoppe-Pläne: Runder Tisch soll’s richten

Kommentare