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Die Piesenkamer Kinder wünschen sich einen Spielplatz.

Bei Golfanlage geplant, immer noch nicht gebaut

Piesenkamer Kinder wollen einen Spielplatz

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Sandkasten, Rutsche, Schaukel: Das würde Sophia Cassar und ihren Mitstreitern genügen. Die Eltern wünschen sich einen Spielplatz in Piesenkam. Wann es damit soweit ist, steht in den Sternen.

Piesenkam – „Ich werde bereits seit über zwei Jahren vertröstet“, sagt Sophia Cassar (36), Mutter von zwei kleinen Buben. Vor fünf Jahren ist sie nach Piesenkam gezogen, damals noch kinderlos. Inzwischen ist ihr älterer Sohn drei Jahre alt und liebt es, auf Spielplätzen im Sand zu buddeln. „Aber dazu muss ich nach Schaftlach oder Sachsenkam fahren“, sagt seine Mutter. Sie habe schon öfter bei Bürgermeister Sepp Hartl nachgehakt, doch der verweise auf einen Spielplatz, der beim Golfplatz entstehen soll. „Aber der Golfplatz ist längst in Betrieb, und einen Spielplatz gibt es immer noch nicht“, sagt Cassar.

Mit ihrem Wunsch ist die junge Mutter nicht allein. Sie habe etliche andere Eltern kennengelernt, die ebenfalls auf den Bau eines Spielplatzes hoffen, berichtet Cassar:. „Es werden hier auch immer mehr Kinder.“ Ein Spielplatz werde sicher viel genutzt.

Hinter vorgehaltener Hand hat sie schon gehört, dass mancher am Stammtisch findet, die Familien sollten sich halt Sandkasten und Schaukel in den eigenen Garten stellen. „Das sagen Leute, die einen großen Garten haben“, meint Cassar. Ihr eigener sei für eine Schaukel zu klein, andere Eltern wohnten in einer Mietwohnung. „Und ein Spielplatz ist auch ein Treffpunkt.“ Die Eltern wären aber zu Spenden und Eigenleistung bereit, erklärt Cassar. Aus dem Stegreif wisse sie mindestens fünf Eltern, die sich an der Initiative beteiligen würden. Was fehle, sei ein Grundstück. Dies zu finden, dürfte für die Gemeinde ja nicht so schwer sein.

Bürgermeister Hartl widerspricht. Er habe nach einem Grundstück gesucht, aber keines gefunden. Innerorts werde er ohnehin „nie wieder“ einen Spielplatz errichten. Es sei immer wieder dasselbe: Erst forderten junge Eltern einen Spielplatz und nutzten den mit ihren Kindern auch gern. Aber kaum sei der eigene Nachwuchs dem Kindesalter entwachsen, fühlten sich just die vom Spielplatz gestört, für die er einst gebaut wurde. „Wir hatten da schon mehrere Fälle“, erklärt Hartl. Darum wolle er neue Spielplätze nur noch im Außenbereich errichten.

In Piesenkam werde ein solcher am Golfplatz entstehen. Investor Karl-Heinz Krutz habe schon zu Beginn der Planung versprochen, einen Spielplatz im Bereich des Schwaighofer-Stadels zu bauen. „Das hat sich alles leider verzögert“, meint Hartl. Der Golfplatz sei zwar schon in Betrieb, aber nicht fertig. Das Bebauungsplanverfahren laufe noch.

Wie berichtet, fehlen a, Golfplatz noch die Unterführung der Kreisstraße, die Driving Range und der Parkplatz. Zudem soll der Stadel des Landwirts Georg Schwaighofer umgebaut werden. Der Golfclub nutzt ihn schon zur Unterbringung von Gerätschaften. Vorgesehen ist, dort das Büro der Golfanlage sowie einen Hofladen einzurichten, der auch Schmankerl für Golfspieler anbietet. Bei dem Stadel ist der Spielplatz vorgesehen.

Ob das der richtige Standort ist, zieht allerdings auch Golfplatz-Sprecherin Andreas Fräsdorf in Zweifel. „Für die Leute aus dem Dorf ist das schon weit weg“, meint sie. Der Golfclub selbst brauche keinen Spielplatz auf seinem Gelände. „Wenn Golfer ihre Kinder mitbringen, spielen die Golf.“ Aber natürlich werde der Club, wie mit der Gemeinde vereinbart, einen Spielplatz errichten, wenn dies gewünscht sei. Denkbar wäre aber auch eine finanzielle Beteiligung, wenn der Spielplatz auf einem anderen Grundstück realisiert werde.

Investor hatVertrag unterzeichnet

Realisieren will die KG Golfplatz den Umbau des Stadels, der das ursprünglich geplante Clubhaus ersetzt, auf jeden Fall noch – auch wenn derzeit die Moar-Alm in Sachsenkam nun doch als wunderbar gelegenes Clubhaus zur Verfügung steht. Dort bekocht Christine Robert die Golfer und ihre Gäste aufs Feinste. Der Pachtvertrag läuft noch bis 2019. Ob er verlängert werden könnte, dazu hält sich die Golfplatz-Sprecherin bedeckt. Klar ist: Die Terrasse an der Moar-Alm bietet eine herrliche Aussicht, auch drinnen lässt es sich schön sitzen. Ein Ambiente, das die Golfer sicher vermissen würden.

An den Plänen unten in Piesenkam ändere dies nichts, versichert Fräsdorf. Den städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde Waakirchen, der die Realisierung des Entwurfs festschreibt, habe Golfplatz-Geschäftsführer Krutz gerade unterschrieben. Im Frühjahr, erklärt Fräsdorf, könnten die Bauarbeiten beginnen.

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