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Waakirchen soll vom Verkehr entlastet werden. 

Machbarkeitsstudie verzögert sich um mindestens drei Monate

Prüfung von Umgehung und Tunnel dauert länger

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Die Präsentation der Machbarkeitsstudie zur Waakirchner Verkehrsentlastung verzögert sich um mindestens drei Monate. Das Staatliche Bauamt Rosenheim hat zwölf Varianten zu untersuchen. 

Waakirchen – Wo kann eine Umgehungsstraße von Waakirchen verlaufen, wäre alternativ ein Tunnel sinnvoll? All dies lässt das Staatliche Bauamt Rosenheim in einer Machbarkeitsstudie prüfen. Die Hoffnung von Baudirektor Christian Rehm, das Ergebnis noch heuer präsentieren zu können, ist zerstoben. „Die Vorstellung der Machbarkeitsstudie wird sich um mindestens drei Monate verzögern“, erklärt Bernhard Bauer von der Projektgruppe Straßenplanung des Bauamts. Auch die Untersuchung zur Verkehrswirksamkeit der einzelnen Varianten sei noch nicht fertig.

Gruppierungen und auch einzelne Bürger konnten bis Ende Oktober Vorschläge zur Trassenführung einreichen. „Es sind insgesamt zwölf zum Teil sehr ähnliche Variantenvorschläge eingegangen“, teilt Bauer mit. Mit dabei ist auch die von der Bürgerbewegung Entlastung der B 472 vorgeschlagene Tunnelplanung. Über den Sachstand informierte deren Sprecher Lars Hülsmann bei der Mitgliederversammlung. Der Tunnelvorschlag der Initiative werde zum jetzigen Zeitpunkt als technisch umsetzbar eingeschätzt, so Hülsmann.

Das heißt noch nicht viel, wie Bauer durchblicken lässt: „Wir unterstellen in der Voruntersuchung bei allen – auch den Tunnelvarianten – zunächst, dass sie technisch umsetzbar wären.“ Wirklich gesichert sei die Umsetzbarkeit erst, wenn nach umfangreichen Bodenuntersuchungen belastbare Fakten vorlägen, erklärt Bauer. In der Voruntersuchung seien solche Analysen nicht vorgesehen: „Wir stützen uns da auf geologische Karten.“ Mit entscheidend werden die Kosten sein. Bislang liegt Bauer zufolge noch nicht einmal eine vage Schätzung vor.

Unterdessen zeigt sich die Bürgerbewegung wachsam. 2018 ist laut Hülsmann „das Jahr der Entscheidung“. Welche Entscheidung die Gruppe will, ist klar: Sie kämpft für einen Tunnel. Mit viel Einsatz hat die Bürgerbewegung heuer die Unterschriftenaktion pro Tunnel unterstützt und im Anschluss die Kampagne „Unsere Wahl: Ein Tunnel für Waakirchen“ gestartet. Sie finde viel positiven Anklang, berichtet Hülsmann. Viele Bürger wollten zusätzlich Banner und Plakate bei sich aufstellen, womit die Bewegung mit Rücksicht auf das Ortsbild jedoch „sehr behutsam“ umgehe, wie Hülsmann wissen lässt. Nachlassen will die Bewegung aber keinesfalls: „Zusätzliche Aktionen werden 2018 folgen.“

Bei der Mitgliederversammlung wurde einige Kritik laut. Die Antwort von CSU-Wirtschaftsministerin Ilse Aigner auf eine Einladung der Bürgerbewegung stehe aus, moniert Hülsmann. CSU-Staatssekretär Gerhard Eck hingegen habe zwar bei einer Veranstaltung in Waakirchen kurz vor der Wahl ein Gespräch im Verkehrsministerium angeboten, dem aber keine Taten folgen lassen.

Auch die Bürgerinitiative Verkehr, die seit Jahren für Entlastung kämpft und Vorschläge für eine Umgehung eingereicht hat, nimmt Hülsmann aufs Korn. Die Initiative halte ihre Vorschläge trotz schriftlicher Bitten der Bürgerbewegung unter Verschluss, beklagt Hülsmann. Dabei, findet er, hätten Bürger, vor allem betroffene, ein Recht darauf, Konkretes zu erfahren und frühzeitig Bescheid zu wissen.  jm

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