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Zu schnell sind zahlreiche Fahrzeuge in der Buchkogelstraße in Schaftlach unterwegs. Die Gemeinde will die Geschwíndigkeit in der Tempo-30-Zone stärker überwachen lassen.  

Anwohner fürchten um Sicherheit der Kinder

Reaktion auf Unterschriften: Mehr Kontrollen in Buchkogelstraße 

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Es gilt Tempo 30, trotzdem wird in der Schaftlacher Buchkogelstraße zu schnell gefahren. Anwohner haben sich jetzt mit einer Unterschriftenliste an die Gemeinde gewandt. 

Schaftlach– Dass auf der Schaftlacher Buchkogelstraße noch kein Kind angefahren wurde, sei reines Glück, meinen die Anwohner. Die Straße sei eng, teils ohne Gehweg und stark befahren. Brenzlige Situationen hätten sie dort alle schon erlebt, heißt es in einem Brief an die Gemeinde. 40 Anwohner haben unterzeichnet. Ihre Bitte: Der Gemeinderat möge sich mit dem Problem befassen.

Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) machte dies zum Thema der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr. Er verlas den ausführlichen Brief, in dem die Anwohner das Problem schildern. Die schmale Buchkogelstraße führt zum Kindergarten, zur Schulkindbetreuung, zu einem Spielplatz, dem Friedhof und obendrein noch zu einer vor allem von Hundebesitzern gern genutzten Spazierstrecke. Es handelt sich zwar um eine Tempo 30-Zone, doch wird das Gebot häufig missachtet. Eine Engstelle erhöht das Gefahrenpotenzial. Bewusst wolle man jetzt keine konkrete Lösung vorschlagen oder gar fordern, erklären die Anwohner in dem Schreiben. Vielmehr wünsche man sich einen Dialog mit der Gemeinde, wie das Verkehrsproblem gelöst werden kann.

Engstelle macht Buchkogelstraße gefährlich

Dass ein Problem besteht, zog das Gremium nicht in Zweifel. „Es ist wirklich sehr eng“, meinte Bürgermeister Hartl. Allerdings seien es oft die Mütter selbst, die in Richtung Kindergarten zu kräftig aufs Gas drücken. „Teilweise schießen die mit ihren SUVs über die Rampen, dass man meint, das kann nicht sein.“

Auch Günther Jeske (FWG), der in der Nachbarschaft wohnt, hat Ähnliches häufig beobachtet. In der Tempo-30-Zone gelte rechts vor links, erinnerte er. Dies sei heutigen Führerscheinbesitzern leider oft nicht bewusst. Mancher Dame, die ihm die Vorfahrt genommen habe, sei er schon nachgefahren und habe sie zur Rede gestellt. „Aber da heißt’s immer, es hätte pressiert“, berichtete Jeske. Vermutlich, merkte er an, müssten die eiligen Damen zum Walken oder ins Fitnessstudio.

Anwohner parken am Straßenrand

Verschärft werde das Problem auch durch die Neigung der Anwohner, ihre Autos auf der Wiese neben der Straße abzustellen. Dies sei die Folge eines häufigen Phänomens, schilderte Jeske. „Zum Haus gehört nur eine Garage, und da werden die Gartenmöbel reingestellt.“ Die Wiese sei bei nassem Wetter ein einziger Morast. Um für mehr Sicherheit zu sorgen, müsse die Gemeinde neben weiteren Maßnahmen auch ein Halteverbot erlassen, so Jeske.

Dass es manchen Eltern vor allem auf der Rückfahrt vom Kindergarten „richtig pressiert“, hat auch Rudi Reber (ABV) beobachtet. Zwar seien die meisten in einem vernünftigen Tempo unterwegs, aber es bleibe doch ein gewisser Prozentsatz, der zu viel Gas gibt. „Ich denke aber, dass wir im Dialog mit den Eltern zu einer Lösung kommen“, meinte Reber.

Auch Hartl will auf einen Dialog setzen. Er werde einen Runden Tisch mit drei Anwohnervertreterinnen einberufen. Als Sofortmaßnahme wolle er den Kommunalen Zweckverband beauftragen, das Tempo-30-Gebot zu überwachen. „Es geht nur über den Geldbeutel“, ist Hartl überzeugt. Als Berater werde sich die Gemeinde auch den zuständigen Vertreter der Polizei ins Boot holen. Zudem biete es sich ein, die während der Kindergarten-Bauzeit geltende Einbahn-Regelung wieder aufleben zu lassen. Die Einbahnstrecke soll sogar noch erweitert werden.

Andere Route für Schulbusse 

Norbert Kerkel (FWG) schlug vor, die Schulbusse, die Kinder mittags zur Schulkindbetreuung SchukiSchaWa bringen, über die Norbert-Kerkel-Straße rollen zu lassen. Ein Grunderwerb können für den nötigen Platz sorgen. Es solle nur so viel Raum hinzukommen wie die Busse unbedingt für ihre Kurve brauchen, setzte Kerkel dazu: „Sonst wird da noch schneller gefahren.“

Zum Maßnahmenpaket gehört auch die Aufstellung von Dialog-Displays, die Herrmann Mair (SPD) anregte. Die Smileys, fand er „wirken doch am besten“.

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Zum Teufel mit Tempo 30

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