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In der Tenne des Waakirchner Bräumannhofs hatte sich der Verein Schulschach eingerichtet. Weil sich die Bedingungen dort stark verschlechtert haben, findet das Training nun im ehemaligen Waakirchner Jugendraum statt. 

Umzug in Raum unter der Waakirchner Turnhalle 

Schach-Kinder verlassen den Bräumannhof

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Der Schachnachwuchs hat den Waakirchner Bräumannhof verlassen – wegen schlechter hygienischer Zustände. Und es gibt schon ein neues Zuhause: im ehemaligen Jugendraum unter der Turnhalle.

Waakirchen – „Die hygienischen Zustände sind halt nicht besser geworden, sondern sogar schlechter“, sagt Horst Leckner vom Vorstand des Schulschach-Vereins. Mehr will er zur Situation im denkmalgeschützten Bräumannhof nicht sagen. Nur so viel: „Wir hatten viele Beschwerden von Eltern.“ Manche wollten ihre Kinder nicht mehr auf den Hof lassen: zu viel Schmutz und Gestank.

Wie berichtet, hadert der Verein schon länger mit der Situation. Jetzt hat sich ein neues Domizil gefunden. Unter der Waakirchner Turnhalle, in einem ehemaligen Jugendraum, können die rund 170 Schach-Kinder Spielpraxis sammeln und geschult werden. Später sind dank benachbarter Räume auch Turniere möglich. Leckner freut sich über die Unterstützung der Gemeinde Waakirchen. „Und wir sind stolz darauf, den Schulschach bei uns in Waakirchen zu haben“, erklärt Bürgermeister Sepp Hartl. Die Gemeinde unterstütze die Jugend gern.

Das Kapitel Bräumannhof ist für den Verein Schulschach beendet. Dabei hatte es so gut angefangen. Als die Besitzerin Hannelore Rehme dem Verein im November 2014 in der Tenne ein Domizil anbot, war die Freude groß. Damals wohnte die wohlhabende Gönnerin noch in Bad Wiessee. Nach dem Tod ihres Ehemanns hatte sie die – seit 2013 staatlich anerkannte – Hannelore-und-Lothar-Rehme Stiftung ins Leben gerufen. Das Stiftungsziel ist „die selbstlose Unterstützung von Personen insbesondere im Landkreis Miesbach sowie dessen Umgebung, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands temporär oder dauerhaft auf die Hilfe anderer angewiesen sind“. Um die Stiftung mit Leben zu füllen, erwarb die Mäzenin vor einigen Jahren den Bräumannhof.

Inzwischen ist Rehme selbst gesundheitlich angeschlagen. Sie lebt mit ihrem Hund nun in einer Wohnung auf dem Bräumannhof, kam oft in die Tenne. Die Tierfreundin hat das Gelände um den Hof dem Zirkus William als Winterquartier zur Verfügung gestellt. An den hygienisch schlechten Zuständen in der Tenne sei aber nicht der Zirkus schuld, erklärt Leckner. Der habe ja lediglich seine Wagen und Zelte auf dem Gelände abgestellt.

Doch das Miteinander mit der Eigentümerin gestaltete sich aus Sicht des Vereins immer schwieriger. „Wir sind mit einem weinenden Auge gegangen“, meint Leckner. Schließlich hatte sich der Verein in der Tenne mit viel Enthusiasmus ein Domizil geschaffen und gehofft, längerfristig bleiben zu können. Doch angesichts der Probleme war es Zeit für einen Schlussstrich. Leckner ist froh über den neuen Raum unter der Turnhalle. Er wurde zuletzt zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt und ist frisch saniert.

Auf dem Bräumannhof leben nun Rehme und der Zirkus. Er selbst sei bislang nicht dort gewesen, meint Hartl. Der Zirkus störe ihn aber überhaupt nicht. „Irgendwo müssen die Menschen und Tiere ja im Winter bleiben.“ Es handle sich um eine nette Truppe, die keinem etwas zuleide tue. Die Gemeinde und Landwirte hätten auch eine kleine Unterstützung gewährt, berichtet Hartl: „Der Zirkus hat halt ein bisschen Heu und Stroh

bekommen.“

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