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Karl Limmer † war Vize-Bürgermeister und Vorzeige-Nachbar

Gemeinderat, Zweiter Bürgermeister und Mitglied in zwölf Ortsvereinen

Schaftlach trauert um Karl Limmer - ein Nachruf

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Gemeinderat, Zweiter Bürgermeister und Mitglied in zwölf Ortsvereinen – Karl Limmer hat das Dorfleben in Waakirchen mitgeprägt. Am vergangenen Mittwoch ist Limmer gestorben.

Schaftlach – „Er war einfach ein guter Mensch“, sagt Nachbar Michael Obermüller, der Limmer von Klein auf kannte. „Ich kann wirklich nichts Schlechtes über ihn sagen.“

Nun ist Limmer gestorben – eine Erlösung, sagt Obermüller. Am Ende habe er doch sehr unwürdig gelebt. „Wir sind vor Jahren vom Wirt heim und haben zu Hause noch geratscht“, erinnert sich der Nachbar. „Am nächsten Tag in der Früh hat ihn der Schlag getroffen.“ Davon habe sich Limmer nie mehr vollständig erholt.

Obermüller wird seinen Nachbarn anders in Erinnerung behalten. „Er ist abends immer rüber gekommen. Dann haben wir geratscht.“ Hätten alle ein ähnlich gutes Verhältnis, so der 80-Jährige, dann wäre die Welt eine bessere. Eine Bilderbuch-Nachbarschaft. Das ging sogar so weit, dass beide Familien irgendwann die Grundstücksgrenzen aufhoben. „Für was brauchen wir einen Zaun?“, sagt Obermüller. Der wäre schließlich eh nur ein Hindernis gewesen. Beispielsweise dann, wenn Obermüller dem Nachbar seine Leibspeise vorbeibrachte. „Meine Frau macht oft Schmalznudeln für die Vereine. Die und dazu ein Kaffee – das war sein Wetter.“

Das kann man getrost auch über die Kommunalpolitik sagen. Von 1984 bis 1996 war Limmer Gemeinderat in Waakirchen, von 1987 an sogar Vize-Bürgermeister. „Wenn er eine Meinung hatte, hat er sie auch vertreten“, sagt Gemeinderat Andreas Hagleitner. „Er ist nicht der erstbesten Ansicht nachgelaufen.“ Besonders am Herzen lagen ihm die Belange seiner Mitbürger aus Schaftlach. Jüngstes Beispiel: das Leichenhaus. „Er war strikt dagegen, dass das abgerissen wird“, sagt Obermüller. „Er war der Meinung, man könne das wieder herrichten.“

Limmer hinterlässt seine Frau, eine Tochter und einen Sohn sowie zwei Enkelkinder. Und einen Nachbarn und Freund: „Ich vermisse ihn jetzt schon.“ 

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