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Die Halle steht, das Pflaster muss noch verlegt werden. 

Waakirchner Gemeinderat diskutiert Antrag 

Schaftlacher Eisratzn hoffen auf Rettung

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Die Eisratzn-Halle steht. Aber es fehlen 150 000 Euro. Hinter verschlossenen Türen hat der Waakirchner Gemeinderat jetzt diskutiert, ob und wie der Verein aus höchster Finanznot gerettet werden kann.

Schaftlach– Das erste Stockschützen-Turnier in der neuen Halle der Schaftlacher Eisratzn ist für Anfang Juni angesetzt. Doch noch fehlt im Inneren das Pflaster. Und das Geld, es legen zu lassen. Der Verein hat einen Sponsor verloren, auch sonst ging bei dem Bau einiges schief. Wie berichtet, gibt’s eine Deckungslücke von 150 000 Euro. Mit der Bitte um Unterstützung hat sich der Verein jetzt an den Waakirchner Gemeinderat gewandt. Der Antrag war in der nicht öffentlichen Sitzung Thema. „Es wurde hart und sehr lange diskutiert“, sagt Bürgermeister Sepp Hartl (FWG).

Für ihn ist klar: „Man kann den Verein jetzt nicht einfach hängen lassen.“ Und der Neubau am Schaftlacher Ortsrand muss fertig werden. Nächste Woche sollen die Pflasterer anrücken, dann kann das erste Turnier ebenso über die Bühne gehen wie ein – noch größerer – Wettkampf im Juli. Wie die Schützenhilfe der Gemeinde im Detail aussehen kann, damit wird sich der Finanzausschuss des Gemeinderats in der nächsten Woche auseinandersetzen. Das Ergebnis wird Thema der Jahreshauptversammlung des Vereins am 31. Mai sein. Hartl ist sicher, dass es am Ende eine Lösung geben wird, „mit der wir alle leben können“.

Zu regeln gibt es viel. „Die Eisratzn waren nicht gut beraten“, stellt Hartl fest. Dabei hatten die Mitglieder das Projekt mit viel Elan und großem Fleiß angepackt. Der Platz des Traditionsvereins sollte ein Dach bekommen und zum Leistungszentrum für Stockschützen aus der ganzen Region werden. Passend dazu musste das Vereinsheim wachsen und zudem barrierefrei werden. Schließlich sporteln auch viele Menschen mit Handicap bei den Stockschützen.

Dank der Unterstützung der Hubertus-Altgelt-Stiftung, die den Hallenbau mit 250 000 Euro förderte, schien die Finanzierung gesichert. Fürs Vereinsheim fand sich ein Sponsor, der ein bestens ausgestattetes Domizil entstehen lassen wollte.

Doch beim 2017 begonnenen Hallenbau folgte ein Desaster aufs andere. Die Eisratzn verlegten das Fundament zu nah am Waldrand. Es herauszureißen und neu zu verlegen, kostete viel Schweiß und Geld. Um die Planung und Genehmigung der Halle selbst wurde erst lange gerungen, dann hakte es beim Aufbau. Dem heftigen Schneefall in diesem Januar hielt das gerade montierte Dach nicht stand. Die Firma musste nachbessern.

Unterdessen konnte der Sponsor des Vereinsheims seine Förderung nicht fortsetzen. „Aus gesundheitlichen Gründen“, erklärt Richard Hacklinger, Vorsitzender der Eisratzn. 135 000 Euro hat der Sponsor schon bezahlt. Doch das reicht nicht, um alle Kosten zu decken.

Dabei haben die Eisratzn den Ausbau in Eigenregie gestemmt. 1000 und mehr ehrenamtliche Arbeitsstunden stecken in der Anlage. Eine ganze Schar von Rentnern werkelt dort jeden Tag, einige sind über 80 Jahre alt. „Es ist auch wunderschön geworden“, meint Hartl. Zu überlegen sei, wie die Halle genutzt werden kann, um auch Geld zu erwirtschaften. Zudem soll sie nicht nur Stockschützen aus der Umgebung dienen, sondern Gemeindebürgern zur Verfügung stehen.

Als Krisenmanager hat ABV-Gemeinderat Rudi Reber viele Verhandlungen geführt, Lösungsvorschläge erarbeitet und sie seinen Kollegen am Ratstisch vorgestellt. Ein Teil der fehlenden 150 000 Euro konnte Reber durch die Erweiterung des Sponsorings decken. Damit ist der Betrag geschrumpft, der noch offen ist. Denkbar wäre ein Darlehen der Gemeinde. In der Vergangenheit habe die Gemeinde auch andere Vereine stark unterstützt, erinnert Reber: „Ich denke, wir bekommen gemeinsam die Kuh vom Eis.“

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