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Jetzt darf er wohl bauen, wie gewünscht: Johann Strein hält die Pläne für die Erweiterung der exklusiven Pferdepension in seinen Händen.

Neue und exklusive Pläne von Johann Strein

Pferdeparadies darf wachsen: Sieg eines zähen Schaftlachers

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Das Pferdeparadies im Schaftlacher Ortsteil Allerer darf weiter wachsen. Der Bauausschuss hat den Weg frei gemacht für die Pläne von Johann Strein (68). Sein Fall hatte über 25 Jahre die Behörden beschäftigt.

Schaftlach – Es ist der Sieg eines hartnäckigen Schaftlachers. Eines zähen 68-Jährigen, der sich durch Gerichtsprozesse nicht von seinem Weg abbringen lässt. Der beharrlich gegen alle Hürden für die Erweiterung seiner Pferdepension im Ortsteil Allerer kämpft. Der jetzt zum Vollerwerbs-Landwirt aufsteigt und letztlich einen Sieg einfährt.

„Was lange währt, wird besonders gut“, sagt Strein und lächelt mit Genugtuung. Er weiß, dass er zuletzt viele Unterstützer hatte in der Gemeinde und auch im Landratsamt sowie im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). „Durch positives Verständnis und großes Entgegenkommen der Gemeinde und der Behörden ist mein Pferdeparadies jetzt in vollem Umfang genehmigt“, formuliert Strein. Es klingt wie ein Statement – und das ist es auch.

Es ist aber auch ein Schlusspunkt unter ein Vorhaben, das der lebenslustige Schaftlacher seit über 25 Jahren vorantreibt. Anfangs hatte er seine Pferdepension Stück für Stück vergrößert. Dass er sich dabei über Grenzen hinwegsetzte und Genehmigungen nicht erst abwartete, ging nicht lange gut.

2012 marschierte schließlich das Bayerische Verwaltungsgericht München auf, weil Strein gegen den vom Landratsamt angeordneten Teil-Abriss der zahlreichen Bauten geklagt hatte. Der Richter urteilte damals, dass da einiges weg müsse, räumte Strein jedoch eine Gnadenfrist ein. Er müsse ein Konzept vorlegen und sich die Bauten neu genehmigen lassen.

Dem folgte der Pferdefan, und daraufhin befürwortete die Gemeinde die neuen Pläne Streins und seiner 30 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Margit Kroiss. Es ging um 18 exklusive Paddocks, also Pferde-Suiten mit Auslauf, eine Reit-, Berge- und Maschinenhalle und die nachträgliche Genehmigung der bestehenden Bauten. Allerdings dauerte es fünf Jahre, bis auch das Landratsamt einen Stempel auf die Genehmigung setzen konnte. Ausgleichsflächen hatten gefehlt, doch am Ende machte die Behörde nach der Überweisung Streins von 34.000 Euro auf das Naturschutzfonds-Konto des Landkreises einen Deckel drauf.

Damit wäre der Fall eigentlich erledigt gewesen. Doch Strein wollte mehr. Er beantragte die Aufstockung des Pferdebestandes auf 29 Tiere und verwies darauf, dass auch AELF-Chef Rüdiger Obermeier dahinter stehen würde. Allerdings müsse dann auch eine Reithalle zur Verfügung stehen, um auch bei Schlechtwetter und im Winter eine artgerechte Bewegung der Pferde zu gewährleisten.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten merkte an, dass eine solche Reithalle dann mindestens 20 mal 40 Meter groß sein müsse und damit größer als die bislang vorgesehene, 16 mal 20 Meter große Bewegungshalle. Zudem würde Strein bei einem Bestand von mehr als 20 Tieren zum Vollerwerbs-Landwirt aufsteigen. Wie man weiß, mit vielen Vorteilen wie etwa der Privilegierung, im Außenbereich bauen zu dürfen.

Strein musste allerdings Wiesenfläche nachweisen, um den Betrieb seines Pferdehofs gewährleisten zu können. Er schaffte auch das: 3,8 Hektar, direkt neben seinem Besitz gelegen, konnte er langfristig anpachten.

Der Waakirchner Bauausschuss befasste sich bereits im Dezember 2017 mit dem erneut überarbeiteten Vorhaben, stellte eine Entscheidung wegen noch offener Fragen aber zurück. Jetzt stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. „Das Gesamt-Konzept hat uns überzeugt, die Privilegierung ist jetzt in vollem Umfang gegeben“, fasst Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) zusammen. Das komplette Gremium sah dies bei der Sitzung ebenso und segnete die Tektur-Pläne einstimmig ab.

Derzeit liegt der Ball erneut beim Landratsamt Miesbach. „Die Zustimmung ist jetzt reine Formsache“, ist Johann Strein überzeugt. Sein langer Atem hat sich gelohnt: Der Abriss, von dem einst die Rede war, ist vom Tisch. Die Pferdepension Strein darf also wachsen – und diesmal wohl ganz legal.

gr

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