1. Startseite
  2. Lokales
  3. Tegernsee
  4. Waakirchen

Waakirchen stellt Kommunalunternehmen neu auf: Schub für drei Groß-Projekte - Hauptamtlicher Geschäftsführer

Erstellt:

Von: Christina Jachert-Maier

Kommentare

Die Verwandlung des Kreissparkassengebäudes in ein Rathaus soll schnell gehen. Um die Realisierung kümmert sich die Wohnbaugesellschaft unter neuer Führung. Der Geschäftsführer bezieht dort auch sein Büro.
Die Verwandlung des Kreissparkassengebäudes in ein Rathaus soll schnell gehen. Um die Realisierung kümmert sich die Wohnbaugesellschaft unter neuer Führung. Der Geschäftsführer bezieht dort auch sein Büro.  © THOMAS PLETTENBERG

Ein neues Rathaus, ein Senioren-Wohnprojekt am Westerpoltweg, eine Gaststätte und Wohnungen auf dem Pizzeria-Grundstück: Drei Großprojekte hat die Gemeinde Waakirchen auf der Agenda. Um sie zu stemmen, bekommt die kommunale Wohnbaugesellschaft einen hauptamtlichen Vollzeit-Chef.

Waakirchen – In zwei, drei Jahren will Waakirchens Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) mit seiner Mannschaft das neue Rathaus beziehen. Die Mauern stehen im Wesentlichen schon. Wie berichtet, hat die Gemeinde im Juni diesen Jahres die Niederlassung der Kreissparkasse in Waakirchen gekauft, um das Gebäude als Verwaltungssitz zu nutzen. Neben einigen Umbauten ist allerdings noch ein Anbau für einen barrierefreien Sitzungssaal nötig.

Parallel zum Rathaus-Umbau treibt die Gemeinde die Realisierung einer Senioren-Einrichtung am Westerpoltweg in Schaftlach voran. Noch geht es um die Bedarfsermittlung. Am 5. Oktober gab’s dazu einen Experten-Workshop mit Vertretern von Senioreneinrichtungen und Organisationen aus der Umgebung, ein öffentlicher Workshop soll folgen. Auch erste Gespräche mit den Nachbargemeinden haben stattgefunden. „Wir brauchen jetzt erst einmal Zahlen“, berichtet Kerkel. Im nächsten Schritt gehe es an die konkrete Planung für ein Senioren-Heim, beziehungsweise Senioren-Wohnungen.

Gasthof und Wohnungen in Schaftlach

Zum Dritten will die Gemeinde mit den Planungen am Michael-Schreiber-Weg vorankommen. 2021 hat die Gemeinde das frühere Pizzeria-Gebäude mitsamt Mietshäusern in der Nähe des Bahnhofs gekauft. Ziel ist die Schaffung eines Gasthofs und günstiger Wohnungen. Eigentlich hätte der Entwurf bis Ende 2022 stehen sollen.

Um die drei Groß-Projekte parallel zu bewältigen, geht die Gemeinde jetzt neue Wege: Sie stellt das 2015 gegründete Kommunalunternehmen Wohnbaugesellschaft (WBW) professioneller auf. Luitpold Grabmeyer, 2018 schon als ehrenamtlicher Vorstand berufen, wird zum 1. Januar 2023 hauptamtlicher Geschäftsführer in Vollzeit. Sein Büro wird der WBW-Geschäftsführer im künftigen Rathaus, also im Kreissparkassengebäude beziehen. Vertrautes Terrain: Grabmeyer war bislang als Kommunalkundenberater bei der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee tätig.

Erfahrener Experte an der Spitze des Unternehmens

Die Führung des WBW lag bisher in den Händen eines Verwaltungsrates, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats. Den Vorsitz hatte Bürgermeister Kerkel. „Mit dem ehrenamtlichen Engagement konnte in dieser Zeit wertvolle Aufbauarbeit geleistet werden, die den Schritt in die Professionalisierung nun überhaupt erst möglich macht“, erklärt Kerkel. Es sei gelungen, mit Grabmeyer einen erfahrenen und der Gemeinde sehr verbundenen Experten für die Geschäftsführung zu gewinnen: „Darüber freuen wir uns sehr.“

Das Kommunalunternehmen hat bereits einige Projekte erfolgreich realisiert, zuletzt das Waakirchner Feuerwehrhaus. Die jetzt anstehenden Großprojekte könne die Mannschaft im Rathaus mit der bisherigen Besetzung aber nicht stemmen, so Kerkel: „Ist auch logisch, sonst müsste ja hier jemand sitzen und auf Arbeit warten.“ Der Gemeinderat habe sich darum entschieden, das WBW neu aufzustellen. Ob das Kommunalunternehmen die neuen Gebäude nach dem Bau auch betreibt, wird im Einzelfall entschieden. Zunächst, so Kerkel, gehe es nun an die konkrete Planung. Die steht bei allen drei Projekten erst am Anfang.

Günstiger Wohnraum bringt Fachkräfte

Neben den Großprojekten liegt der Fokus auch auf den 40 Gemeindewohnungen, die zum Teil stark sanierungsbedürftig sind. Sie gehören noch nicht zur WBW. Vor allem der Wohnungsbau werde die WBW in den nächsten Jahren sehr beschäftigen, so Grabmeyer. Das Thema wirke in viele wichtige Bereiche hinein, so auch in den Arbeitsmarkt – wenn es zum Beispiel darum geht, Erzieherinnen oder Pflegekräfte zu gewinnen.

Auch interessant

Kommentare