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Mit Freude bei der Arbeit: Beinahe täglich steht Josefine Horter in ihrer Postagentur in Schaftlach. Und das seit 20 Jahren.

Josefine Horter aus Schaftlach feiert Jubiläum

20 Jahre Postagentur: Zuerst war das Misstrauen groß

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Schaftlach - Vor 20 Jahren hat Josefine Horter (58) in Schaftlach eine Postagentur eröffnet. Das Misstrauen der Kunden war damals groß. Heute ist Horters Poststelle aus dem Ort nicht mehr wegzudenken.

20 Jahre Postagentur. Das ist schon was. Das Geschäft von Josefine Horter – damals noch ein kleiner Lebensmittelmarkt – war eines der ersten in der Region, in dem eine vollständig ausgestattete Poststelle inklusive Postbank eingezogen ist. „Das war ein Riesending“, erinnert sich die Geschäftsfrau. Und es war völliges Neuland für die Schaftlacherin. „Ich habe nicht gewusst, was da auf mich zukommt“, räumt sie rückblickend ein.

Schnell hat sie damals erkennen müssen: Eine Post betreiben – das bedeutet mehr als nur Briefmarkenverkauf. „Aber ich habe schon immer Freude daran gehabt, etwas Neues zu lernen“, erzählt die 58-Jährige. Sechs Wochen lang habe sie ein Mitarbeiter der Post angeleitet, dann stand Horter selbstständig in dem kleinen gelben Shop, den sie anfangs durch eine spanische Wand vom übrigen Laden abgeschirmt hatte.

Von da an verkaufte sie nicht mehr nur Lebensmittel, sondern nahm auch Briefe und Packerl entgegen und erledigte die Postbank-Geschäfte ihrer Kunden. Viele fürchteten damals, dass es in der kleinen Agentur an Diskretion fehlen könnte. „Schließlich sind ja auch Sparbücherl über den Tresen gegangen“, berichtet Horter. Zwischen Wurstzipfeln müsse man nun seine Bankgeschäfte erledigen, hieß es von den Kritikern.  Doch das Misstrauen habe sich rasch gelegt, schon bald hätten die Leute den Service und die längeren Öffnungszeiten in der Agentur zu schätzen gewusst.

Bis zum heutigen Tag hat sich einiges getan in dem alteingesessenen Geschäft an der Alex-Gugler-Straße. Im Jahr 2013 hat Josefine Horter den Verkauf von Lebensmitteln aufgegeben und stattdessen auf Geschenke umgestellt. Seither gibt es hier duftende Kerzen, Leckereien aus der Region, hübsche Servietten und vieles mehr. Geblieben ist die Postagentur. „Etwas Besseres hätte ich nicht machen können“, sagt Horter. Der Verkauf der Präsente lasse sich mit weniger Personalaufwand stemmen, das Geschäft wurde zum reinen Familienbetrieb: Vor allem Tochter Regina Rimböck und Ehemann Martin packen kräftig mit an.

Tatsächlich herrscht in dem Laden ein ständiges Kommen und Gehen. An diesem Vormittag ist Josefine Horter vor allem damit beschäftigt, ein Päckchen nach dem anderen entgegen zu nehmen. Und seit der Online-Handel boomt, stapeln sich in ihrer Agentur die abzuholenden Pakete nur so. Seit kurzem ist bei den Horters auch wieder eine Postbank beheimatet, die zwischenzeitlich geschlossen worden war.

Josefine Horter hat den Schritt, eine Postagentur aufzumachen, nie bereut. „Ich bin immer gut gefahren mit der Post“, sagt sie. Auch umgekehrt ist das offenbar der Fall. An den Wänden hängen zahlreiche gerahmte Qualitäts-Zertifikate, die die Schaftlacherin die vergangenen Jahre von der Post überreicht bekam. „Es kommen ständig Testkunden vorbei“, erzählt Horter. Wenn die nichts zu beanstanden haben, gibt’s eine Urkunde. Dass Horter Freude an ihrem Job hat, erkennt man jedenfalls schnell: „Es kommen lauter nette Leute“, meint sie. „Langweilig wird es nie.“

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