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Runderneuert: Die Lärmschutzwand hat Gerd Pult kurzerhand selbst erneuert. Nun hofft er, dass die Gemeinde sich an den Kosten beteiligt.

Waakirchner Gemeinderat hatte Abstimmung vertagt

Selbst ist der Mann: Gerd Pult baut neue Lärmschutzwand

Schaftlach - Gerd Pult hat seinen Garten neu gestalten lassen - und die morsche Lärmschutzwand. Auf einen Beschluss der Gemeinde wollte der Schaftlacher nämlich nicht warten. 

Morsch, vergammelt und unansehnlich – so beschreibt Gerd Pult aus Schaftlach die Lärmschutzwand, die sein Grundstück von der Schaftlacher Bahnhofsanlage trennte. Deshalb hatte er bei der Gemeinde beantragt, dass der marode Wall saniert wird. Bislang ergebnislos, denn im Gemeinderat wurde die Abstimmung vertagt. Pult wollte nicht länger warten und wurde selbst aktiv: Auf eigene Kosten ließ er eine neue Lärmschutzvorrichtung anbringen. Jetzt hofft er, dass er nicht auf den Kosten sitzen bleibt. 

1995 hatte sich Pult mit rund 1000 Mark an der Errichtung des Walls beteiligt 

Gerd Pult wohnt in Schaftlach, direkt an der Bahnstrecke in der Nähe des stark frequentierten Bahnhofs. „Die Züge fahren zwar langsam ein. Die Anfahrgeräusche sind aber extrem laut“, berichtet der 58-Jährige. Deswegen hatte die Gemeinde Waakirchen vor 21 Jahren eine Lärmschutzwand hochgezogen. „Wir sind 1995 hier eingezogen“, erinnert sich der Bauingenieur. „Seitdem steht auch die Wand.“ Die Kosten wurden auf die Anwohner umgelegt, rund 1000 Mark hat Pult damals bezahlt. Zumindest im Erdgeschoss sorge der Wall für einen erträglichen Geräuschpegel. 

Die alte Wand hat ihren Zweck erfüllt, die Optik ließ aber zu wünschen übrig

In den vergangenen 21 Jahren haben Wind und Wetter Spuren an der Wand hinterlassen. Zwar, so Pult, habe die Lärmschutzwand ihren Zweck noch immer erfüllt, die Optik sei aber schlicht und ergreifend nicht mehr tragbar gewesen. Zumal er seinen Garten neu hatte gestalten lassen. „Da hat die alte Wand schon rein optisch nicht mehr dazu gepasst“, findet der Schaftlacher. 

„Ich wollte nicht warten, bis der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen einen Beschluss fasst“

Deswegen hat Pult die Angelegenheit selbst in die Hand genommen. Pult ließ den morschen Wall entfernen und einen neuen, baugleichen errichten. Kostenpunkt: 3200 Euro. „Ich habe mir einfach mal erlaubt das zu erneuern“, scherzt Pult. „Ich wollte nicht warten, bis der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen einen Beschluss fasst.“ Dies ist bislang nicht geschehen. Das Gremium will sich erst schlau machen, wer für den Erhalt des Walls zuständig ist. 

„Es wäre schön, wenn sich die Gemeinde beteiligen würde“

Hätte es sich um eine staatliche Förderung gehandelt, würde Pult wohl leer ausgehen. Denn hier gilt: Wer ohne das Okay der geldgebenden Stelle baut, bekommt nichts. Pult hofft nun auf die Kulanz der Gemeinde. Eine Option wäre eine Beteiligung der Nachbarn, die ebenfalls profitieren. Allerdings habe Pult keinen Streit vom Zaun brechen wollen. Deswegen vertraut er auf die Unterstützung der Kommune. „Es wäre schön, wenn sich die Gemeinde beteiligen würde.“

Bastian Huber

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