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Für dieses Vereinsheim der Waakirchner Trachtler ist die Steuer fällig. 

Seltsame Posse um Waakirchner Vereinsheim

Trachtenvereine schließen sich zusammen - und sollen jetzt 22.000 Euro Steuern zahlen

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Ihre Fusion kommt die Trachtenvereine Waakirchen und Hauserdörfl im Nachhinein teuer zu stehen: Sie sollen 22.000 Euro Grunderwerbssteuer für das Trachtenheim zahlen.

Waakirchen – Hans Willberger (55) kann und will die Lobreden auf das Ehrenamt nicht mehr hören. „Da sitzen die Damen und Herren unserer Politik im Gaufest an den weiß gedeckten Tischen zum kostenlosen Essen und Trinken, geben der Bedienung hinterher nicht mal ein Trinkgeld und ziehen den Vereinen auch noch hinterrücks das Geld aus der Tasche.“ Willberger, der elf Jahre lang Vorsitzender des Heimat- und Volkstrachtenvereins Bodenschneid Hauserdörfl war und diesen 2017 in die Fusion mit dem Waakirchner Trachtenverein Schmied von Kochel führte, ist stocksauer. Dem Zweiten Vorsitzenden des neuen Vereins Schmied von Kochel Bodenschneid Waakirchen Hauserdörfl, oder umgangssprachlich Trachtenverein Waakirchen mit nun 515 Mitgliedern, flatterte nämlich vor Kurzem eine Zahlungsaufforderung des Finanzamts Miesbach ins Haus. „Darin heißt es, wir sollen 22.000 Euro Grunderwerbssteuer für unser Vereinsheim zahlen.“ Steuer für ein Haus, das den Trachtlern schon immer gehört? Eigentlich, denn das Vereinsheim an der Kreuther Straße in Hauserdörfl wurde 1954 von den Hauserdörflern gebaut. Über 100 000 Euro wurden seit 2001 investiert – in eine neue Schänke, neue Toiletten, eine Tanzbühne, eine neue Hofeinfahrt. Der Besitz umfasst 1100 Quadratmeter. Mit der Fusion ging das Vereinsheim in den Besitz Vereins mit neuem Namen über – und damit wurde Grunderwerbssteuer fällig: 3,5 Prozent.

„Als wir die Notarverträge geschlossen haben, wussten wir zwar, dass wir Grunderwerbssteuer zahlen müssen“, räumt Willberger ein. „Dass es aber 22.000 Euro sein würde, das hat uns keiner gesagt.“ Denn inzwischen wird der Quadratmeter in Hauserdörfl mit 604 Euro angesetzt – für Willberger ein Unding: „Es kann doch nicht sein, dass man unseren Fall wie eine gewerbliche Verschmelzung und die dafür geltenden Gesetze behandelt. Nur, weil es kein eigenes Verschmelzungsgesetz für Vereine gibt.“ Seiner Meinung nach gehe es den Behörden nur ums Geld. „Wo ist da der gemeinnützige Gedanke?“ Alle würden sich hinter Gesetzen verstecken, anstatt einen Präzedenzfall zu schaffen. Weil die Waakirchner Fusion nicht die letzte Fusion sein dürfte, warnt er schon jetzt andere Vereine davor. Die Rechnung sei jedenfalls ein Schlag ins Gesicht, wo die Waakirchner jetzt jeden Cent brauchen: 2019 wird der Waakirchner Trachtenverein das jährliche Gaufest im Ort organisieren, eine Mammut-Aufgabe.

Willberger will nun versuchen, mit Hilfe eines Gutachters einen niedrigeren Quadratmeterpreis zu erreichen. „Andere rechtliche Chancen haben wir wohl nicht.“ Dann wolle man die Gemeinde um Unterstützung bitten.

Bürgermeister Sepp Hartl (FW) weiß bereits von der Zahlungsaufforderung und signalisierte den Trachtlern Unterstützung. „Der Verein ist wichtig für unsere Gemeinde und die Jugendarbeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gemeinderat da die Augen verschließt.“ Offiziell besprochen worden sei das Thema jedoch noch nicht.

Hans Willberger frägt sich unterdessen, was das Ehrenamt noch wert sei: „Da machen sich viele Leute Gedanken, wie man einen traditionellen Verein sicher für die Zukunft aufstellt. Dann kommt der Staat und rammt dir ein Messer in den Rücken.“

gr

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