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Mit Strümpfen, Krawatte und grünem Gilet, wie hier der Waakirchner Trommlerzug, rückt der neue Verein künftig aus. 

Waakirchner und Hauserdörfler verschmelzen

Fusion der Trachtenvereine kann kommen

Das gibt’s nur ganz selten in Bayern: Die beiden Trachtenvereine aus Waakirchen und Hauserdörfl fusionieren. Bei den Hauptversammlungen werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht.

Waakirchen – Heimat- und Volkstrachtenverein Schmied von Kochel & Bodenschneid Waakirchen-Hauserdörfl – so nennt sich künftig der Verein mit insgesamt 550 Mitgliedern. „Seit 17 Jahren reden wir schon von einer Fusion, jetzt endlich ist es soweit“, freut sich Andreas Helminger, bisher Schriftführer bei den Hauserdörflern. Beide Vereine rücken schon seit 2002 gemeinsam aus. Wenn die Verschmelzung jetzt offiziell wird, dann ist das für die Trachtler also keine „Zwangsheirat“, sondern das Ergebnis einer lange geführten „Liebesbeziehung“, in der man im Gleichschritt marschierte. Mit einer Fusion werden Mängel beseitigt: Während die 1919 gegründeten Waakirchner im Gegensatz zu den Hauserdörflern starken Nachwuchs haben, verfügen die Hauserdörfler, 1920 gegründet, über ein Trachtenheim und ein gesundes Finanzpolster.

Dennoch musste Überzeugungsarbeit geleistet werden, schließlich legen gerade Trachtenvereine viel Wert auf Traditionen. „In Waakirchen waren 70 Prozent bei ersten Abstimmungen 2016 für die Fusion“, berichtet Helminger. „Wir in Hauserdörfl waren komplett dafür.“

Inzwischen haben die beiden Vorsitzenden Hans Willberger (Hauserdörfl) und Roland Kostkan (Waakirchen) eine neue Satzung ausgearbeitet, die bei den jeweils letzten Hauptversammlungen am Donnerstag, 9. März, und am Freitag, 10. März, im Beisein eines Notars zur Abstimmung steht. Diese Satzung wird dann von Fachleuten des bayerischen Vereinsregisters geprüft, ehe im Sommer bei einer ersten Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt wird. Bis dahin ist ein Übergangsvorstand im Amt, der jetzt zu wählen ist. Kostkan soll den Chef machen, Willberger seinen Vize, Helminger den Schriftführer und die Waakirchnerin Manuela Britz den Kassier, so der Plan.

In der Satzung ist genau geregelt, wie die Tracht des neuen Vereins künftig aussehen wird: Die Hauserdörfler müssen ihre Loferl durch Strümpfe ersetzen, wie sie die Waakirchner schon bisher tragen. Beim Hutschmuck setzt sich Hauserdörfl durch: Künftig ziert eine Spielhahnfeder die Kopfbedeckung der Männer, die Waakirchner müssen sich von ihrer Mäusebussardfeder verabschieden. Zu den Frauen: Schalk bleibt Schalk, bei den Spenzern und Kitteln der Miederdirndln setzt sich die Farbe Grün der Waakirchner gegenüber dem bisherigen Blau der Hauserdörfler durch.

Noch zwei Termine stehen an:

Die Versammlung des Trachtenvereins Bodenschneid findet am Donnerstag, 9. März, um 20 Uhr im Trachtenheim in Hauserdörfl statt. Die Ehrung langjähriger Mitglieder steht ebenso auf der Tagesordnung, ehe über die Verschmelzung abgestimmt wird. Die Versammlung des Vereins Schmied von Kochel findet am Freitag, 10. März, um 20 Uhr beim Christlwirt in Waakirchen statt. Auch bei dieser fast historischen Versammlung stehen Ehrungen an.

gr

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