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Chaotisch und vergnüglich ging's an Bord der "Old Green Elisabeth" zu. Die Darsteller bekamen für ihre Aufführung reichlich Szenenapplaus.

Auftakt der Waakirchner Kulturwoche

So turbulent war das Theater der Trachtler

Waakirchen - Gelungener Auftakt der Waakirchner Kulturwoche: Mit ihrem Theater "Schiff Ahoi" hatten die Trachtler das Publikum auf ihrer Seite. Den Zuschauern gefiel das turbulente Treiben an Bord.

Das gibt es vermutlich auf keinem Schiff, was da auf der „Old Green Elisabeth“ innerhalb von drei Stunden alles passierte: Anlässlich der zweiten Waakirchner Kulturwoche brachten die Trachtler aus Hauserdörfl und Waakirchen in der Turnhalle mit „Schiff Ahoi“ (Beate Irmisch) einen aufregenden Mix aus turbulenten Handlungssträngen, absurder Situationskomik und überbordenden Regie-Einfällen auf die Bühne. Die Kulisse: ein liebevoll gebautes Schiffsdeck mit Waschmaschinen-Bullaugen. Das Publikum dankte den Darstellern für die schräge Karibik-Kreuzfahrt mit Lachstürmen und reichlich Szenenapplaus.

Die Gegensätze in dem Dreiakter, die bei den norddeutschen Namen und Wortspielen sowie der bairischen Aussprache deutlich hervortraten, taten dem großen Vergnügen von Schauspielern und Zuschauern keinen Abbruch. Hoch motiviert stürzte sich die Truppe in das wohlgeordnete Durcheinander, das Regisseurin Katja Trauner nicht nur dirigierte, sondern auch als zickiger Dauergast Editsche von Knoblauch bereicherte, die entschlossen dem Kapitän nachstellt.

Dabei ist die lästige Stalkerin neben einem Orkan und streitenden Passagieren nicht das einzige Problem von Knut Zuckelmeier, umsichtig und spurtstark gegeben von Max Mair. Der Kapitän rätselt mit dem smarten Deckoffizier, Barmann und Sporttrainer Jonny (konditionsstark: Seppi Hasler), wer wohl der inkognito reisende Käufer seines geliebten Schiffes ist. Auch Vroni Kinshofers beherzte Stewardess und Köchin Lucia fürchtet um ihre Zukunft an Bord.

Fast zu verdächtig als neuer Eigner erscheint der wohlhabende Ex-Kohlenschiff-Käpitän Hubert Wüstling, köstlich chaotisch, selbstbewusst und laut präsentiert von Andi Helminger. Sein Erbe und Neffe, der kleinliche Heini Buntje, schön nervig gespielt von Florian Schmotz-Schöpfer, und dessen schikanierte, aufmüpfige Ehefrau Katl (überzeugend: Diana Babl) sind nicht die Käufer. Auch nicht die ihnen verhassten Hirsekorns von der Konkurrenz. Klaus Multerer als Papa Bertl wirft gern mal einen Blick auf andere Frauen, versucht aber zugleich eisern, seine fürsorgliche Hannelore (Kathi Stanke) und Töchterlein Marlene im Griff zu behalten. Als Letztere flirtet die herzige Sofie Noha heftig mit Buntjes Chef Harry Kessler. Ist dieser Firmeninhaber, souverän dargestellt von Andal Hagleitner, der Neue an Bord?

Als wäre das Ganze nicht schon verwirrend genug, wirbeln noch zwei ältliche, mannstolle Schwestern das Geschehen durcheinander: Wunderbar fahrig, naiv und enthemmt war die alte Jungfer Trinchen von Rosi Pfister, herrlich verdreht und trinkfreudig auch die Witwe Fini von Elisabeth Schmotz-Schöpfer. Für das richtige Reiseflair sorgten die Traumschiff-Melodie, ein halbes Dutzend Statisten mit Selfie-Sticks und die Musikanten neben der Bühne.

Auch wenn es weitere Vorstellungen mangels Raum nicht gibt, wird das überraschend gute Ende nicht verraten. Das Publikum jedenfalls jubelte ausgiebig – auch über das Pointen-Feuerwerk zum Schluss.

Gudula Beyse

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