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Die Gemeinde Waakirchen lässt die Verkehrsströme untersuchen. 

Gemeinde Waakirchen lässt Verkehrsbelastung durch Büro untersuchen 

Trotz Abfuhr beim Minister: Tunnel-Kämpfer sind optimistisch

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Bei seinem Kampf um einen Tunnel für Waakirchen sieht sich Lars Hülsmann als  Sprecher der Bürgerbewegung auf einem guten Weg. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Verkehrsminister Hans Reichhardt die Umgehungsstraßengegner hat abblitzen lassen

WaakirchenBei seinem Kampf um einen Tunnel für Waakirchen sieht sich Lars Hülsmann, Sprecher der Bürgerbewegung „Entlastung für die B 472“, auf einem guten Weg. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhardt (CSU) die Umgehungsstraßengegner zuletzt hat abblitzen lassen.

Wie berichtet, sieht der Minister keine Basis für ein Gespräch mit dem neu gegründeten Zusammenschluss „Oberland-Initiative für Ökologie & Verkehr“, dem auch die Waakirchner Bürgerbewegung angehört.

Man werde erneut auf den Minister zugehen, macht Hülsmann deutlich. Und auch auf seinen Kollegen, Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Schließlich seien die Positionen in Einklang zu bringen, merkt Hülsmann an. Etwa beim Thema Flächenfraß. Den einzudämmen, sei doch das übergeordnete Ziel der neuen Staatsregierung, erinnert Hülsmann.

Dazu passt die Forderung der Oberland-Initiative, keine Flächen mehr durch den Bau von Umfahrungen im Oberland zu versiegeln. Was nicht passt, ist nach Meinung Hülsmanns die Haltung des Verkehrsministers, der einen Planungsauftrag für den Bau von Ortsumfahrungen sieht. Mit Verweis auf diesen Auftrag hat Reichhardt das Gespräch mit der Oberland-Initiative auch abgelehnt.

Locker lassen wird der Verbund nicht. Er besteht aus sechs Gruppierungen mit Sitz in Waakirchen, Holzkirchen und Weilheim. Ihre Sprecher arbeiten gleichberechtigt zusammen. Die Kernforderung ist neben dem Verzicht auf Ortsumgehungen ein Verkehrskonzept fürs ganze Oberland. Anfang Januar gab’s eine konstituierende Sitzung, gemeinsame Aktionen sind beabsichtigt. Wie die aussehen könnten, lässt Hülsmann noch offen. Nur so viel: In den nächsten Wochen werde ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet. Die Initiative wolle es dann öffentlich vorstellen.

Was Hülsmannbei seiner Forderung nach einem Tunnel für Waakirchen so optimistisch stimmt, ist die Rückendeckung durch den Gemeinderat. „Der Wille des Gemeinderats ist ein Tunnel“, sagt Bürgermeister Sepp Hartl (FW). Aber das Gremium hat sich im Beschluss andere Optionen offengehalten. Man wolle „die bestmögliche Lösung“, heißt es. Und: Noch ist der Gemeinderat der Aufforderung des Staatlichen Bauamts Rosenheim nicht nachgekommen, eine der neun im Juli vorgestellten Varianten zur Entlastung der Gemeinde vom Verkehr auszuwählen. Die billigste, eine einfache Südumfahrung, ist für 7,67 Millionen Euro zu haben. Der Ortstunnel, die teuerste Lösung, würde 116 Millionen Euro kosten.

„Wir müssen uns schön langsam entscheiden“, weiß Hartl. Aktuell lasse die Gemeinde aber noch Zahlen erheben. Im Auftrag Waakirchens untersucht Experte Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer, wie stark Waakirchen durch den Verkehr aus Richtung Holzkirchen belastet wird. Im Fokus stehen die B 318 ab Kreuzstraße und die B 13. Bereits bekannt ist die Belastung durch Fahrzeuge, die auf der Achse Miesbach/Bad Tölz durch Waakirchner Gebiet rollen. Das Ergebnis der Gesamt-Analyse stehe noch aus, Ammerl habe um mehr Zeit gebeten, meint Hartl. Ziel der Untersuchung sei es, die bestmögliche Entlastung für Waakirchen zu erreichen. Das Ergebnis, so Hartl, werde die Gemeinde den Bürgern öffentlich präsentieren.

Auch die Bürgerbewegung wartet auf die Analyse – sehr gelassen. Hülsmann rechnet damit, dass das Ergebnis seine Forderung untermauert: „Wir sind guten Mutes, dass die Fakten Argument genug sind für einen Tunnel.“ " HOLZKIRCHEN&UMGEBUNG

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