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Landschaftsschutz ade: Auf der Wiese links im Bild entsteht die Erweiterung des Gewerbegebiets.

Waakirchner Gemeinderat beschließt Erweiterung des Gewerbegebiets

Trotz Einspruch: Brunnenweg-Areal wird vergrößert

Waakirchen - Rund 200 Waakirchner haben eine kritische Stellungnahme zur geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets am Brunnenweg abgegeben. Umsonst, das Vorhaben wird umgesetzt. 

Das Gewerbegebiet am Waakirchner Brunnenweg wird erweitert – dies hat der Gemeinderat in seiner Juli-Sitzung einstimmig beschlossen. Zuvor allerdings sah sich das Gremium mit Stellungnahmen zu diesem Vorhaben konfrontiert. Neben den für einen solchen Vorgang üblichen Äußerungen, beispielsweise der der Regierung von Oberbayern, sah sich der Gemeinderat auch der Kritik von rund 200 Bürgern ausgesetzt. Sehr zum Ärger von Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). 

Die Umsiedlung der Firma Biolink war zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossene Sache 

In ihrem Schreiben an den Gemeinderat führen die Verfasser mehrere Argumente gegen eine Erweiterung des Gewerbegebiets am Brunnenweg an. So sei das Hauptargument für eine Erweiterung der drohende Umzug der Firma Biolink gewesen, obwohl die Umsiedlung zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossene Sache war. Der Beschluss sei unter falschen Voraussetzungen gefällt worden. 

„Wir rechnen damit, dass der Bebauungsplan noch in diesem Jahr rechtskräftig wird“

Laut dem Bürgermeister, steht der Umzug nach wie vor nicht fest. Hartl wisse jedenfalls von nichts. „Wir haben keinen blassen Schimmer.“ Wohl auch, weil die Geschäftsleitung zu keiner Stellungnahme bereit ist. Während in Waakirchen also Ungewissheit herrscht, hat der Stadtrat in Bad Tölz, laut Stadtbaumeister Hannes Strunz, die Erstellung eines Bebauungsplans für ein Grundstück an der B13 zwischen dem Sitz der Firma Sitec Aerospace und der Lettenholz-Siedlung beschlossen – für die Firma Biolink. „Wir rechnen damit, dass der Bebauungsplan noch in diesem Jahr rechtskräftig wird“, sagt Strunz. 

"Im Gemeindegebiet sind andere Gewerbeflächen vorhanden"

Auch fernab der Causa Biolink sehen die Kritiker der Stellungnahme keine Notwendigkeit für die Herausnahme der fünf Hektar großen Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet, „da andere Gewerbeflächen im Gemeindegebiet vorhanden sind“. Schließlich sei das bestehende Gewerbegebiet in Krottenthal noch nicht hinreichend genutzt. 

"Viele Gemeinden würden sich dafür die Hände bis zum Ellenbogen ablecken"

Nachdem die Äußerungen verlesen waren, machte Hartl seinem Ärger Luft. Die Gemeinde habe eine Chance gehabt, das Gewerbegebiet zu vergrößern. Diese habe man wahrgenommen. Ohne die Einnahmen aus dem Gewerbe hätte die Gemeinde Einrichtungen wie den Kindergarten, die Schule und die Turnhalle nicht finanzieren können. „Das ist für mich einfach nicht nachzuvollziehen. Viele Gemeinden würden sich dafür die Hände bis zum Ellenbogen ablecken.“ Da ein Umzug der Firma Biolink wohl nur noch Formsache ist, sucht man in Waakirchen nun Ersatz. Bisher, so Hartl, gebe es allerdings nur Anfragen. „Nichts konkretes."

Bastian Huber

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