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Sind sich nicht immer einig: Mutter Andrea Kaffl und Anwohner Harald Aimer auf dem Bolzplatz in Marienstein.

"Die Gemeinde muss endlich etwas tun"

Trotz neuer Regeln: Bolzplatz sorgt für Ärger

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Marienstein - Dem einen ist's zu laut, dem anderen zu wenig. Der Bolzplatz in Marienstein erhitzt bei Anwohnern und Eltern die Gemüter. Jetzt hat der Gemeinderat neue Nutzungsregeln beschlossen.

Eigentlich ist das Dorfleben in Marienstein sehr harmonisch. Und eigentlich finden es alle gut, dass auf dem Bolzplatz mitten im Dorf die Jugend ihre Gaudi hat. Wenn da nicht die Rabauken wären, die bis in die Nacht hinein kicken, auch mal was demolieren oder Feuerwerkskörper in die Luft jagen. Darum gibt’s immer wieder Ärger.

„Wenn sich alle an die Regeln halten würden, gäbe es kein Problem“, sind sich Harald Aimer (47) und Andrea Kaffl (44) einig. Aimer ist direkter Anwohner des Bolzplatzes, und er ist es auch, der immer wieder bei Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl anruft, wenn ihm der Lärm zu viel wird. In diesen Fällen setzt sich Hartl ins Auto und sorgt vor Ort für Ruhe. Zuletzt schickte er an einem Sonntag Jugendliche nach Hause. Mutter Andrea Kaffl wiederum ist daran gelegen, dass der Nachwuchs auf dem Platz bolzen darf, und zwar unabhängig vom Alter.

Wie berichtet, sammelte sie deshalb Unterschriften, und der Waakirchner Gemeinderat befasste sich erneut mit dem Platz. Ergebnis: Künftig muss samstags und sonntags um 18 Uhr Schluss sein, werktags dürfen die Jugendlichen bis 20 Uhr kicken. Eine Altersgrenze gibt es nicht mehr. Zuvor durften offiziell nur Jugendliche bis 15 Uhr den Platz nutzen.

Ganz zufrieden sind mit dieser Entscheidung weder Kaffl noch Aimer. Die Mutter würde sich wünschen, dass die Kinder samstags bis 20 Uhr spielen dürfen, dem Anwohner behagt der Wegfall der Altersgrenze nicht. Trotzdem könnten beide mit der Vereinbarung leben. Der Kern des Problems ist ein anderer und schwer zu fassen: Dass es eben Einzelne gibt, die sich an keine Vorgaben halten und Radau machen. Eben darum appellieren Kaffl und Aimer gemeinsam an alle Bolzer, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen.

Aimer wünscht sich zudem, dass die Gemeinde Maßnahmen zum Lärmschutz trifft. Ein Wall oder eine Lärmschutzwand zum Beispiel könnten helfen, auch eine Verankerung der Tore wäre wichtig. Letztere werden immer wieder auf dem Platz herumgeschoben. Wenn sie dicht an Aimers Haus stehen, ist der Lärm noch deutlich größer als sonst. „Die Gemeinde“, findet Aimer, „muss da endlich was tun."

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