Von einer Straße durchschnitten ist der Golfplatz bei Piesenkam. Der Betreiber soll nun endlich eine Unterführung realisieren, fordert die Gemeinde. Foto: andreas Leder
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Von einer Straße durchschnitten ist der Golfplatz bei Piesenkam. Der Betreiber soll nun endlich eine Unterführung realisieren, fordert die Gemeinde.

Ortstermin am Freitag

Gemeinde Waakirchen will Golfplatz-Betreiber zum Bau von Unterführung zwingen

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Es reicht, findet der Waakirchner Gemeinderat. Golfplatz-Betreiber Karl Heinz Krutz soll endlich die längst überfällige Unterführung der Kreisstraße schaffen.

  • Eine Kreisstraße durchschneidet den Golfplatz in Piesenkam.
  • Der versprochene Bau einer Unterführung steht immer noch aus.
  • Die Gemeinde Waakirchen denkt über Zwangsmaßnahmen nach.

Waakirchen – Zuletzt sprach Karl Heinz Krutz davon, dass er die Golfer auf seinem Platz nicht mit Baustellendreck belästigen wolle. Das war im Juli. Zum Ende der Saison, versprach der Unternehmer, wolle er loslegen. Zu sehen ist davon noch immer nichts. Und im Waakirchner Gemeinderat glaubt niemand daran, dass Krutz auf die Schnelle wahr macht, was schon vor der Eröffnung des Piesenkamer Golfplatzes im Jahr 2016 versprochen war: der Bau einer Unterführung der Kreisstraße MB 6. Letztere durchschneidet den 18-Loch-Platz, bei jeder Runde müssen die Golfer zweimal queren.

Weil nicht nur die Golfer gefährdet sind, sondern auch Spaziergänger, die seit Corona noch zahlreicher auf den beim Platz geschaffenen Wegen wandern, plädierte Gisela Hölscher (FW) im Gemeinderat für eine pragmatische Lösung. Die Gemeinde möge sich dafür stark machen, dass die Gefahrenstelle bei Querung der Straße entschärft werde. Dies hatte ihre Fraktion WIR/FW auch als Antrag formuliert. Die Entschärfung solle nur als Übergangslösung dienen, bis der Tunnel endlich gebaut sei, erläuterte Hölscher: „Wir müssen das machen, weil der verantwortungslose Besitzer des Golfplatzes uns dazu zwingt.“ Die Maßnahme, wie auch immer sie letztlich aussehe, entbinde Krutz aber nicht von der Pflicht, die Unterführung herzustellen.

Gemeinde besteht auf dem Bau eines Tunnels

Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) zeigte sich skeptisch. Wenn die Stelle für Fußgänger sicherer gemacht werde, lehne sich Krutz womöglich zurück. „Wir sollten von dem Tunnel nicht weggehen“, machte Kerkel klar. Dessen Bau wolle er bei einem Ortstermin des Gemeinderats mit Krutz am morgigen Freitag noch einmal verlangen. Allerdings, seufzte der Bürgermeister, habe er keine große Hoffnung, an diesem Termin „was eintüten“ zu können. Bei dem Treffen soll es nicht nur um den Bau der Unterführung gehen, sondern unter anderem auch um die Wasserversorgung, die Lage der Driving Range und die Golfbahn entlang der MB 6.

Krutz halte die Gemeinde nun schon seit zehn Jahren hin, erinnerte Günther Jeske (FWG). Die Gemeinde müsse darauf bestehen, dass er den Tunnel jetzt baue. Ansonsten müsse man Krutz androhen, den Platz aus Sicherheitsgründen zu sperren. Eine Maßnahme, die zwar außerhalb der Möglichkeiten der Gemeinde liegt, die sie aber bei übergeordneten Behörden einfordern könne.

Wenn nichts hilft: den Platz sperren

Im Bebauungsplan ist der Tunnelbau verankert. Dies genüge aber kaum, um Krutz zur Umsetzung zu zwingen, berichtete Bauamtsleiter Christoph Marcher. Auch der städtebauliche Vertrag, nach dessen Wirkungskraft sich Robert Englmann (CSU), erkundigte, greift offenbar nicht. Englmanns Frage, ob Krutz diesen mit Ex-Bürgermeister Sepp Hartl ausgehandelten Vertrag denn je unterschrieben habe, blieb unbeantwortet.

Hoffnung setzt das Gremium in die Verkehrssicherungspflicht als Druckmittel. „Mit den Golfwagerln darf man doch gar nicht auf die Straße“, erklärte Franz Reiter (FWG). Folglich dürfe Krutz den jenseits der Straße gelegenen Teil des Platzes überhaupt nicht nutzen. Auch Rudi Reber (ABV) plädierte dafür, Krutz mit einer Sperrung zu drohen: „Anders kapiert er es nicht.“

Ungeachtet dessen fanden die Argumente der Fraktion WIR/FW Gehör, kurzfristig für mehr Sicherheit zu sorgen. Gerade bei der jetzt tief stehenden Sonne wachse die Gefahr, heißt es im Antrag. Es sei schon über Schilder gesprochen worden, berichtete Bürgermeister Kerkel. Ihm sei sehr daran gelegen, zügig Lösungen zu finden.

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