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Ist ein Tunnel die richtige Lösung? Noch hat der Waakirchner Gemeinderat dazu keinen Beschluss gefasst.  

Gemeinderat Waakirchen will öffentliche Sitzung 

Tunnel oder Umgehung für Waakirchen? Neues Gutachten statt Entscheidung

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Tunnel oder Umgehung? Die Entscheidung, welche Variante der Verkehrsentlastung verfolgt werden soll, trifft der Gemeinderat erst, wenn ihr Fachberater alle geprüft hat. Eines ist noch offen.

WaakirchenEigentlich sollte die Zeit für eine Entscheidung längst reif sein. Neun Varianten zur Verkehrsentlastung hatte das Staatliche Bauamt Rosenheim dem Waakirchner Gemeinderat vor nun einem Jahr vorgestellt. Aus diesen Vorschlägen soll das Gremium einen Favoriten küren. Doch dazu sehen sich die Gemeinderäte noch immer nicht imstande. Sie warten noch auf eine Empfehlung ihres Fachberaters. Dessen Auftrag wurde sogar noch ausgeweitet, wie Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) im Gemeinderat bekannt gab. „Wir haben noch ein Umweltgutachten machen lassen“, berichtete Hartl. Bei der nächsten Sitzung des Gemeinderats werde der Experte, Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer, zugegen sein und das Ergebnis seiner Analyse vorstellen. Nach der Sommerpause, voraussichtlich im September, treffe der Gemeinderat seine Entscheidung. Wie versprochen, werde diese den Bürgern in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt, erklärte Hartl.

Verkehrsentlastung Waakirchen: Bundesverkehrswegeplan sieht Umgehung vor

Dass Waakirchen eine Entlastung bekommen soll, schreibt der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 fest. Darin ist eine Ortsumgehung skizziert. Nachdem die Gemeinde immer wieder auf den Bau eines Tunnels gedrängt hat, wurde auch diese Möglichkeit geprüft. Die Kostenspanne der insgesamt neun Varianten, die jetzt zur Wahl stehen, ist groß. So ist die billigste, eine einfache Südumfahrung, für 7,67 Millionen Euro zu haben. Der Ortstunnel, die teuerste Lösung, würde 116 Millionen Euro kosten.

Der Gemeinderat hat sich zwar grundsätzlich pro Tunnel positioniert, aber noch nicht festgelegt. Laut Beschluss wird „die bestmögliche Lösung“ angestrebt. Welche dies ist, will der Gemeinderat nach der abschließenden Analyse Ammerls entscheiden. Ist die Wahl getroffen, wird die entsprechende Variante weiterverfolgt. Heißt: Erst dann beginnt der nächste Verfahrensschritt.

Regionalplan: Waakirchen will Stellungnahme zum Verkehr formulieren

Mehr Zeit nimmt sich die Gemeinde auch für ihre Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplans. Dabei hätte Bürgermeister Hartl das Papier gerne durchgewinkt. Doch Gisela Hölscher (FWG) stoppte ihn. Sie war beim Studium des Regionalplans auf Sätze gestoßen, die ihr Misstrauen wecken. Wenn die Gemeinde hier ihr Okay gebe, stimme sie der Umsetzung des BVWP zu, also dem Bau einer Umgehung, warnte Hölscher. „Dann können wir uns den Herrn Ammerl und die ganzen Debatten sparen.“ Sie schlage vor, den Passus zu streichen.

Geschäftsleiter Markus Liebl widersprach. Der Regionalplan definiere nur Ziele und verpflichte die Gemeinden rechtlich zu nichts. Dennoch kam der Gemeinderat nach kurzer Diskussion überein, die Entscheidung über den Regionalplan zu vertagen. Es soll noch eine Stellungnahme eingefügt werden, die neben einer Umgehung auch den möglichen Bau eines Tunnels enthält.

Auch die Gemeinden Gmund und Bad Wiessee hatten im Regionalplan ihren Fokus in Sachen Verkehr deutlich gemacht. Beide lehnten in ihren Stellungnahmen den Bau einer Umgehung von Gmund in Richtung Bad Wiessee ab. Damit Waakirchen noch Stellung beziehen kann, muss die Frist ein zweites Mal verlängert werden. Liebl wird dies beantragen.

Lesen Sie auch: Waakirchen erweitert Verkehrsanalyse

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