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Waakirchen soll vom Verkehr entlastet werden. 

Sepp Hartl sichert Dialog zu 

Tunnel oder Umgehung: Waakirchner Bürger sollen mitreden

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Tunnel oder Umgehung? Über ein Jahr nach der Präsentation der möglichen Varianten muss der Gemeinderat Waakirchen eine Entscheidung treffen. Die ist nicht einfach.

Waakirchen – Er halte nichts unter Verschluss, versicherte Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Keine Studie zu Umgehungsstraße oder Tunnel, auch nicht das Ergebnis von Gesprächen auf höherer Ebene. „Uns liegt keine Studie vor, und es gab auch keine Gespräche.“ Das war seine Antwort auf eine umfangreiche Anfrage der Bürgerinitiative „Verkehr in der Gemeinde Waakirchen“. Wie berichtet, will die Gruppierung mit einem Antrag aufs Tempo drücken.

Ihr Ziel ist die zügige Umsetzung der im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) verankerten Umgehungsstraße von Waakirchen. Im Juli 2018 hatte das Staatliche Bauamt Rosenheim neun Varianten für eine Verkehrsentlastung der Gemeinde aufgezeigt. Jetzt ist der Gemeinderat gefordert, sich für eine der Möglichkeiten zu entscheiden. Als Fachberater hat die Kommune Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer ins Boot geholt. Dessen Erkenntnisse und die vom Gemeinderat letztlich favorisierte Lösung hätte Hartl der Öffentlichkeit im Juli dieses Jahres vorstellen wollen. Doch der Termin wurde mehrmals verschoben, zuletzt auf November.

Waakirchner Bürgerinitiative Verkehr will keine Verschiebung mehr akzeptieren

In ihrer Anfrage macht die Bürgerinitiative Verkehr klar: Eine weitere Verschiebung wäre nicht akzeptabel. Daran sei auch nicht gedacht, versicherte Hartl, der den Antrag im Gemeinderat verlas. „Wir halten unsere Versprechen.“

Ins Leere lief auch die Forderung der Initiative, die bis jetzt vorliegenden Studien Ammerls auf der Homepage der Gemeinde zu veröffentlichen und vom Verlauf bisheriger Gespräche zu berichten. Der Gemeinde habe bislang nichts in der Hand, beteuerte Hartl. Darum hätte es auch keinen Sinn gemacht, zum jetzigen Zeitpunkt Gespräche mit zuständigen Ministern zu führen. Verantwortlich für die Verzögerung sei die erst im Juli getroffene Entscheidung, auch die Auswirkung der einzelnen Varianten auf den Verkehr auf der B 318 untersuchen zu lassen.

Waakirchner Bürgerbewegung „Entlastung der B 472“ will Mitsprache

Sein Zeitplan sei folgender: Nach der Rückkehr Ammerls aus seinem Urlaub Mitte Oktober werde sich der Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung mit der Analyse befassen. Darauf folge eine öffentliche Präsentation. Zu diesem Punkt hatte Lars Hülsmann als Vertreter der Bürgerbewegung „Entlastung der B 472“ eine Anfrage gestellt. Hülsmann kämpft gegen eine Umgehung und für einen Tunnel. Er wollte wissen, ob Hartl der Öffentlichkeit lediglich eine bereits getroffene Entscheidung des Gemeinderats präsentiere oder ob ein Dialog mit dem Bürger vorgesehen sei. Hartl versicherte, Letzteres sei der Fall: „Wir müssen uns mit der Bevölkerung entscheiden, welchen Weg wir gehen.“  

Lesen Sie auch: Appell an Gemeinderat: Waakirchner Bürgerinitiative Verkehr fordert Entscheidung

Bürgerinitiative Verkehr: Das Machbare anstreben

Umfahrung oder Tunnel für Waakirchen? Teuerste Variante kostet 116 Millionen Euro

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