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Ist ein Tunnel unterm Dorf machbar? Die Waakirchner Gemeinderat will es wissen. In einer Sondersitzung am kommenden Dienstag informiert Baudirektor Christian Rehm über den aktuellen Planungsstand.

Sondersitzung im Pfarrheim

Umgehung Waakirchen: Verkehrsplaner soll Klartext reden

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Auf den Wunsch von Bürgermeister Sepp Hartl hin stellt Baudirektor Christian Rehm am Dienstag den aktuellen Stand in Sachen Verkehrsplanung vor. Es geht um mögliche Trassen für eine Umgehung. 

Waakirchen– „Es darf da kein Wischiwaschi geben“, findet Sepp Hartl. Eben deshalb hat er Baudirektor Christian Rehm im Vorfeld einen ganzen Fragenkatalog zum Thema Waakirchner Verkehrsplanung zukommen lassen. Antworten sollen bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 14. Februar, ab 19 Uhr zu hören sein. Es ist eine Sondersitzung, die nicht im Gemeindesaal, sondern im Pfarrheim Waakirchen stattfindet. Sonst hätten die vielen Zuhörer keinen Platz, die zu dieser besonderen Präsentation erwartet werden.

Fragen stellen dürfen nur die Gemeinderäte, wie bei Sitzungen üblich. Lars Hülsmann, Sprecher der Bürgerbewegung B 472, hätte sich ein Rederecht gewünscht. „Aber das geht nicht“, sagt Hartl. Stattdessen habe er Hülsmann gebeten, seine Fragen vorab einzureichen. Dies sei auch geschehen.

Die Stimmung ist angespannt. Wie berichtet, haben die Rosenheimer Verkehrsplaner schon im Sommer eine Umweltverträglichkeitsstudie in Auftrag gegeben, ohne Wissen der Gemeinde. Da lag der Bundesverkehrswegeplan 2030 erst im Entwurf vor. Allerdings war klar, dass sich an der Einschätzung des Waakirchner Projekts nichts ändern würde. Die Südumgehung für 6,6 Millionen Euro hat als „vordringlicher Bedarf“ oberste Priorität. Der Gemeinderat hat dieser Einstufung auch mit einem einstimmigen Beschluss zugestimmt. „Und wir wollen auch im vordringlichen Bedarf bleiben“, macht Hartl klar.

Was ihm nicht schmeckt, ist der Umstand, dass bislang nur nach Möglichkeiten gesucht wurde, eine Umgehungsstraße in die Landschaft um Waakirchen zu legen. „Das war anders vereinbart“, meint Hartl. In hochrangig besetzten Gesprächsrunden sei ihm versichert worden, alle Alternativen würden untersucht, auch ein Tunnel. Wie berichtet, hat der Gemeinderat das Staatliche Bauamt per Beschluss aufgefordert, den Bau einer unterirdischen Röhre als Alternative zur Straße zu prüfen. Das geschah aber erst im Januar, als klar wurde, dass nach Einschätzung von Baudirektor Rehm der Bau eines teuren Tunnels nicht Bestandteil des BVWPs ist. Die Waakirchner Umgehung punktet vor allem mit einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Dass der Gemeinderat die Ergebnisse der Trassensuche kopfnickend zur Kenntnis nimmt und die Staatsbehörde noch per Beschluss dazu auffordert, auf dieser Basis weiterzuarbeiten, ist nicht zu erwarten. „Das würde ja all unsere Bemühungen zunichtemachen“, meint Hartl. Diese Bemühungen gelten dem Tunnel. Rund 2500 Unterschriften haben FWG-Gemeinderätin Gisela Hölscher als Initiatorin und die Bürgerbewegung als Unterstützer für einen Waakirchner Tunnel bislang gesammelt. „Eine gute Aktion, ich stehe voll dahinter“, erklärt Hartl. Dass darin von einer Murks-Umgehung die Rede ist, mit der Waakirchen abgespeist werden soll, gehe für ihn in Ordnung. Scharfe Formulierungen würden eben besser gelesen.

Hartl will eine Machbarkeitsstudie für den Tunnel durchsetzen. Die Rückendeckung des CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan hat er. „Ich erwarte, dass alle Alternativen der Verkehrsentlastung geprüft und in einem transparenten Verfahren dargelegt werden“, meint Radwan. Sollte der Tunnel machbar sein, werde er mit Ministerin Ilse Aigner alles daran setzen, dass der Bau auch realisiert werde: „Das haben wir ja auch für die Warngauer Einhausung gemacht.“

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