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Zur Gesprächsrunde im Haus von Balthasar Brandhofer  hatte Lars Hülsmann hochrangige Vertreter der SPD eingeladen. Neben dem Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel waren die Landtagsabgeordneten Florian Ritter und Florian von Brunn gekommen.

Bürgerbewegung Entlastung der B472

Umgehungs-Gegner mobilisieren auch die SPD

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Die Waakirchner Bürgerbewegung Entlastung der B 472 will die Politik mobilisieren, um den im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehenen Bau einer Ortsumfahrung zu verhindern. Jetzt gab es ein Gespräch mit SPD-Vertretern.

Waakirchen – Diesmal also die SPD. Lars Hülsmann, Kämpfer gegen die Waakirchner Ortsumgehung, hat schon reichlich CSU-Politiker beharkt, die Freien Wähler mit Argumenten überschüttet, mit dem grünen Landrat Wolfgang Rzehak diskutiert. „Wir stehen keiner Partei nahe und suchen das Gespräch mit allen“, macht der Sprecher der Bürgerbewegung B 472 deutlich. Das Ziel: Hülsmann will alle Politiker dazu bringen, sich gegen die vom Bund vorgesehene Umgehung zu wenden. Gefordert ist „eine bessere Lösung“. Empfohlen: ein Tunnel.

Die Bitte der Initiative um einen Termin trug bei den bayerischen Genossen beachtliche Früchte. Um zu hören, was die Bürger bewegt, kamen der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, die Landtagsabgeordneten Florian von Brunn und Florian Ritter sowie der Bundestagskandidat Hannes Gräbner zum Hof von Balthasar Brandhofer in Waakirchen.

Brandhofer, der 2013 für die Freien Wähler in den Landtag einziehen wollte, hat das Gespräch vermittelt. Und sein Anwesen ist ein guter Ort, um gegen die Südumgehung zu wettern, die laut Bundesverkehrswegeplan (BVWP) entstehen soll. Die Straße soll just dort verlaufen, wo die besten Wiesen des Milchviehbetriebs der Familie Brandhofer liegen. Der Junior will sogar erweitern. Nicht nur deshalb ist Brandhofer, der für die ABV im Waakirchner Gemeinderat sitzt, Mitglied der Bürgerbewegung geworden. „Wir müssen die Heimat bewahren“, sagt er.

Eigentlich sollte dies nicht schwer fallen, denn die Wiesen rund um Waakirchen gehören zum Landschaftsschutzgebiet. Hülsmann ist davon überzeugt, dass der Bau einer Ortsumfahrung in diesem Gebiet einen Verstoß gegen die Alpenkonvention bedeutet. „Die Planung ist hochgradig rechtsunsicher“, meint er. Florian von Brunn sieht das nicht anders. Der Konvention entsprechend dürften die Schutzgebiete nicht in ihrer Substanz verändert werden. Die Straße sei „rechtlich problematisch“, findet Brunn. Die SPD werde sich um dieses Thema kümmern und denke über eine entsprechende Anfrage nach.

Waakirchen, stellt Barthel fest, gehöre zu dem letzten Orten, die von einer Bundesstraße ohne Entlastung direkt durchschnitten werden. „Das muss man sich genauer anschauen.“ Und natürlich auch die Möglichkeit prüfen, einen Tunnel zu bauen. 3500 Unterschriften sind in Waakirchen für eine unterirdische Röhre gesammelt worden, auch der Gemeinderat mit Bürgermeister Sepp Hartl kämpft dafür. Letzterer hat vor Kurzem die Unterschriftenlisten mit Initiatorin Gisela Hölscher an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) überreicht. Hülsmann, der mit seiner Mannschaft das Gros der Unterschriften gesammelt hatte, wurde nicht hinzugebeten.

Am Ende des Gesprächs ist Hülsmann zufrieden. Auch die SPD wolle einen Tunnel unterstützen, sofern der machbar wäre, stellt Hülsmann fest. Was die Machbarkeit und vor allem die Kosten angeht, herrscht derzeit jedoch alles andere als Klarheit. Das Staatliche Bauamt Rosenheim hat mit der Prüfung erst begonnen.  jm

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