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Plan und Realität: Sebastian Hiergeist diskutiert mit der Gemeinde Waakirchen wegen der Quergiebel an den Wohnhäusern in Oberkammerloh.

Weil sie seinen Bauantrag abgelehnt haben

Enttäuscht von Gemeinde: Unternehmer erwägt Umzug

Waakirchen – Der Gemeinderat hat jüngst erneut die Quergiebel an den Wohnhäusern von Bauunternehmer Sebastian Hiergeist abgelehnt. Der spricht von einer Neid-Debatte.

Die Mehrfamilienhäuser in Oberkammerloh sind bereits am Entstehen. Und noch immer wird über Quergiebel an zwei von drei Wohnhäusern gestritten. Sebastian Hiergeist hatte die Quergiebel schrittweise eingereicht, „um die Baugenehmigung nicht zu gefährden“. Im jüngsten Gemeinderat waren die Quergiebel zum wiederholten Male Thema.

Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) berichtete von einem Gespräch mit Kreisbaumeister Werner Pawlovsky. Dieser habe zu verstehen gegeben, dass eine Änderung des Bebauungsplans, so wie Hiergeist sie wünsche, nicht möglich sei.

Hiergeist wollte ursprünglich die Wandhöhe an den Quergiebeln um 70 Zentimeter erhöhen. Nach einer Ablehnung durch den Gemeinderat in der Mai-Sitzung änderte er seinen Plan. Er blieb bei der Wandhöhe von 6,50 Metern, beantragte aber ein steileres Dach mit einer Neigung von 33,3 statt 25 Grad. „Damit der Raum mehr Tageslicht einfängt“, sagt Hiergeist.

Gwendolin Kalch (SPD) konnte trotz der eingehaltenen Wandhöhe nicht damit leben. Man könne Bauunternehmer nicht bevorzugen. „Wir können dem Kleinen nicht Quergiebel verbieten und sie dem Großen erlauben.“ Das widerspreche ihrem Gerechtigkeitssinn.

Günther Jeske (FWG) störte sich vor allem an der Art und Weise, wie Hiergeist versuche, sein Vorhaben durchzubringen. Der Antrag sei bereits vier- bis fünfmal im Gemeinderat gewesen. „Wir werden lächerlich gemacht, wenn wir beim sechsten Versuch zustimmen.“ Robert Engelmann wollte schlichten und forderte eine sachlichere und nüchternere Betrachtung. Letztendlich lehnte der Gemeinderat den Antrag mit 8:11 Stimmen knapp, aber erneut ab.

Für Hiergeist ist das nicht nachzuvollziehen. „Ich glaube, ich hätte einreichen können, was ich will. Wahrscheinlich wäre alles abgelehnt worden“, sagt der Bauunternehmer. „Einigen ging es hier gar nicht um den Quergiebel“. Denn: Rund 300 Meter Luftlinie weiter, auf dem Gelände des ehemaligen Gasthofs Knabl, habe er den fast gleichen Gebäudekomplex bauen dürfen. „Mit Quergiebeln und einer Wandhöhe von sogar 7,10 Metern.“ 

Hiergeist hat die Nase voll. „Ich überlege, meinen Firmensitz nach Gmund zu verlegen.“ Dort wisse man seine Arbeit zu schätzen. Schließlich habe er für die Gestaltung des Dürnbacher Dorfplatzes den Ludwig-Erhard-Preis erhalten.

Bastian Huber

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