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Die Feuerwehren erreichten den Brandherd zu einem kritischen Zeitpunkt.

Darum war die BOB-Strecke so lange gesperrt

Vollbrand im Stadl: So verhinderte die Feuerwehr eine Katastrophe

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Waakirchen - Der Stadlbrand, der einen Großeinsatz auslöste, hielt die ganze Region in Atem. Am Morgen danach wird klar, wie viel die Feuerwehr mit ihrem Einsatz retten konnte.

Um 15.38 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle ein. Ein Anwohner hatte die Rauchsäule bemerkt. Ein Glücksfall für Landwirt und Tiere. Denn durch ihren schnellen Einsatz, so wird am Tag danach deutlich, konnte die Feuerwehr Waakirchen gemeinsam mit den zahlreichen weiteren Feuerwehren aus der ganzen Region eine Katastrophe verhindern.

Nicht nur die Rinder im direkt anschließenden Stall konnten schnell ins Freie evakuiert werden, auch das Feuer wurde zu einem kritischen Zeitpunkt gestoppt. Sobald klar war, dass das Heu im Stadl brennt, rissen die Einsatzkräfte sämtliche Tore zu der Bergehalle (so nennt man einen Stadl, in dem Heu eingelagert wird) auf. Später öffneten sie auch die Verschalung.

Nun kennt man aus Schulzeiten, dass es im Brandfall strengstens verboten ist, Fenster und Türen zu öffnen, damit das Feuer ja keinen Sauerstoff bekommt. Nicht in diesem Fall, klärt Kreisbrandrat Anton Riblinger auf: "Unser wichtigstes Ziel war, einen Flash-Over zu verhindern." Das ist eine Hitzewalze die sich ab einer kritischen Temperatur schnell ausbreitet und einen Flächenbrand auslöst. Dunkler, schwarzer Rauch sei dafür ein untrügliches Zeichen.

Brand eines Stadls in Waakirchen - die Bilder

Die Einsatzkräfte mussten also schnell die Temperatur in dem Stadl runterbringen, durch Frischluft und durch "massiven Wassereinsatz", sagt Riblinger. So konnte der Brandherd heruntergekühlt werden. Die Flash-Over-Gefahr war gebannt, und ein Großteil des Hofes konnte gerettet werden. Die anderen Gebäude blieben komplett vom Brand verschont. "Auch die Bergehalle konnte zu zwei Drittel erhalten werden", freut sich Riblinger.

Darum war die BOB so lange gesperrt

Das Löschwasser war übrigens der Hauptgrund, warum die BOB-Strecke gesperrt werden musste. Riblinger: "Wir haben eine Förderleitung unters Gleis legen müssen." Darüber wurden die Löschfahrzeuge per Tanker mit Wasser versorgt. "Natürlich gab es auch eine Sichteinwirkung durch den Rauch." Und später wurde der Bahnübergang gebraucht: Denn wirklich löschen lässt sich Heu nur schwer. Nachdem die Einsatzkräfte das Heu aus dem Stadl geschafft hatten, musste es an einem sicheren Ort gebracht werden. "Aber der darf nicht so weit entfernt sein, weil sich das Heu sonst wieder entzündet." Ein naher Steinbruch war ideal. Landwirte aus der Umgebung halfen tatkräftig mit. Kamen mit Traktoren und Anhängern.

Nur stehen bleiben durften die freiwilligen Helfer auf ihrer kurzen Fahrt eben auch nicht. Riblinger. "Sonst wären sie in Gefahr gewesen." Deshalb war die BOB-Strecke auch noch in den späten Abendstunden gesperrt. Die Strecke wurde erst gegen 23 Uhr wieder freigegeben. 

Einsatz dauerte bis in die Morgenstunden

Die Feuerwehrler waren noch lange danach im Einsatz. Am späten Abend wurden auch noch die Feuerwehren Miesbach und Warngau nachalarmiert. Gegen 1 Uhr waren die Aufräumarbeiten abgeschlossen. Da konnte die Mehrheit der insgesamt 160 Feuerwehrler abrücken. Auch die BRK Schnelleinsatzgruppe Tegernseer Tal, die mit den Besatzungen von zwei Rettungsfahrzeugen die Löscharbeiten der Einsatzkräfte der Feuerwehren absicherte. Die Waakirchner Feuerwehrler blieben noch bis 5.47 Uhr. Auch die Warngauer übernahmen noch die Brandwache am Steinbruch bis 4 Uhr. Riblinger: "Danke an alle, die mitgewirkt haben. Besonders an die vielen Landwirte, die mitgeholfen haben."

Brandursache: Kripo ermittelt

Zur Brandursache kann die Kripo noch nichts sagen. "Am Dienstagabend war es noch zu gefährlich, den Stadl zu betreten", sagt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. So könne die Polizei auch noch keine Schätzung über den entstandenen Schaden abgeben. "Er liegt sicher im sechsstelligen Bereich." Ohne die schnelle Reaktion der Feuerwehrler wäre er sicher noch höher ausgefallen.

kmm

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