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Es bleibt bei Tempo 30 in Marienstein.

Debatte im Waakirchner Gemeinderat

Hartl zum Tempo-30-Streit: „Wir sind doch kein Kasperlhaufen“

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Die neue Tempo-30-Anordnung in Marienstein sorgt weiter für Debatten. Jetzt entschied der Gemeinderat: Da wird nichts zurückgenommen.

Marienstein –  Die Debatte um die Tempo-30-Anordnung in Marienstein brachte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) am Dienstagabend bei der Sitzung des Gemeinderats in Fahrt. „Wir sind doch kein Kasperlhaufen“, wetterte er und zielte damit auf den Mariensteiner Anwohner Olaf Jäckel. 

Der hatte knapp 200 Unterschriften von Mariensteinern gesammelt, um Tempo 30 einzuführen. Das Schild wurde von der Gemeinde installiert, doch Jäckel fühlte sich missverstanden. Er habe nur für einen Teilbereich von Marienstein die Geschwindigkeitsreduzierung gewollt und nicht für die ganze Länge der Hauptstraße. Und zudem nur für Lkw. 

Die Stimmung in Marienstein kippte – und das Tempo-30-Schild wurde von Unbekannten schon in der ersten Nacht ausgehebelt, das 2000 Euro teures Dialog-Display zudem demoliert. Die Mariensteiner, so stellte sich heraus, stehen trotz Unterschrift nicht hinter der Aktion, „und jetzt ist die Gemeinde der Buhmann“, sagte Hartl und stellte klar: Die Anordnung werde bis Oktober durchgezogen, „Auch wenn jeder moniert, dass es nervig ist.“ Die Gemeinde werde das Experiment erst im Oktober auslaufen lassen und dann zu Tempo 50 zurückkehren. „Ich bin ja kein Wetterfahndl und bleibe bei meiner Meinung“, so Hartl.

Auch interessant: Sepp Hartl machts‘s spannend für die nächste Kommunalwahl.

Rudi Reber (ABV) versuchte es mit einem Antrag: Tempo 30 im Bereich zwischen Feuerwehr und der 30er-Zone im hinteren Wohnbereich aufheben und dort wieder Tempo 50 einrichten. „Den Leuten fehlt nämlich das Verständnis für die Anordnung“, glaubt Reber. Für Robert Englmann (CSU) und Hermann Mair (SPD) wäre dies aber ein falsches Signal. „Für diese kurze Strecke wäre das doch ein Schildbürgerstreich, der nur den Schilderwald vergrößern und Geld kosten würde“, sagte Mair.

Lesen Sie hier: eine Wildkamera zur Überwachung.

Nach kurzer Debatte ließ Hartl über Rebers Antrag abstimmen. Doch nur Reber selbst stand am Ende hinter dem Antrag. Damit bleibt es bis zum Herbst bei Tempo 30 in Marienstein. 

 gr

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