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Vorzugsvariante: die südliche Umfahrung von Waakirchen (rot gestrichelt) und östliche Umgehung von Hauserdörfl (gelb).

Bürgerinitiative zur Entlastung der B472 über die Südumfahrung mit Tunnel

Südumfahrung mit Tunnel: „Das wird nicht funktionieren“

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Wenn Südumfahrung, dann mit Tunnel. Dieser Beschluss des Gemeinderats ist der Bürgerbewegung „Entlastung der B472“ zu wenig. Sie bleibt bei ihrer Forderung nach einem Tunnel durch den Ort.

Waakirchen– Lars Hülsmann, bisher Vorsitzender der Bürgerbewegung „Entlastung der B472(BB472), kommt nach der Entscheidung des Gemeinderats ein wenig ins Grübeln. War’s das jetzt mit der Verkehrsentlastung für Waakirchen? Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ist ausschließlich eine ebenerdige Südtrasse für etwa 7,5 Millionen Euro enthalten. Waakirchen will aber eine teils untertunnelte, teils in Trögen verlaufende Südumfahrung, die wohl rund 83,5 Millionen Euro verschlingen würde. Angebote für die Erstellung eines ökologischen Gutachtens lässt die Gemeinde nun einholen.

Südumfahrung mit Tunnel: Das sagt das Staatliche Bauamt

Für das Staatliche Bauamt Rosenheim bedeutet die Entscheidung der Gemeinde keinesfalls, dass das Vorhaben damit zu den Akten wandert. „Wenn die von der Gemeinde angekündigte Begründung für die Erfordernis eines Tunnels vorliegt, werden wir diese prüfen und das weitere Vorgehen mit dem Bundesverkehrsministerium abstimmen“, erklärt Stefan Leitner vom Staatlichen Bauamt Rosenheim dazu auf Nachfrage.

v.l. Gabi Königbauer, Xaver März, Lars Hülsmann.

Hülsmann ist schon jetzt skeptisch, ob ein erneutes Gutachten zu einem positiven Ergebnis und damit zur Realisierung der teils unterirdischen Straße führen könnte – abgesehen von erneuten Kosten für die Gemeinde. „Man weiß doch, dass im südlichen Bereich allein vier unterirdische Wasserströme auf die Troglage zulaufen. Das wird nicht funktionieren.“

Ebenso wenig werde nach Ansicht der BB472 eine Umfahrung von Hauserdörfl funktionieren. Insgesamt würden alle Umfahrungslösungen, wie sie im Verkehrsgutachten von Helmuth Ammerl aufgezeigt wurden, vielmehr zu einer „Ertüchtigung“ des Verkehrs und einer eher erhöhten Belastung der Bürger führen. Auch wenn die Gemeinde sich in Sachen Hauserdörfl noch nicht festgelegt und lediglich festgestellt hat, dass die Staatsstraße 2365 im Straßenausbauplan berücksichtigt werden müsse, so bezieht die BB472 bereits klar Stellung: Beide Umfahrungsteile, südlich von Waakirchen und östlich von Hauserdörfl, stellen „massive Einschnitte“ in die Landschaft dar, durchteilen den Ort und beeinträchtigen die Landwirtschaft. „Das umgefallene Fragezeichen“ weise einen suboptimalen Verkehrsfluss bei deutlich längerer Streckenführung auf.

Lesen Sie hier: Hartl watscht Liebl ab

Bei ihrer Jahresmitgliederversammlung hat die BB472 ein klares Fazit gezogen: Sie beharrt auf einem regionalen Verkehrskonzept und einem Tunnel durch Waakirchen. „Die Kosten von geschätzt 115 Millionen Euro sind im Verhältnis zur Bedeutung der B472 als einzige Ost-West-Tangente südlich von München vertretbar, auch im Vergleich zu anderen Tunnelprojekten“, betont Hülsmann. Im Kommunalwahlkampf werde die Bewegung deutlich ihre Positionen vertreten und klare Aussagen der Parteien erwarten.

Apropos Wahlkampf: Wegen seines Engagements bei der neu gegründeten „Bürgerliste WIR für Waakirchen und Schaftlach“ und aufgrund starker Arbeitsbelastung hat Hülsmann für ein Jahr die Plätze im Vorstand der BB472 mit dem bisherigen Stellvertreter Xaver März getauscht.

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gr

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