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Bürgermeister Sepp Hartl

Bürgermeister erteilt seinem Geschäftsleiter öffentlich eine Schelte

Hartl watscht Liebl ab

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Bürgermeister Sepp Hartl hat im Gemeinderat seinen Geschäftsleiter öffentlich abgewatscht. Es geht um die Äußerungen bei der CSU-Nominierungsversammlung. 

Waakirchen– Der Wahlkampf hat in Waakirchen schon begonnen und sorgt dafür, dass das Klima rauer und die Luft dicker wird. Nicht so sehr am Ratstisch, wo sich gleich mehrere Bewerber gegenübersitzen, die den Chefsessel des bisherigen Bürgermeisters Sepp Hartl (FWG) erobern wollen. Für die ABV steigt Rudi Reber in den Ring, die FWG hat Norbert Kerkel nominiert. Die Freien Wähler werden sich von der FWG abspalten und laut bisheriger FWG-Gemeinderätin Gisela Hölscher noch einen eigenen Kandidaten benennen. Nicht im Gemeinderat, aber nominiert sind zudem Andreas Kilian von der SPD und Cornelia Riepe von den Grünen.

Markus Liebl, Geschäftsleiter in Waakirchen und Bürgermeisterkandidat der CSU.

Direkt neben Sepp Hartl sitzt Geschäftsleiter Markus Liebl, der für die CSU als Bürgermeister gewählt werden möchte. Ohne, dass Hartl den Namen Liebls nannte, bekam der jetzt bei der Jahresabschluss-Sitzung die Wut seines Noch-Chefs voll zu spüren. Diesmal öffentlich, nach einer offenbar bereits intern erfolgten Schelte. Hartl fühlte sich durch die Äußerungen Liebls bei der CSU-Nominierungsversammlung angegriffen. Obwohl dabei auch Liebl den Namen Hartls nicht direkt ausgesprochen hatte, sprach er von „Ungeschicklichkeiten“, die oftmals in der Vergangenheit erkennbar, aber leider nicht zu verhindern gewesen seien, „weil so mancher Rat nicht gehört wurde.“ Auch war von Vertrauensverlust durch nicht gehaltene Versprechen die Rede. Hartl zitierte aus dessen Rede, in der Liebl für sich als Mann der klaren Worte und Aussprache geworben hatte und daher berufen sei, Bürgermeister zu werden.

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Er müsse diesem „Kameraden“ nun sagen: „Sei froh, dass ich nicht immer ein Mensch der klaren Worte war.“ Dabei habe er das Haus so gut geführt, dass es heute dastehe, „wie ein Zeiger“. Kein Wunder nun, dass das Vertrauen zum Geschäftsleiter „nicht so gut“ sei. Dennoch wünsche er ihm „ganz ehrlich“ alles Gute, auch für die Wahl. „Und die letzten vier Monate werden wir auch noch überstehen.“

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Liebl verzichtete auf eine Reaktion, und Hartl konnte zu seiner eigentlichen Abschlussrede ausholen. Die war geprägt von Dankesworten. Eingeschlossen waren darin die Verwaltung und ausdrücklich der Geschäftsleiter. Allesamt hätten sie heuer ein schwieriges Jahr gehabt – angefangen von der Ortsmitte bis zu internen Angelegenheiten. Um das Bauamt zu entlasten, habe man dieses aufgestockt.

Hartls Dank galt nicht nur seinen Stellvertretern und dem „besten Gemeinderat, den Waakirchen bisher hatte“. Dass man nicht immer einer Meinung sei, gehöre dazu. „Was wir jedoch geschaffen haben, ist sehenswert.“ Mit Stolz könne man heute durch die Gemeinde gehen.

Obwohl es noch nicht seine Abschiedsrede war, musste Hartl noch ein paar Ratschläge loswerden: Etwa den, fair miteinander umzugehen oder „vor in Betriebnahme des Mundwerks das Hirn einzuschalten.“

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gr

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